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Kategorie: Fantasy, Mystery, Vampire

Aventurien – Kontinent der phantastischen Abenteuer, Land der Magie, der Gefahren und der Helden, erschaffen von einem Team namhafter Autoren und ausgebaut von Tausenden begeisterter Spieler. Aventurien ist der Schauplatz des bekanntesten deutschen Fantasy-Rollenspiels Das Schwarze Auge und Hintergrund der gleichnamigen Romanreihe, die Sie diese Welt noch unmittelbarer und plastischer erleben lässt.

Skalden genießen hohes Ansehen in Thorwal, denn sie bewahren und erzählen die Geschichte des Volkes. Südlich der Hjaldorberge gelten diejenigen als die besten Skalden, die auf Thures Tor ihr Handwerk gelernt haben. Auch Asbahk Waskirsson lässt sich dort ausbilden. Aber je mehr Legenden er kennen lernt, desto stärker werden seine Zweifel: Ist es ihm wirklich bestimmt, Skalde zu sein? Und wenn nicht - was erwartet ihn, wenn er nicht seinem Schicksal folgt?

 

Sieben Winde 

Autor: Matthias A. W. Ott
Verlag: Ulisses Medien und Spiel Distribution GmbH
Erschienen: Februar 2006
ISBN: 978-3890644615
Seitenzahl: 376 Seiten


Die Grundidee der Handlung

Skalde zu werden, das scheint von Geburt an Asbahks Bestimmung zu sein. Zu seiner Ottajara kommt dann auch "zufällig" kein Geringerer als Thure Hjalmarson vorbei und wird sein Pate. Nach der Reifeprüfung nimmt er Asbahk zu sich in die Lehre. Die ist lang und mühselig, aber Asbahk meistert alle Hürden. Zunächst einmal ist er nur ein guter (Rechts-) Gelehrter, aber ein Skalde ist mehr als das, und bis Asbahk weiß, ob er tatsächlich einer ist oder nicht, muss er noch einige Prüfungen und Abenteuer bestehen.

Dieser Roman ist Teil der Welt Aventurien, die die Basis darstellt für die Abenteuer des Rollenspiels Das schwarze Auge. Der Autor bringt dem Leser mit dieser Geschichte die Kultur der Thorwaler (entsprechen ungefähr den Wikingern) näher. Der Hintergrund ist gut wiedergegeben und kann als Informationsquelle zu diesem Volk gelesen werden, aber auch als gut eingewobene eigenständige Geschichte, für die man Das schwarze Auge nicht kennen muss. 


Stil und Sprache
Ein fiktiver anonymer Autor berichtet von Asbahk, der dazu neigt sich das Leben schwerer zu machen als notwendig, so der Erzähler, der ganz offensichtlich kein Thorwaler ist, denn sonst käme er gewiss zu einer anderen Einschätzung. Streng chronologisch wird von Asbahk berichtet - beginnend mit dessen Geburt bis zu seinen mittleren Jahren, wobei es förderlich gewesen wäre, dem Roman eine Zeittafel hinzuzufügen, denn manchmal fragt man sich, ob denn nun wirklich schon 3 Jahre seit einem bestimmten Ereignis vergangen sind, oder erst zwei. Sehr gemächlich schreiten die Jahre voran und man erfährt viel über die Thorwaler, ihre Herkunft, ihre Kultur und die aktuelle politische Lage. Kenner des Rollenspiels können Dank dieser Informationen die Geschichte zeitlich in die aventurische Historie einordnen, wirklich wichtig ist dies für die Handlung aber nicht. Wichtiger ist, und daraus bezieht der Roman seine Spannung, die innere Entwicklung, die Asbahk durchlebt, wie er vom vorgezeichneten Weg abkommt, sich selbst aber treu bleibt. Also keine der üblichen "Hau-drauf-Geschichten", sondern der sensibler Roman einer Selbstfindung.
Dazu passt auch die Sprache, die durchaus Ansprüche an den Leser stellt, und sich, großes Lob an den Autor, vom niveaulosen Einerlei vieler Fantasy-Erzählungen abhebt. Hier muss man konzentriert lesen und darf sich auch von Problemen philosophischer Art aufhalten lassen und nachdenken; man kommt erst gar nicht in Versuchung durch die Geschichte zu hetzen, denn es werden eher die stillen Momente geschildert, denn die actiongeladenen Geschehnisse, in die Asbahk natürlich auch verwickelt ist.

Es wird vieles im Laufe der Erzählung geklärt, aber nicht alles aufgeklärt; es bleiben lose Fäden, die Raum lassen für eigene Geschichten. Hoffentlich bleibt es dabei und es folgt keine Fortsetzung, denn damit würde dem Roman ein Teil seines Zaubers genommen werden. 


Figuren
In Aventurien herrscht Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen - Ausnahme das Volk der Novadi. Dennoch gibt es Kleinigkeiten, die Unterschiede aufzeigen, die aber bei den Thorwalern bereits überwunden sind. Insofern muss sich der unerfahrene Leser erst mal mit diesen Gegebenheit anfreunden und man erkennt, wie viel unserer Realität man (als Ballast?) in diese Welt mitbringt und wird vielleicht nachdenklich gestimmt.
Die Hauptfiguren, Asbahk und Thure, und ein Teil der Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet. Man kann sich die Männer und Frauen wunderbar vorstellen, vor allem auch, weil Klischees vermieden werden. Eine der Frauen umgibt ein Rätsel und sie selbst bleibt "unausgearbeitet", trotz des "Blinden Flecks" kann man sich ein Bild von ihr machen und damit zeigt der Autor sein Können. Einige Nebenfiguren erfüllen nur ihren Zweck als "Berufsgruppe" z.B. Magier oder Krieger. Ausgerechnet Iskir Ingibjarson, der "Letzte Hjaldinger", der hier zwar eine eher untergeordnete Rolle spielt, im zeitlichen Geschehen in Thorwal aber eine ziemliche große, bleibt sehr blass. Man weiß eigentlich gar nicht, wieso er als so charismatisch empfunden wird und wie es ihm gelingt, seine Anhänger um sich zu scharen. Da das Ende eine kleine Überraschung parat hält, lässt sich sogar über die Identität des eigentlich anonymen Erzählers der Rahmenhandlung spekulieren. 


Aufmachung des Buches
Das Cover des Taschenbuches zeigt einen bärtigen Mann, der Laute spielend brennende Flöße, die über das Wasser gleiten, beobachtet. Ein Verweis auf den Helden und den Inhalt. Das Bild ist in angenehm zurückhaltenden Farben gehalten, im Gegensatz zu den in diesem Genre häufigen grellen Bildern. Vervollständigt wird das Buch durch eine Übersichtskarte Aventuriens und einer Auflistung handelnder Personen, die man zu schätzen weiß angesichts der Fülle von Charakteren, die in der Erzählung vorkommen. 


Fazit
Ein Fantasy-Roman, der angenehm aus dem Rahmen fällt, weil er die Unreife, die vielen Fantasy-Romanen innewohnt, überwindet. Ganz klar Fantasy für LeserInnen, die mehr wollen als bloße Action. 


4 Sterne


Hinweise
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