| Cantarella (You Higuri); Band 3 |
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Die französische Armee marschiert in Italien ein und setzt ihre Invasion nach Süden fort. Rom soll erobert werden, damit der korrupten Kirche und ihrem Papst, meinem Vater, der sein heiliges Amt verkauft hat, die göttliche Strafe zuteil wird. Ich kenne meine Rolle in diesem Spiel der Mächtigen, und ich bin bestens vorbereitet. Doch warum trifft es Vannozza, meine einzige Zuflucht?
Mit seinem engelsgleichen, unschuldigen Gesicht gelingt es Cesare, dass ihm alle aus der Hand fressen, angefangen bei seinem Vater, dem Papst, über seinen Freund Chiaro, seine Schwester Lucrezia, ja sogar der Franzosenkönig erliegt seinen Überredungskünsten. In einem Gespräch mit Chiaro gibt Cesare freimütig zu, dass sie alle nur seine „Marionetten“ wären, woraufhin Chiaro ihm eine schallende Ohrfeige verpasst und ihn „verdammter Mistkerl“ beschimpft, nur um seinem Freund bei der nächsten Gelegenheit doch wieder beizustehen. Und genau wie Chiaro, ist man auch als Leser ständig hin und hergerissen, ob man Cesare nun lieben, bemitleiden oder hassen soll. Aber egal wie man sich entscheidet, You Higuri hat mit Cesare eine Hauptfigur geschaffen, die einen emotional packt und nicht mehr loslässt.
Dass Cesares dämonisches Wesen nun verstärkt zu Tage tritt, wird ebenfalls in sehr eindeutiger Weise dargestellt, indem sein Gesicht partiell überschattet ist und seine Gegner die goldenen Augen, als Inbegriff seiner Verwandlung, zu sehen bekommen. Am eindrucksvollsten sind die Bilder, wo er für seine geliebte Ziehmutter Vannozza Vergeltung übt. Wie ein wildgewordener Racheengel stürmt der schmächtige Cesare mit seinem Schwert auf die Franzosen zu und metzelt sie gnadenlos nieder. Zum Schluss kniet er inmitten einer großen Blutlache, um ihn herum liegen diverse Körperteile seiner Gegner… Diese Szene ist eine der wenigen, die mit viel Schwarz unterlegt ist, ansonsten ist der Manga in Anbetracht der Dramatik und der Kämpfe angenehm hell, mit feinem Federstrich gezeichnet. Detailliertes, historisches Interieur ist in diesem Band nicht ganz so häufig im Hintergrund zu sehen wie in den Vorbänden. Hier werden die Hintergründe hauptsächlich dazu benutzt, die düstere, von Angst oder Rachlust geprägte Stimmung zu untermalen, z.B. mit dunklen, von Wolken oder Rauch durchzogenen Horizonten, knorrig-alten, kahlen Bäumen oder kargen Landschaften. Rückt das französische Heer ins Bild, so sind die Soldaten in ihrer Eisenrüstung, hoch zu Ross im Vordergrund noch ganz gut ausgearbeitet, im Hintergrund verlieren sich aber die Einzelheiten. Für Pferde hat You Higuri ein ebenso sicheres Händchen wie für ihre Hauptfiguren, denn auch groß in Szene gesetzt, sehen sie sehr natürlich aus. Ansonsten beweist der Band mit seiner variantenreichen und übergreifenden Panelanordnung oder der schwer zuordenbaren Sprechblasen mal wieder Mangakunst auf allerhöchstem Niveau.
Fazit
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