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John Cullen Murphy war der auserkorene Nachfolger des genialen Hal Foster. Bis März 2004 (Seite 3501) führte er die Serie fort.

1971, das Jahr, in demdie letzte vollständig von Foster angefertigte Seite erschien, war nicht der Schlusspunkt der Beziehung zwischen Foster und seinem Prinzen.

Noch bis Anfang 1980, er war jetzt stolze 87 Jahre alt, schrieb er die Story, überwachte die Farbgebung und fertigte Vorzeichnungen an.

Diesen Zeitraum, die "Foster & Murphy Jahre", veröffentlicht der Bocola Verlag nun auch digital überarbeitet. Nicht zuletzt hat uns der Wunsch zahlreicher Fans nach einer Fortsetzung dazu bewogen, den Abenteuern des Prinzen aus Thule noch ein wenig länger zu folgen. Diese fünfbändige Reihe wird im Umfang und in der Ausstattung unserer Prinz Eisenherz Hal Foster-Gesamtausgabe sehr ähnlich sein.

 

Prinz Eisenherz 1977 1978 

Originaltitel: Prince Valiant
Autor: Hal Foster
Übersetzer: Wolfgang J. Fuchs
Illustration: John Cullen Murphy
Verlag: Bocola
Erschienen: Januar 2012
ISBN: 978-3-939625-25-4
Seitenzahl: 112 Seiten (Originalseiten 2082-2186)
Altersgruppe: ab 8-10 Jahren (Empfehlung des Verlags)

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Die Grundidee der Handlung
Arn und Sir Dinadan sehen sich den Wettstreit der Troubadoure an, der unter schlechten Vorzeichen steht, denn es gibt Mauscheleien. Sir Gunther, der inzwischen auf den Nebelinseln strandet, reist mit Hilfe von Eisenherz auf der Spur eines gestohlenen Kirchenschatzes nach Ägypten, was Foster/Murphy mal wieder die Gelegenheit gibt, die Unterschiede in der Denkweise darzustellen: Gunther steckt voller Vorurteile und Überheblichkeit, während Eisenherz mit Respekt und Höflichkeit jedem gegenübertritt, dem er begegnet. Ein Abenteuer in der Stadt der Frauen, Petropolis, bietet Galan, dem jüngsten von Eisenherz' Söhnen, die Gelegenheit, mal einen größeren Auftritt zu erhalten.

Ein Angriff von Piraten auf die Nebelinseln wird erfolgreich abgewehrt, worauf eine abenteuerliche Reise nach Camelot ansteht. Vor allem die Herren der Geschichte setzen sich dabei in einige Fettnäpfchen. Als Boltar entführt wird, wendet sich Tillicum Hilfe suchend an Eisenherz' Familie. Arn und Galan reisen im Zuge dessen zurück nach Thule. Dort erwarten Arn Ereignisse, nach denen sein Leben nie wieder wie vorher sein wird ...


Beurteilung der Zeichnung / Textdarstellung
Nach einem Vorwort des Übersetzers Wolfgang Fuchs gibt es schon in den ersten Bildern viele amüsante Stellen dank der Bildunterschriften des allwissenden Erzählers. Der Fall eines Ritters, der Arn angreift, endet in einer Schlammpfütze und erhält diesen Kommentar: "Arn greift an, weicht zurück und weicht seitlich aus, bis er seinen Gegner zu einer Pfütze dirigiert hat, in der das Duell rasch endet" (Seite 2084). Bei der Fokussierung auf die Figuren tritt der Hintergrund zurück und erhält eine einfarbige Darstellung. Die Gesichtszüge der Charaktere sind sehr individuell ausgearbeitet und vermitteln ihre Gefühle sehr gut. Arn muss sich beim Wettstreit der Sänger einiges einfallen lassen, um den Gauner Lazare außer Gefecht zu setzen. Seine Ideen werden herrlich umgesetzt.

Als die Handlung sich Ägypten zuwendet, werden die Charaktere dunkelhäutiger und bilden einen guten Gegensatz zum blonden Gunther. In Petropolis hingegen darf der kleine Galan mal seinen Mann stehen. Die Panels werden den angreifenden Soldaten gewidmet, deren Ausrüstung sehr unterschiedlich ist. Die kämpfenden Amazonen beeindrucken vor allem Karen, die sich danach ihre Haare schneiden lässt und den restlichen Band fast nur noch in einer extra für sie angefertigten Rüstung auftritt. Bei der Entführung seiner Töchter spricht Eisenherz' Gesicht eine ganz eigene Sprache, da er sich zusammenreißt, um einige Anweisungen zu geben, bevor er sich seiner Wut hingeben kann. Der Showdown mit den Entführern wird durch ein besonders großes Panel eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Die weiteren Reisen erhalten jeweils schöne Ausarbeitungen in Form von Landschaftsbildern oder auch amüsanten bis dramatischen Zwischenfällen, die die Familie erwarten. Dazu gehören unter anderem ein Zweikampf von Karen mit Hector, ein Turnier, bei dem Eisenherz gezwungen ist, seinen Gegner zu töten, und die Überquerung des Ärmelkanals. Vor allem letztere wird amüsant dargestellt, da Aleta sich - leicht grünlich - an die Reling klammert: "Der Ärmelkanal zeigt keinen Respekt vor dem kühnsten Kapitän oder der zartesten Königin. Früher oder später hängen sie alle über der Reling" (S. 2155).

Da in Thule Winter ist, wird am Ende des Bandes durch schneebedeckte Wälder und Berge hauptsächlich Winterlandschaft dargestellt. Schnee und Eis sind es auch, die die Hauptrolle spielen bei der angekündigten dramatischen Wendung.


Aufmachung des Comics
Der Band passt sich an die restliche Aufmachung der bei Bocola erscheinenden Eisenherz-Reihe an. Das braune Hardcover zeigt eine Übungsszene, bei der Eisenherz als Zuschauer an einer Wand lehnt. Für das Vorsatzpapier wird das große Bild genutzt, auf dem Karen mit Frauen und Kindern die Stadt vor Piraten zu schützen versucht. Die Rückseite zeigt wieder Schwert und Schild von Eisenherz.


Fazit
Eine wunderbare Vielfalt von Szenen erwartet den Leser bei der Lektüre. Kurz vor dem Ende gibt es eine tragische Wendung, doch die folgenden Szenen schüren die Neugier auf den nächsten Band.


5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Hal Foster Gesamtausgaben:
Band 12: Jahrgang 1959/1960
Band 13: Jahrgang 1961/1962
Band 14: Jahrgang 1963/1964
Band 15: Jahrgang 1965/1966
Band 16: Jahrgang 1967/1968
Band 17: Jahrgang 1969-1971

Foster & Murphy Jahre:
Band 1: Jahrgang 1971/1972
Band 2: Jahrgang 1973/1974
Band 3: Jahrgang 1975/1976

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