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Nachdem Gabriel de León den Orden der Silberwächter verlassen hat, begibt er sich zusammen mit seiner mysteriösen Verbündeten Liathe auf die Suche nach dem Ursprung der Vampirherrschaft: Er soll den Gral zu einem Weisen des uralten Volks der Esani bringen, um zu erfahren, wann der Fluch begann – und wie er sich beenden lässt.

Doch verfolgt von den Kindern des Ewigen Königs und der Heiligen Inquisition, ist kein Schritt gefahrlos, denn Verrat lauert hinter jeder Ecke. Und dass Gabriel und seine Gefährten in einen Krieg hineingezogen werden, der seit Jahrhunderten in der Dunkelheit ausgefochten wird, verbessert ihre Erfolgsaussichten auch nicht gerade …

 

Das Reich der Verdammten 

Originaltitel: Empire of the Damned
Autor: Jay Kristoff
Übersetzer: Kirsten Borchardt
Verlag: Fischer Tor
Erschienen: Mai 2024
ISBN: 978-3596700424
Seitenzahl: 1.008 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Bei einem so seitenreichen Buch kratzt die obenstehende Verlagszusammenfassung natürlich nur an der Oberfläche. Aber mehr werde auch ich vom Inhalt nicht vorweg nehmen, denn Jay Kristoff bietet von Beginn an diverse Wendungen und Überraschungen für die Leser. Da lässt sich nur wenig zu "Das Reich der Verdammten" schreiben, was nicht einige dieser Wendungen schon vorwegnimmt.

Bei einem 1000 Seiten umfassenden ersten Band sollte sich die Frage eigentlich nicht stellen, aber zur Sicherheit sei es trotzdem erwähnt: man sollte natürlich unbedingt mit dem ersten Band starten und dann am besten gleich mit "Das Reich der Verdammten" weiter machen. Das Buch setzt den Auftakt hervorragend fort und bietet wieder beste Fantasy-Unterhaltung in einem ausgesprochen düsteren Setting. Die glitzernden, romantisierten Vampire sucht man noch immer vegebens in der Reihe, stattdessen findet man spannende Kämpfe, Jahrhunderte andauernde Kriege und jede Menge ausgesprochen düsteren Humor.


Stil und Sprache
Jay Kristoff eröffnet "Das Reich der Verdammten" mit einer Vorstellung der wichtigsten Charaktere und einiger Hintergründe zu ihrer Geschichte - diese Wiederholung hatte ich auch dringend nötig, denn nach fast einem Jahr Wartezeit auf Band zwei hatte ich doch so einiges vergessen. Danach kann man beruhigt in die Handlung einsteigen und wie bei Jay Kristoff gewohnt dauert es nicht lange, bis die Geschichte einen voll und ganz in den Bann geschlagen hat. Aus den wenigen Seiten, in die ich nur mal schnell reinlesen wollte, sind so direkt mehrere Kapitel geworden. Das Buch wieder aus der Hand zu legen fiel mir wirklich ausgesprochen schwer. Dem Autor gelingt es, die Spannung hoch zu halten und die kurzen Atempausen der Charaktere interessant genug zu gestalten, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Gefühlt vergingen die 1000 Seiten schneller als so manches 400 Seiten Fantasy-Buch. Die Handlung nimmt dabei diverse Wendungen und wie so oft sind Erholungspausen und Hoffnung für die Charaktere meist nur von kurzer Dauer. Auf den letzten Seiten wartet dann eine finale Enthüllung auf die Leser, sodass man den nächsten Band danach kaum erwarten kann. Großartig!

Ebenso überzeugend ist der Schreibstil. Jay Kristoff verfügt über einen herrlich dunklen Humor und der Wortwitz wurde von Kirsten Borchardt auch sehr gut übersetzt. Der Humor lockert die düsteren Szenen diesmal aber weniger auf als noch im ersten Band. Zartbesaitete Leser kann ich deswegen ein weiteres Mal nur warnen - das Buch ist nichts für schwache Nerven. Jay Kristoff beschreibt seine grausame Welt ausgesprochen blutig und detailliert. Auch die emotionalen Schläge, die die Charaktere einstecken müssen, sind durchaus heftig. Nichts davon ist unnötig grausam beschrieben, aber um die Härte der Welt spürbar zu machen, werden vom Autor sehr deutliche Worte gewählt. Wenn man sich darauf einlassen kann, ist die emotionale Achterbahnfahrt, die sich daraus ergibt, eine der beeindruckendsten Stärken des Buches.


Figuren
Das Charakter-Ensemble ist ein weiteres Mal groß und neben Gabriel kommt im Verlauf des Buches eine weitere Erzählperspektive dazu, die nochmal ganz neue Perspektiven auf die Charaktere ermöglicht. Grundsätzlich ist es Jay Kristoff wieder sehr gut gelungen, seine Figuren angemessen detailliert und sehr authentisch zu gestalten. Dass man bei all den Figuren zu keiner Zeit den Überblick verliert, liegt vor allem daran, dass er sie alle realistisch gestaltet und ihnen ihren Rollen angemessene Hintergrundgeschichten, Details und Emotionen verleiht. Von den wenigen Helden bis zu den zahlreichen Bösen sind so alle Charaktere gut nachvollziehbar und selbst ausgesprochen unmenschliche Handlungen werden erklärt, ohne entschuldigt zu werden.

Auf einzelne Charaktere möchte ich an dieser Stelle nicht wie sonst in Rezensionen näher eingehen, da schon die bloße Nennung von Lieblings-Figuren zu viel vorweg nehmen könnte. Immerhin schweben die Charaktere gefühlt ständig in Lebensgefahr und ich möchte auf keinen Fall spoilern, wer lange genug überlebt, um ein Favorit zu werden. Deswegen sei hier nur erwähnt, dass ich schon sehr gespannt bin, wie die überlebenden Figuren sich im weiteren Verlauf der Reihe entwickeln. Insbesondere die finale Enthüllung bietet da noch ausgesprochen spannendes Potential.


Aufmachung des Buches
Wie schon der erste Band ist auch "Das Reich der Verdammten" in einer wunderschönen Hardcover-Ausgabe erschienen. Den Schutzumschlag ziert eine detaillierte Zeichnung, die verschiedene Symbole und Orte aus der Handlung abbildet. Sowohl einzelne Elemente aus der Zeichnung als auch der Titel sind gold-schimmernd veredelt. Auf dem Hardcover selbst ist das Wappen der Esani - ebenfalls gold veredelt - eingeprägt. Im Buchinneren warten wieder verschiedene Karten auf den Leser, die unter anderem den Weg der Charaktere zeigen sowie den wichtigesten Handlungsort. Außerdem hat Bon Orthwick wieder zahlreiche Illustrationen beigesteuert - passend in die Geschichte eingefügt zeigen sie sowohl Charakterportraits als auch einzelne Szenen. Meine Aussage zum ersten Band kann ich auch für den zweiten nur bestätigen: Für diese tolle Aufmachung lohnt es sich, das schwere Hardcover zu lesen, statt zur eBook-Version zu greifen.


Fazit
Mit "Das Reich der Verdammten" hat Jay Kristoff einen zweiten Band geschrieben, der den hervorragenden ersten Teil sogar noch übertrifft. Unterhaltsam, grausam und einfach großartig von der ersten bis zur letzten Seite - genau so geht Fantasy! 


5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de oder deinem Buchhändler vor Ort

Backlist:
Band 1: Das Reich der Vampire

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