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Blackrock Manor – das ist der Name des Gemäuers, das in der Gegend nur als „Spukhotel“ bekannt ist. Vor beinahe fünfzig Jahren brannte das einst so prächtige, mitten in den Wäldern gelegene Hotel teilweise nieder. Der angeblich wahnsinnige damalige Hotelbesitzer soll es gewesen sein, der das Feuer legte und damit sich selbst, seine Frau und seine beiden Kinder umbrachte. Ausgerechnet dahin soll der Klassenausflug von Ian Courtsham und seinen Freunden gehen. Der junge, ehrgeizige Geschichtslehrer Mister Schwarz möchte beweisen, dass es in der Ruine nicht spukt. Bald schon aber häufen sich seltsame Vorkommnisse, für die weder Mister Schwarz noch die Schüler eine vernünftige Erklärung finden können. Ist vielleicht doch etwas Wahres dran an den Geistergeschichten? Oder versucht jemand, neugierige Besucher mit allen erdenklichen Mitteln von Blackrock Manor fernzuhalten? Ian Courtsham und seine Freunde setzten alles daran, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen – und geraten sehr bald in allergrößte Gefahr.

 

 

Autor: Alexander Felden
Verlag: Alexander Felden
Erschienen: 10/2009
ISBN: 978-0000291920
Seitenzahl: 330 Seiten 

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Die Grundidee der Handlung
Der Klappentext ist schon ziemlich umfassend, was die Handlung angeht, so dass es an dieser Stelle nichts hinzuzufügen gibt. Alexander Felden hat sich eine interessante Geschichte ausgedacht, die sicher die Sehnsüchte auch so manches Erwachsenen wiedergibt: Wer würde nicht gern einmal das Geheimnis eines verwunschenen alten Gemäuers lüften, in Ruinen herumstöbern und die Vergangenheit wieder auferstehen lassen?


Stil und Sprache
Als ich dieses Buch in den Händen hielt, war ich gespannt auf den Inhalt, weist der Titel doch eher in Richtung Mystery/Fantasy, was eigentlich nicht so zu meinen favorisierten Genres gehört. Angenehm überrascht war ich darum vom Einstieg, der an einer ganz normalen Schule mit ganz normalen Jugendlichen spielt. Keine Vampire oder sonstigen Gestaltwandler, kein einziger Werwolf ist auszumachen unter ihnen, Erleichterung macht sich breit. Und dann geht es los auf den Schulausflug, nach ein bisschen Geplänkel zur Einführung der Figuren, das vielleicht auch etwas knapper hätte ausfallen dürfen. Aber als die Klasse dann loszieht in die Wälder, da entspinnt sich eine spannende Geschichte, die den Leser lange im Dunkeln tappen lässt, was es denn nun mit Blackrock Manor auf sich hat. Ist wirklich Spuk im Spiel oder kann man alles rational erklären, was passiert? Zwar gibt es immer wieder dezente Hinweise, aber die sind sehr raffiniert angebracht und werden oftmals von falschen Fährten verdeckt.

Die meisten Episoden werden aus Ians Perspektive erzählt, es gibt jedoch Ausnahmen, auf die ich allerdings hier nicht näher eingehen kann, ohne zu viel zu verraten. Auch das Ende muss natürlich geheim bleiben, ich kann jedoch verraten, dass es mich persönlich nicht wirklich glücklich machen konnte, aber das ist Geschmackssache.
Stilistisch zieht Alexander Felden alle Register, verwendet interessante Bilder, auch schon mal etwas ungebräuchliche Worte, die heutzutage vielleicht nicht jedem Jugendlichen geläufig sind und manchmal im Kontext etwas seltsam erscheinen („Ihre Mitschüler verlustierten sich inzwischen mit diversen Leckereien aus ihren Rucksäcken (…)“; S. 142). Überhaupt wirken einige Formulierungen etwas gestelzt, es gibt ein paar Zeichensetzungs- und Satzfehler. Ein professionelles Lektorat hätte hier und da vielleicht noch ein bisschen was geglättet, allerdings fallen diese Dinge nicht sehr ins Gewicht, verglichen mit dem Punkt, der mich während der Lektüre permanent gestört hat: Die wörtliche Rede ist jeweils kursiv gedruckt, was bei mir immer den Eindruck erweckt hat, hier denkt jemand nur, statt laut zu sprechen. Auf die Dauer ist das schon ziemlich irritierend …


Figuren
Alexander Felden hat sich eine bunte Truppe für sein Abenteuer ausgedacht, die in dieser oder ähnlicher Konstellation sicher in jeder Schulklasse vorkommt. Ian Courtsham ist ein etwas zurückhaltender, träumerisch veranlagter Typ, der schnell zur Zielscheibe fieser Klassenkameraden wird. Seine beste Freundin Amber ist das genaue Gegenteil, selbstbewusst, ein bisschen schrill und extrovertiert, hat sie immer einen passenden Spruch und wird mit jeder Situation fertig.
Dann sind da noch Ben, durch seine dunkle Hautfarbe ein Außenseiter, David, klein und schüchtern, Fiona, wie ihr Name schon sagt, ein eher durchschnittlicher Typ, Terry, der eher einfältige, aber brutale Schläger, Mister Schwarz, der smarte Lehrer, und Miss Parks, die altjüngferliche, verknöcherte Lehrerin. Sie alle werden nur knapp beschrieben, erhalten einige wenige Eckpunkte, den Rest muss man sich als Leser selbst ausmalen. Auch das Alter der Schüler wird an keiner Stelle erwähnt, so dass sich jeder zwischen 12 und 17 angesprochen fühlen kann, gar keine so schlechte Idee … denn wer gut oder wer böse ist, ist dadurch ja auch nicht sofort erkennbar, so dass die Spannung lange erhalten bleibt. Also hier noch einmal ein Pluspunkt von mir …


Aufmachung des Buches
Das vom Autor im Eigenverlag herausgegebene Taschenbuch ist etwas größer als gewohnt. Ganz in schwarz gehalten, zeigt es auf der Vorderseite eine nächtliche, ins Blaue verfremdete Berglandschaft mit einer Schlucht und hohen Tannen. Vor einem Vollmond fliegt ein Rabe und verweist so auf den Titel, der am unteren Rand des Buches ebenfalls bläulich schimmernd platziert ist. Eine sehr gelungene Aufmachung, die die Stimmung der Geschichte perfekt wiedergibt. Die einzelnen Kapitel tragen inhaltlich passende Überschriften - mal etwas anderes …


Fazit
Eine spannende Geschichte für alle ab 12; flott geschrieben, ein bisschen gruselig, ein bisschen witzig, mit deutlichen Anklängen an Serien wie „Fünf Freunde“, und doch zum Schluss ganz anders und ziemlich überraschend! Nur wegen des nicht ganz passenden Endes und der merkwürdigen Schriftsetzung bei der wörtlichen Rede keine Höchstwertung von mir.


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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