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Was als harmlose Studienfahrt zu den historischen Stätten Schottlands beginnt, endet für die Studentin Susan in einer unerwarteten Zeitreise. Während der Besichtigung der Ruine von Crichton Castle stürzt sie in eine Bodenspalte und findet sich unversehens im Jahr 1766 wieder. Der charismatische Mann, dem sie in die Arme fällt, stellt sich ihr als Daniel MacFarlane vor. Er ist einer der drei legendären Highlander, dessen unglaubliche Geschichte man ihr noch vor wenigen Stunden als fantastische Legende erzählte. Mit Daniels Hilfe, viel Mut und einer gesunden Portion Galgenhumor macht sich Susan daran, sich mit ihrer neuen Situation anzufreunden, doch die MacFarlanes hüten ein dunkles Geheimnis. Sie sind samt und sonders Vampire – Seelen der Nacht. Ausgerechnet jetzt droht ihre Vergangenheit, sie einzuholen, und das bringt nicht nur die Brüder, sondern aus Susan in tödliche Gefahr.
 

Liebe ohne Morgen 

Autor: Gabriele Ketterl
Verlag: Bookshouse
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-9963-52-857-8
Seitenzahl: 343 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Die Studienreise durch das wunderschöne Schottland entwickelt sich für Susan von einem Moment auf den anderen zu einem Albtraum. Durch einen Riss in der Zeit stürzt sie in ein tiefes Loch und landet auf einem gefangenen Highlander in einer kalten Zelle im Verlies einer Burg. Noch bevor Susan die Situation richtig erfassen kann, sind die beiden ausgebrochen und auf der Flucht. Erst da wird ihr richtig bewusst, dass sie tatsächlich im Jahr 1766 gelandet ist und nicht nur das, Daniel MacFarlanes und seine beiden Brüder werden verfolgt und gejagt …

Dies ist weder ein typischer Vampirroman noch eine übliche Zeitreisegeschichte, zu speziell sind beide Teile miteinander vermischt. Entstanden ist eine ausgezeichnete Geschichte, in die man sich durch den etwas langen Start erst einfinden muss.


Stil und Sprache
Die Handlung und auch der Stil wird in zwei unterschiedlichen Teilen präsentiert: vor und nach dem Zeitsprung, der ziemlich lange auf sich warten lässt. Bei mir hat sich beim Lesen ein klein wenig Ungeduld breit gemacht, wartete ich doch immer auf den Moment, bei dem sich die beiden Protagonisten endlich begegnen.

Aber auch das erste Drittel ist sehr unterhaltsam. Man begleitet Su, wie sie sich nennt, zuerst zum Flughafen und dann während ihrer Studienreise durch Schottland. Die Reise selbst erlebt man einerseits durch die Perspektive von Su, andererseits durch die Auszüge aus dem Reisetagebuch, das eine andere Studentin aus Sicht der gesamten Reisegruppe laufend niederschreibt. Dazwischen sind Kapitel aus dem Jahr 1766 eingefügt, die in der dritten Person aus Sicht von Daniel und einigen wenigen Nebenfiguren geschrieben sind. Die Kapitel sind mit einer Ortsangabe versehen, beim Wechsel der Zeit ist das Datum ergänzt und beim Reisetagebuch ist die Information des Reisetages eingefügt. Ab dem Zeitpunkt der Zeitreise verbleibt die Handlung bei den beiden Protagonisten im Jahr 1766.

Es dauert lange bis Su in der Vergangenheit transportiert wurde. Dies wäre nach meiner Ansicht nicht unbedingt nötig gewesen, weder für die Handlung selbst noch für das Verständnis von Su als Protagonistin. Unterhaltsam sind die Passagen auf jeden Fall, man hat auch das Gefühl, Zaungast bei der Schottlandreise zu sein. Der Sprachstil ist flüssig und vermag die Umgebung bildhaft in Szene zu setzen. Die Emotionen sind ebenfalls ausgezeichnet gelungen, nur die ersten Reaktionen von Su im Burgverlies waren etwas flach.

Die Neugier wird im Prolog gesetzt und steigert sich zusammen mit der Spannung mit jedem Kapitel. Vor allem in der Vergangenheit werden die Wendungen unvorhersehbar, Gefahr verbirgt sich hinter jeder Ecke und Angriffe sowie Gefechte müssen ausgetragen werden. Der Showdown ist packend, der Schluss überraschend und lässt den Leser neugierig auf die Fortsetzung zurück.


Figuren
Die Protagonisten und Nebenfiguren zeigen alle sehr viele Facetten. Daniel und seine Brüder sind Vampire, aber alle drei sehr unterschiedliche Typen, was ausgezeichnet ausgearbeitet wurde. Auch die Nebenfiguren in der Vergangenheit, seien es Angestellte oder Lord Bothwell mit seinen Schergen, wurden überzeugend zu Papier gebracht, sodass man sich in der Vergangenheit heimisch fühlt. Sie alle haben Stärken und Schwächen, stehen für ihre Überzeugungen ein mit den entsprechenden Emotionen. Eine spezielle Figur ist Aiden, ein Zeitwanderer, dessen Vergangenheit und Fähigkeiten erst wenig offenbart wurden und auf seine zukünftige Rolle man sehr gespannt ist.

Nicht ganz so gut gefallen hat mir Su selbst. In der Gegenwart vor und während der Schottlandreise passt alles. Sie schafft es immer wieder, mitten im Chaos zu landen oder sich zu verspäten, wobei Su ihr freches Mundwerk oftmals retten kann. Aber sobald sie in die Vergangenheit fällt, nehme ich ihr die Rolle nicht restlos ab. Da ist einerseits die doch seichte Reaktion auf die Zeitreise selbst und die Existenz der Vampire. Andererseits sind die flapsigen Ausdrücke zwar gelungen, aber ich glaube nicht, dass eine Berlinerin solche Ausdrücke in Englisch kennt. Das würde nur aufgehen, wenn man überall nur eine Sprache sprechen oder Su ebenfalls aus dem englischsprachigen Raum stammen würde. Einzelne Gälische Wörter sind nämlich eingefügt, was die „Einsprachewelt“ zu Nichte macht. Ihre Gefühle gegenüber Daniel hingegen sind vortrefflich ausgearbeitet.


Aufmachung des Buches
Der Band ist mir zuerst wegen dem eigenwilligen Cover und der Bezeichnung „Highland Vampires“ aufgefallen. Viele Einzelheiten sind im Bild versteckt, teilweise erst auf den zweiten Blick wirklich erkennbar. Der Schriftzug Tyne verschwindet in den Hintergrund, da das Auge zuerst auf die klar sichtbare Frau im Vordergrund und danach auf den leicht verschwommenen Highlander samt Hintergrund gerichtet wird. Das Buch selbst hat dunklere Farben als das Verlagsbild, sodass weniger Einzelheiten auf den ersten Blick gut erkennbar sind. Die Rückseite zeigt das unklare Landschaftsbild eines Ufers mit Bergen und wolkenverhangenem Himmel. Die Inhaltsangabe ist in weißer Schrift zu sehen.


Fazit
Obwohl der lange Einstieg in die Zeitreisegeschichte ebenfalls fasziniert, dauert es doch zu lange bis zum Zeitsprung. Danach steigt die Spannung und die Handlung reißt den Leser immer mehr mit bis zum finalen Ende, das den Leser äußerst gespannt auf die Fortsetzung zurücklässt.


4 Sterne


Hinweise
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