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Eine königliche Ermittlung:

1193: Das Jahr, in dem Richard Löwenherz im Deutschen Reich gefangen gehalten wird: Es war still in Regensburg. Wie jede Nacht. Nur etwas war anders. Unter der Steinernen Brücke lag der Leichnam einer jungen Frau … Mord oder Selbstmord? Der Tod ihrer Schwester bringt Aleydis dazu, sich gegen alle Konventionen aufzulehnen. Doch wer glaubt schon einer Hofdame, die dem Bischof widerspricht? Verbissen versucht sie, auf eigene Faust zu beweisen, dass es kein Selbstmord war. Die Suche nach dem Täter führt sie zu Richard Löwenherz, der ihr seine Unterstützung anbietet. Doch Aleydis ist misstrauisch. Interessiert er sich wirklich für ihr Anliegen, oder will der König von England nur die leeren Tage seiner zermürbenden Ehrenhaft füllen? Hin- und hergerissen zwischen Wahrheit und Lügen übersieht sie den Schatten, der ihr unbemerkt folgt …

 

Tod einer Hofdame 

Autor: Isabella Benz 
Verlag: Ammianus
Erschienen: 17. Mai 2017
ISBN: 978-3945025642
Seitenzahl: 248 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Richard Löwenherz – König von England – wurde 1192 auf der Rückkehr vom Kreuzzug von Herzog Leopold V. von Österreich gefangen genommen und an Kaiser Heinrich VI. „verkauft“.
Über die 13 Monate seiner Haft ist nur wenig bekannt, sodass sich darum viele Legenden ranken. Isabella Benz macht den König zu einer der Schlüsselfiguren ihres Romans und verbindet dabei Fakten und Fiktion sehr gekonnt zu einer interessanten und spannenden Geschichte.


Stil und Sprache
Die Autorin entführt ihr Publikum in das 12. Jahrhundert und schildert diese Epoche sehr anschaulich und authentisch. Man kann sich ein gutes Bild über die damaligen Sitten und Gebräuche am kaiserlichen Hof, auf einer Burg oder in einem einfachen Wirtshaus am Reiseweg machen. Kleidung, Wohnräume, Pferde und Gebrauchsgegenstände werden so farbig und lebendig beschrieben, dass keine Langeweile aufkommt.
Der Leser erlebt die Handlung hauptsächlich aus der Sicht von Aleydis v. Tettingen, die versucht, den tragischen Tod ihrer Schwester Belanca aufzuklären. Beide standen als Hofdamen im Dienst der Kaiserin Konstanze und auch ihre Ehemänner bekleiden Ämter am Hof Heinrichs VI.
Als Belancas Leichnam unter der steinernen Brücke in Regensburg gefunden wird, kommt der Verdacht auf, dass sie sich umgebracht hat. Das war nach dem Verständnis der Zeit und vor allem nach kirchlicher Auffassung ein schweres Verbrechen, mit dem sie ihr „Seelenheil“ verwirkt hatte, sodass ihr ein christliches Begräbnis verwehrt wurde, was auch große Schande für die ganze Familie bedeutete. Aleydis ist überzeugt, dass ihre Schwester ermordet wurde und macht sich auf die Suche nach dem Mörder. Dabei erhält sie unerwartet Hilfe vom englischen König Richard Löwenherz, über dessen  Schicksal  Herzog Leopold von Österreich und Kaiser Heinrich soeben entscheiden.
Isabella Benz hat sich zu Nutze gemacht, dass man über Richards Zeit in Gefangenschaft nicht viel weiß und konnte daher die Lücken zwischen den bekannten Fakten mit ihrer Phantasie füllen. Dabei bleibt sie aber nahe an den historischen Ereignissen und somit ist ihre Geschichte stimmig und glaubwürdig. Die Sprache ist zeitgemäß, der Schreibstil angenehm und flüssig zu lesen.


Figuren
Aleydis ist eine eigenwillige junge Frau, die jedoch den Zwängen – die ihre Stellung als kaiserliche Hofdame und gehorsame Gattin eines hohen Beamten ihr auferlegt – unterworfen ist.
Von daher begehrt sie dagegen meistens nur in Gedanken auf, was im Text in kursiver Schrift zum Ausdruck gebracht wird. Allerdings hat sie das Glück, dass ihr Ehemann Lothar – obwohl, wie damals üblich, von ihren Eltern ausgewählt – ihr aufrichtig zugetan ist und daher manche ihrer Eigenmächtigkeiten toleriert. Deshalb ist ihr Verhalten zwar gelegentlich etwas unkonventionell, aber sie bleibt stets im Rahmen dessen, was eine Frau sich zur damaligen Zeit gerade noch erlauben konnte, wenn der Gatte daran keinen Anstoß nahm.

Richard Plantagenet – genannt Löwenherz – ist eine sehr bekannte historische Figur. Wie schon erwähnt, weiß man über seine mehr als einjährige Haft nicht sehr viel. Der Autorin ist es aber gut gelungen, den englischen König so darzustellen, wie man ihn aus verschiedenen Schilderungen kennt und seine besondere Persönlichkeit hervorzuheben.
Auch Kaiser Heinrich VI., seine Frau Konstanze von Sizilien und Herzog Leopold von Österreich sind sehr glaubwürdig charakterisiert und man kann ihr Reden und Handeln jederzeit gut nachvollziehen und mit den geschichtlichen Ereignissen in Einklang bringen.


Aufmachung des Buches
Das broschierte Buch zeigt auf dem Cover ausschnittweise Gesicht und Dekolleté einer jungen Frau, die eine kostbare Kette mit einem großen, blauen Stein trägt. Quer darüber prangt in roten Lettern der Titel, links oben in kleineren Buchstaben der Name der Autorin.
Ein Inhaltsverzeichnis listet zwischen dem Prolog von Dezember 1192 und dem Epilog von März 1193 die Überschriften von 29 Kapiteln auf, die sich im Buch entsprechend wiederfinden und dort auch noch datiert sind.
In der „Personenübersicht“ sind historische Figuren mit * gekennzeichnet.
Im Anhang macht die Autorin Anmerkungen zu Fakten und Fiktion und bietet mit dem Kapitel „Spurensuche“ einen interessanten, teilweise bebilderten Eindruck von den Schauplätzen der Handlung, wie sie heute noch erhalten sind.
Eine Danksagung beschließt das Buch.


Fazit
„Tod einer Hofdame“ ist ein unterhaltsamer Roman mit einer interessanten Geschichte vor einem gut beleuchteten historischen Hintergrund.


4 Sterne


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