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Ileni ist der aufgehende Stern am Magierhimmel der Renegai – bis sie auf unerklärliche Weise ihre Kräfte verliert. Auf einmal gilt sie nichts mehr in ihrem Volk. Gemäß einem alten Abkommen wird sie deshalb alleine ins Höhlenreich der feindlichen Assassinen gesandt, um diese in Magie zu unterrichten. Ein Himmelfahrtskommando, wurden ihre beiden Vorgänger doch ermordet! Und Ileni hat kaum noch Zauberkraft, um sich zu verteidigen. Immerhin findet sie in dem gut aussehenden Assassinen Sorin einen unerwarteten Verbündeten. Doch dann kommt sie einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur, das alles erschüttert, woran sie je geglaubt hat – und steht vor einer tödlichen Entscheidung …

 

Die Magierin der Assassinen 

Originaltitel: Death Sworn
Autor: Leah Cypess
Übersetzer: Katja Theiß
Verlag: cbj
Erschienen: August 2015
ISBN: 978-3-570-40284-9
Seitenzahl: 352 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Ilenis Welt ist ein Scherbenhaufen und ihre verheißungsvolle Karriere bei den Magiern vorbei, als sich herausstellt, dass ihre Magie am Versiegen ist. Sie wird vom gefeierten Jungstar zu einer Verstoßenen ihres eigenen Volkes. Daher hat sich Ileni bereit erklärt, die neue Lehrerin der Assassinen zu werden und für den Hohen Rat herauszufinden, wer die letzten beiden entsandten Magier getötet hat. Doch Ileni weiß, ihr Tod ist nur eine Frage der Zeit und wenn ihre Magie versiegt ist, kann sie den Assassinen nichts entgegenhalten ...

Eine gelungene Mischung aus Thriller, Magie und einer Prise Liebesgeschichte, klaustrophobisch, mysteriös und spannend ausgearbeitet.


Stil und Sprache
Ohne große Vorbereitung wird man mitten in die Handlung hineingezogen, die zum größten Teil in der dritten Person aus Sicht von Ileni präsentiert wird. Die Perspektive wechselt jeweils für kurze Zeit zu Sorin, wobei er im Gegensatz zu Ileni weder Gedanken noch Erinnerungen preisgibt. Der Schreibstil ist flüssig und dem jugendlichen Leser ab 12 Jahren angepasst.

Eine düstere, bedrohliche Atmosphäre wird zu Beginn mit wenigen Sätzen aufgebaut und stetig gesteigert. Die Handlung befindet sich ausschließlich im Hier und Jetzt, im Inneren von dunklen, zerklüfteten Höhlen mit zahlreichen verzweigten Gängen, unerforschten Plätzen und ständig lauernden Gefahren. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, diese bedrückende Atmosphäre heraufzubeschwören und man meint beinahe die Gefahr zu spüren, die hinter jeder Ecke lauert. Leah Cypess jongliert mit nur wenigen Akteuren, kaum Hintergrundinformationen und auch die Figuren selbst öffnen sich nicht. Zu trauen ist da niemandem, was auch die zahlreichen unerwarteten Wendungen bestätigen. Die Spannung wird dadurch immer mehr in die Höhe getrieben, parallel auch zum Versiegen der schützenden Magie bei Ilena, und einige Hotspots sind eingebaut, die überzeugen. Das Ende präsentiert eine schreckliche Wahrheit, als sich die Fäden zum eigentlichen Plan zurückverfolgen lassen. Die Ereignisse überschlagen sich kurz und lassen den Leser gespannt auf den nächsten Band zurück.


Figuren
Ilena ist verzweifelt, fast gebrochen und zeigt doch eine innere Stärke aus Entschlossenheit und Wut. Zwar hat sie zu Beginn ihr Schicksal beinahe akzeptiert, sagt sich und Sorin, dass es ihr egal ist, ob sie lange lebt oder gleich stirbt, doch tief in ihr drin sitzt ein Überlebenswille, der sie auch große Risiken eingehen lässt, denn sie muss nicht nur das Geheimnis ihrer versiegenden Magie wahren sondern auch den Respekt der Assassinen gewinnen. Nur so kann sie überleben und ihren Wert für den Hohen Rat beweisen. Zwar kennt man nur Bruchstücke ihrer Vergangenheit, doch allein durch ihre Handlungen in der Höhle lernt man Ilena sehr gut kennen.

Sorin ist da eine andere Sache. Er wirkt ständig wie ein gespannter Bogen, kalt, emotionslos und absolut tödlich. Nur kurz blitzt jeweils ein Funke in seinen Augen auf, zeigt die Autorin seine Gefühle mittels schneller Reaktionen in der Körpersprache, die nur Ilena mit Zeit und Übung erkennen kann. Und doch zieht Sorin Sympathien auf sich, bleibt dabei aber völlig unberechenbar, gefährlich und mysteriös.

Die Nebenfiguren sind nicht sehr zahlreich. Das Magiervolk der Renegai und auch das Imperium bleibt ein vager Schatten, der Meister der Assassine eine Macht, die allwissend zu sein scheint und sämtliche Fäden im Hintergrund in den Händen hält. Einzelne Assassine werden mit Ecken und Kanten ausgestattet, sind aber entweder unsympathisch, überheblich oder einfach nur bedrohlich.


Aufmachung des Buches
Das düstere Cover und die Miene der jungen Frau spiegeln wunderbar die Handlung wider. Im Hintergrund ist eine zerklüftete, öde Landschaft zu sehen, die sich über den Buchrücken bis zur Rückseite weiterzieht. Lediglich die Inhaltsangabe ist dort mit weißer Schrift zu sehen. Eine gelungene Aufmachung des Taschenbuches.


Fazit
Ein verheißungsvoller Auftakt einer Serie, die noch viele weitere Geheimnisse verspricht. Düster, bedrohlich mit zwei starken Protagonisten ist der Roman ein spannender magischer Thriller mit einer Prise Liebesgeschichte. Sehr gelungen!


4 5 Sterne


Hinweise
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