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Der Inhuman-Kampfmönch auf Shield-Mission

Die Terrigenese verleiht den übermenschlichen Inhumans außergewöhnliche Fähigkeiten. Karnak blieb dieses Ritual verwehrt, doch seine Studien im Turm der Weisheit machten ihn auch so zu einem der größten Krieger und Philosophen seines Volkes. Seine Gabe ist zugleich Fluch: Er sieht den Schwachpunkt in allen Dingen und Personen und weiß diesen Vorteil physisch oder psychologisch zu nutzen. Wegen seiner ebenso effizienten wie gnadenlosen Weltsicht kommen Phil Coulson und Jemma Simmons von der geheimen Regierungsbehörde SHIELD auf den Inhuman-Kampfmönch zu und bitten ihn, die Auswirkungen der Terrigenese auf einenJungen zu untersuchen. Und so reist Karnak im Auftrag von SHIELD unter anderem nach Berlin und entdeckt einen gefährlichen Kult ...

 

Karnak 

Originaltitel: Karnak #1-6
Autor: Warren Ellis
Übersetzer: Stefan Pannor
Illustrator: Roland Boschi
Verlag: Panini Verlag
Erschienen: 22. August 2017
ISBN: 978-3-7416-0037-1
Seitenzahl: 140 Seiten
Altersgruppe: ab 12 Jahren (Empfehlung des Rezensenten)


Die Grundidee der Handlung
Karnak bekommt von Shield den Auftrag, einen Jungen ausfindig zu machen, der angeblich entführt wurde. Seine Reise führt ihn nach Berlin, wo er von einer sektenähnlichen Gruppierung erfährt, bei der sich der Junge aufhalten soll. Schnell wird klar, dass der Junge eher freiwillig dort ist und durch in Kontakttreten mit der Terrigenese spezielle Fähigkeiten erhalten hat. Als der Junge Karnak begreiflich macht, das er nicht mitkommen will und Shield ihn von den Fall abzieht, erkennt Karnak, dass er den Fall weiterverfolgen muss. Schließlich kann er einen Menschen mit diesen Fähigkeiten nicht frei herum laufen lassen.

Mit einer in sich geschlossenen etwas skurrilen Geschichte, schicken Autor und Zeichner den ominösen Karnak auf eine neue Mission. Wenngleich die etwas abgehobene Geschichte sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist, so ist es die Titelfigur, die aufgrund ihrer Eigenheiten sehr für Unterhaltung sorgt. Zeichnerisch kann der Comic sich ebenfalls sehen lassen und steht mit seinem teils eigenwilligen Stil anderen Actioncomics in nichts nach.


Beurteilung der Zeichnung / Textdarstellung
Der Protagonist Karnak wird als eine Art Mischung aus Mönch und Krieger der Weisheit präsentiert, der mit seiner ganz eigenen Philosophie Aufträge annimmt und diese gegen Geld ausführt. Auch wenn man sich schwer mit dieser Figur anfreunden oder identifizieren kann, ist es gerade das Ungewöhnliche an ihn, was den Leser so fasziniert. Er wird zeichnerisch sehr wendig mit feinen Linien und rauen Farben dargestellt und trägt in der Regel eine passable Kutte, die im Kampf von Vorteil ist.

Die sonst eher gewöhnlichen Menschen im Comic tragen alltagstaugliche Kleidung und sind ebenfalls zeichnerisch gut in den Comic integriert. Neben diversen Charakteren brilliert der Comic neben der doch sehr eigensinnigen Geschichte vor allem durch die Bilder. Großflächige Zeichnungen, auffällige Hintergrundsequenzen und Bilder in diversen ansprechenden Winkeln, sei es von Stadtkulissen oder kleineren Gassen, unterstützen den Gesamteindruck des zeichnerisch gelungenen Comics.

Dieser Umstand überträgt sich auch auf die farbliche Umsetzung. Gekonnt und zielsicher werden Farben, Tusche, Schatten und Effekte eingesetzt, um die Charakterzeichnungen in den jeweiligen Sequenzen erst richtig aufleben zu lassen. Ausdrucksstarke Bilder und diverse spannende Kampfszenen oder Standardkulissen sind das Ergebnis und runden den Lesegenuss vollends ab.

Zu guter letzt sei das Sprachliche genannt: Karnak hat neben seinen Eigenheiten natürlich auch einen ganz eigenen Sprachgebrauch, der teils philosophisch und teils gnadenlos direkt ist. Trockene und humorlos wirkende Dialoge, die bei genauerem Verständnis schon das ein oder andere Schmunzeln aus dem Leser herauskitzeln können, sind die Folge vom doch sehr ungewöhnlichen, aber unterhaltsamen Text. Daneben bleibt dem Leser nichts verborgen, alles wird erklärt und der Lesefluss nicht gestört.


Aufmachung des Comics
Das Cover erscheint mit einem vollständigen Gesichtsportrait des Kämpfers Karnak. Eine grüne Tätowierung verziert sein Gesicht und seine Augen werden leer in Pixel-Form dargestellt. Oberhalb steht in langgezogenen Lettern der Titel des Comics, darüber in roten Lettern Autor und Zeichner.

Auch die Rückseite zeigt den Kämpfer in kompletter Pose im PixelFormat auf weißem Hintergrund. Darüber steht der ausführliche Buchrückentext zum Comic. Zwischen den Kapiteln gibt es diverse Variant Cover.


Fazit
Ein durchaus seltsamer Antiheld mit philosophischen Zügen, der aber im Kampf und bei der Durchführung seiner Aufträge keine Gnade walten lässt. Gelungenes Einzelwerk.


3 5 Sterne


Hinweise
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