Smaller Default Larger

Es war die Nacht, in der sie glücklich sein wollte. Doch es wurde die Nacht, in der sie sterben sollte.
In der einen Minute gehörst du zu den beliebtesten Mädchen deiner Schule, bist mit dem heißesten Typen der Stadt zusammen und tanzt auf der coolsten Party des Jahres – in der anderen liegst du halbtot in einem dornigen Rosenstrauch. Du wachst auf und kannst dich an nichts erinnern.
So geht es der 16-jährigen Jane, die nach einem Unfall mit Fahrerflucht im Krankenhaus wach wird. Doch während der zahlreichen Besuche von der Familie und Freunden kommt die grausame Erinnerung zurück – Stück für Stück. Jemand wollte sie töten – aber wer?

 

Wer_schoen_sein_will_muss_sterben 

Originaltitel: Rosebush
Autor: Michele Jaffe
Übersetzer: Astrid Gravert
Verlag: Fischer FJB
Erschienen: 07/2011
ISBN: 978-3-8414-2120-3
Seitenzahl: 445 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Jane erwacht aus einem schrecklichen Alptraum und muss feststellen, dass sie schwer verletzt in einem Krankenhaus liegt. Sie kann sich nicht bewegen und fühlt auch nichts. Weder die Tränen ihrer Mutter noch die Berührungen der Schwestern auf der Intensivstation. An das, was geschehen ist, kann sie sich auch nicht erinnern. Mit der Hilfe einer Polizistin und ihren Freundinnen sowie Peter, dem Sohn des Klinikchefs, kann sie sich Stück für Stück wieder erinnern. Doch manche Teile passen einfach nicht zusammen. Warum sollte einer ihrer Freunde sie töten wollen? Und wieso verhalten sich ihre Freundinnen so merkwürdig? Als Jane begreift, dass sie noch immer nicht in Sicherheit ist und dass ihr ihre Mutter nicht glaubt, verzweifelt sie beinahe. Doch ausgerechnet der Mensch, den sie am wenigsten mag, ihr zukünftiger Stiefvater Joe, scheint ihr zu glauben und alles zu tun, damit Jane im Krankenhaus sicher ist. Nur wie einen weiteren Mordversuch verhindern, wenn man nicht weiß, wer Jane Böses will? Für Jane beginnen schreckliche Tage, in denen sie, betäubt durch Schmerzmittel, zwischen Hoffnung und Angst schwankt. Tage, in denen sie um ihr Überleben kämpft und dabei einen Kampf gegen die Zeit führt.


Stil und Sprache
Fast schon märchenhaft anmutende Beschreibungen hat Michele Jaffe in ihrem Schreib- als auch Sprachstil. In der erfrischenden Sprache der Jugend verfasst, ist hier in der Ich-Perspektive der Protagonistin Jane Freeman ein zeitloser Jugendthriller zu Papier gebracht worden, der mich an so manchen Stellen an meine eigene Jugend erinnert hat. Die Autorin hat es brillant verstanden, hier komische Elemente mit den Eigenschaften eines wirklich guten Thrillers (Spannung, tolle Effekte) zu kombinieren.

Gleich zu Beginn erfährt der Leser, durch Jane selbst, dass diese weiß, wer sie töten wollte, auch wenn Jane keinen Namen nennt. Auf den folgenden Seiten erlebt der Leser nun Szene für Szene - durch Jane und ihre Überlegungen sowie die Dialoge mit ihrer Familie, der Polizei und ihren Freunden - die Gegenwart im Krankenhaus sowie die Ereignisse, welche zu dem Unfall und Janes Krankenhausaufenthalt geführt haben. Dem Leser ist es auf diese Weise wunderbar möglich, sich seine eigenen Gedanken und Schlussfolgerungen zum Geschehen zu machen und Überlegungen darüber anzustellen, wer wohl Jane töten will. Denn eines ist sicher, Jane ist noch nicht aus der Schusslinie. Über insgesamt fünf Tage erstreckt sich der Thriller und es ist spannend, mitzuverfolgen, wie sich in dieser Zeit nicht nur Janes Gesundheitszustand ändert, sondern auch wie sie eine neue Liebe und neue Freunde findet.


