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Die Welt, in der du lebst, existiert nur in deinem Kopf – doch was, wenn jemand mit deinen Gedanken spielt?
In Lunas Leben ist jeder online, rund um die Uhr. Nur Luna verweigert sich dem System. Doch die mächtige Entwickler-Firma PareCo will sie mit allen Mitteln rekrutieren. Und als Luna sich schließlich einloggt, kann sie sich nicht mehr länger davor verstecken, wer sie wirklich ist.

 

Mind Games 

Originaltitel: Mind Games
Autor: Teri Terry
Übersetzer: Petra Knese
Verlag: Coppenrath
Erschienen: Juni 2015
ISBN: 978-3649667124
Seitenzahl: 464 Seiten


Die Grundidee der Handlung
Das Leben spielt sich zu Lunas Zeit schon lange nicht mehr draußen ab, sondern nur noch online. Man geht nicht im Park spazieren – sondern in einer virtuellen Safari-Landschaft. Man reist nicht nach Paris – sondern besucht die Stadt online. Und man trifft sich nicht mit Freunden – sondern veranstaltet eine virtuelle Strandparty, um sie zu sehen. Nur Luna kann an all dem nicht teilnehmen, denn sie ist eine Verweigerin. Sie geht nicht online, sie hat kein Implantat, sie lebt als eine der wenigen noch in der wirklichen Welt. Doch dann wird sie überraschend für einen der besten Karrierechancen überhaupt ausgewählt: Einer Stelle bei dem Unternehmen, das all die virtuellen Welten kontrolliert – und hinter dem mehr steckt, als man je befürchten würde…

Nach ihrer Gelöscht-Reihe legt Teri Terry mit „Mind Games“ eine neue Dystopie vor, die mich von der Grundidee sogar noch mehr begeistert hat. Spannend und realitätsnah entführt sie den Leser in die Zukunft und lässt ihn für mehr als 400 Seiten nicht mehr los.


Stil und Sprache
Teri Terrys Schreibstil liest sich angenehm leicht und trotzdem bringt sie genug Tiefe rein, um auch die ernsten und traurigen Momente von „Mind Games“ rüberzubringen. Das gelingt ihr nicht zuletzt auch deswegen, weil sie ihrer Protagonistin Luna eine absolut überzeugende und sympathische Stimme verleiht. Insbesondere die emotionalen Kapitel am Schluss sind so sehr bewegend.

„Mind Games“ beginnt relativ ruhig und lässt dem Leser Zeit, sich in der fremden Zukunftswelt zurecht zu finden. Man lernt erst die verschiedenen Charaktere und vor allem das Denken der Menschen dieser Zeit kennen und wird nicht direkt ins kalte Wasser geworfen. So braucht auch die Spannung ein paar Seiten, aber zum Glück spürt man recht schnell eine Grundbedrohung und die Vorahnung, was Luna passieren könnte, hält den Leser am Buch. Sobald Luna hinter einen Teil der Machenschaften im Hintergrund kommt, zieht die Handlung rasant an und fesselt bis zur letzten Seite. Die virtuellen Welten, die man auf dem Weg kennenlernt, sind großartig ausgearbeitet. Ein besonderes Highlight für alle Fans der Autorin ist sicher die Verknüpfung zur Gelöscht-Reihe, die eingebaut wurde, aber auch so gibt es in der virtuellen Umgebung viel zu bestaunen. Es ist faszinierend Luna, bei der Erkundung zu begleiten und erschreckend, sobald man erkennt, was hinter allem steckt. Viele Wendungen und Überraschungen verhindern, dass Langeweile aufkommt. Das Ende ist passend gewählt, allerdings ging es mir zu schnell. Im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse geradezu und es fehlt die Zeit, sich auf neue Begebenheiten einzustellen und sie zu verdauen. Schade, denn das ist das einzige Manko des Romans, der vielleicht doch besser zumindest ein Zweiteiler geworden wäre.

Die dystopische Welt von Teri Terry geht anfangs beinahe in Richtung Science Fiction, ist aber am Ende deutlich weniger informatiklastig erklärt als vermutet. Grundsätzlich sind alle Parameter stimmig und die Welt ist nah genug an unseren heutigen Möglichkeiten und Vorstellungen, dass man über die angesprochenen Probleme auch noch lange nach der Lektüre nachdenkt.


Figuren
Luna war mir von der ersten Seite an sympathisch. Sie ist unangepasst, leicht rebellisch und selbstbewusst. Gleichzeitig aber auch schüchtern und unsicher. Also die ideale Identifikationsfigur. Zu erleben, wie sie nach und nach ihre Talente entdeckt und an jeder neuen Herausforderung wächst, hat wirklich Spaß gemacht. Sie verweigert nicht aus ideologischen Gründen und so fand ich es sehr überzeugend, dass sie immer wieder versucht ist, ein „normales“, virtuelles Leben anzufangen. Auch ihre Zweifel an einigen Mitstreitern auf ihrem Weg sind großartig dargestellt.

Neben Luna gibt es eine Reihe von Nebencharakteren, die im Laufe der Handlung wechselnd an Bedeutung gewinnen. Steht anfangs noch Lunas Familie im Fokus, verlagert sich dieser nach und nach zu den Hackern, die sie kennenlernt bzw. aus der Schule schon kennt. Besonders Lunas Familie ist mir dabei ein wenig zu blass geblieben, die Hacker hingegen fand ich absolut überzeugend. Sie werden vielschichtig dargestellt und sind für die eine oder andere Überraschung gut.

Die Gegenspieler bleiben lange gesichtslos und spielen allgemein eine kleinere Rolle als anfangs gedacht. Sobald man hinter alle Ränkespiele kommt, sind aber auch sie realistisch und dreidimensional. Alles in allem ein breitgefächertes, überzeugendes Nebenfiguren-Portfolio.


Aufmachung des Buches
„Mind Games“ erscheint als gebundenes Buch mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Das Cover ist mit einem blütenähnlichen Mandala bedruckt und mit verschiedenen Glanz- und Glitzereffekten versehen. So ganz sagt mir das Motiv selbst nicht zu, aber die Farbgebung ist hübsch und auffällig ist das Cover auf jeden Fall. Das Buchinnere ist in sieben Bereiche und innerhalb dieser noch in einzelne Kapitel unterteilt. Jeder Bereich hat ein Deckblatt, auf dem sich das Covermotiv wiederholt und ein passendes Zitat.


Fazit
Teri Terry hat mich auch mit ihrem neusten dystopischen Roman „Mind Games“ wieder begeistert. Eine faszinierende Zukunftswelt, die zugleich beängstigend realistisch ist, bietet den perfekten Ausgangspunkt für eine spannende Handlung und vielschichte Charaktere. Sehr empfehlenswert!


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de oder deinem Buchhändler vor Ort

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