Figuren
Michele Jaffe zeigt tiefgründige und sehr überzeugende Charaktere, die miteinander spielen, verwirren und menschliche Abgründe offenbaren, wie ich sie sonst nur von Figuren aus Erwachsenenthrillern kenne. Da wird intrigiert, Drogen in Getränke gemischt, mit ausgefeilter Technik Angst gemacht und ein paar Figuren landen sogar in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie der Klinik. Keine Frage, die Autorin zündet hier ein Feuerwerk seelischer Grausamkeiten, geschickt verpackt und hervorragend dargestellt. Als es irgendwann im Handlungsverlauf bei mir "Klick" machte und ich wusste, wer da Jane nach dem Leben trachtete, lief es mir kalt den Rücken hinunter. Ich war einerseits überrascht, andererseits über die Logik, die dahinter steckte, sehr begeistert.

Doch am meisten gefiel mir die Figur der Mutter von Jane – Rosalind Freeman. Stets perfekt frisiert und geschminkt, da weht nicht mal ein Haar im Wind, akkurat bis dorthinaus und so was von bemüht alles auf fröhlich, heiter und Sonnenschein zu halten – wie anstrengend muss das wohl sein. Doch sie hat mich fasziniert, hat mir irgendwie auch leid getan, wie sie darum bemüht war, das Richtige zu tun und dabei völlig vergaß, doch einfach nur eine liebevolle Mutter zu sein und ihrer verletzten Tochter aufmerksam zuzuhören, statt alles immer schönreden zu wollen. Sie hätte sich und ihrer Tochter eine Menge Leid ersparen können.


Aufmachung des Buches
Der Thriller ist vom Schutzumschlag her anders gestaltet, als man es sonst von einem Thriller optisch kennt. Hier ist nichts vorhanden, was nach Aufmerksamkeit schreit. Schön dezent, dafür aber ungewöhnlich ist die optische Gestaltung, die mich von Anfang an angesprochen hat. Schwarz gebunden aber ohne Lesezeichen, haben mich die schwarzen Striche am Buchkörper anfangs irritiert, bis ich dann entdeckte, dass einige Seiten, nämlich das Titelblatt (hier sind auf ganz individuelle Weise der Titel, der Übersetzer, die Autorin sowie der Verlag genannt) und die, die einen neuen Wochentag beginnen, mit einem floralen Muster bedruckt sind. Eine ausgesprochen schöne Idee.

Der Schutzumschlag ist in ruhigen matten Farben gehalten - einzig der Titel sticht durch die weiße mit einem unregelmäßigen Muster durchbrochene Schrift angenehm heraus. Angelehnt an den Originaltitel "Rosenbusch", sind vor matt rotem Hintergrund cremefarbene Rosen abgebildet. Eine auf der Coverseite unterhalb des Titels und eine zweite oben auf der Rückseite des Buches. Direkt darunter steht die Inhaltsangabe. Besonders kess finde ich den Abdruck des Lippenpaares auf dem Cover, der sowohl über dem Wort „Muss“ als auch neben dem Wort „Sterben“ erkennbar ist. Irgendwie gibt das der Optik einen besonderen Kick.


Fazit
Ein unglaublich spannender und raffinierter Jugendthriller, der mit einem überraschenden Ende aufwartet und seine Leser, egal ob alt oder jung, gleichermaßen begeistern wird. Absolut empfehlenswert.


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.dealt

Facebook-Seite

FB

Partnerprogramm

amazon

Mit einem Einkauf bei amazon über diesen Banner und die Links in unseren Rezensionen unterstützt du unsere Arbeit an der Leser-Welt. Vielen Dank dafür!

Für deinen Blog:

BlogLogo