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Jennifer Hauff klein


Jennifer Hauff veröffentlichte mit „Traumstimmen“ gerade ihren zweiten Roman im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag. Dieser versetzt den Leser in eine spannende Urban-Fantasy-Geschichte rund um die junge Hanna, die ein ganz besonderes Talent hat. Für die Leser-Welt nahm Jennifer Hauff sich die Zeit, um ein paar Fragen zu ihrem neusten Roman und dem Schreiben generell zu beantworten.


Hallo Frau Hauff, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen und Glückwunsch zur Veröffentlichung Ihres zweiten Romans. Können Sie unseren Lesern „Traumstimmen“ kurz vorstellen? Was zeichnet Ihren Roman aus?

Vielen Dank! Ich freue mich auf das Interview.

„Traumstimmen“ ist die Geschichte der 17jährigen Hanna, die im Traum mit einer fremden Stimme spricht und schließlich herausfindet, dass eine Verstorbene ihre Hilfe braucht, um im Diesseits etwas Wichtiges zu klären. Ich würde sagen, mein Buch entführt den Leser in eine andere Wirklichkeit. Der bewusste Umgang mit dem Thema Tod und die fantastischen Vorstellungen was danach kommen könnte, zeichnen meinen Roman aus.


Hanna ist die Protagonistin Ihres Romans, eine an sich ganz normale Jugendliche, die ein schweres Schicksal zu tragen hat. Erkennen Sie sich selbst in dieser Figur wieder und wie viel von Ihnen steckt in Ihren Charakteren?

Mein erster Roman „Herzverwandt“, den ich gemeinsam mit meiner jüngeren Schwester Jessica geschrieben habe, hatte sicherlich mehr autobiographische Züge als „Traumstimmen“. Auch wenn ich nicht direkt sagen kann, dass ich mich in Hanna wiedererkenne,  steckt in jeder meiner Figuren immer ein großes Stück von mir selbst und von Menschen in meinem Umfeld.


Ihre Handlung ist voller weiterer, liebenswürdiger Charaktere, die Hanna auf ihrem schwierigen Weg begleiten. Waren Ihnen all diese Charaktere von vorneherein bewusst oder hatten Sie zuerst die Handlung im Kopf? Gibt es reale Vorbilder für Joshua, Frau Martin und Co.?

Sowohl, als auch. Die Handlung stand als erstes fest. Aber auch alle Charaktere waren bereits vor dem Schreiben geplant. Jedoch haben sich viele von ihnen in ganz andere Richtungen entwickelt, als ich es anfänglich beabsichtigt hatte.  Gerade durch diese Veränderungen, sind mir meine Figuren letzten Endes so ans Herz gewachsen. Für die beiden Jungs in meinem Buch und Hannas Zerrissenheit gab es genauso reale Vorbilder, wie für Caro und Frau Martin.


Sie sprechen mit Hannas Geschichte ein sehr schwieriges Thema an, behandeln sowohl den Umgang mit dem Sterben als auch die psychologische Behandlung und ihre Tabuisierung in unserer Gesellschaft. Was hat Sie zu diesem Thema motiviert und woher kam Ihre Inspiration?

Inspiriert wurde ich durch ein Gespräch mit meiner Mutter. Dabei entstand die Idee, Verstorbene könnten in unseren Träumen Kontakt zu uns aufnehmen.

Da Hanna im Traum mit einer fremden Stimme spricht und dies dem allgemeinen Verständnis nach nicht realistisch ist, wird Hanna zu einer Therapie geschickt. Menschen jeden Alters können mit Problemen zu kämpfen haben, die sie allein nur schwer bewältigen können. Leider spricht man über psychologische Probleme eher ungern. Ich persönlich empfinde es als erschreckend, wie viele Menschen sich dafür schämen, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. In meinen Augen ist es äußerst mutig, sich mit den eigenen Problemen auseinander zu setzen und sich professionellen Beistand zu suchen.

Ich beschäftige mich in „Traumstimmen“ mit dem Sterben, weil der Tod für viele Menschen ein unangenehmes Thema ist. Die meisten haben Angst davor, weil niemand wissen kann, wann und wie das eigene Leben zu Ende geht. Und ob danach etwas kommt, und wenn ja, was? Trotzdem kann keiner von uns dem Tod entrinnen. Meiner Meinung nach macht das unser Leben erst zu etwas Besonderem.


Auch wenn die Handlung von „Traumstimmen“ abgeschlossen ist, gibt es durchaus Potential für weitere Geschichten rund um Hanna und ihre Begabung. Sind weitere Teile geplant?

Ich hätte zwar viele, tolle Ideen für eine Fortsetzung, aber im Augenblick sind keine weiteren Teile geplant.


Sowohl „Traumstimmen“ als auch ihr erster Roman gehören zum Genre Urban-Fantasy. Was fasziniert Sie gerade an diesem Genre und könnten Sie sich auch vorstellen, einen Roman in einem ganz anderen Bereich zu schreiben?

Für mich ist das Schreiben von Urban-Fantasy-Texten so faszinierend, weil man den Leser in eine andere Wirklichkeit entführen kann, die aber noch genug Schnittpunkte mit unserer Realität aufweist. Dass ich in meinen Geschichten die Grenze zwischen Normalität und Außergewöhnlichem verwischen kann, macht mir unglaublichen Spaß. Trotzdem gehört die Geschichte, die momentan in meinem Kopf herum spukt, in einen ganz anderen Bereich.


Ihren vorherigen Roman, „Herzverwandt“, haben Sie mit Ihrer Schwester Jessica gemeinsam verfasst. War es eine große Umstellung „Traumstimmen“ alleine zu schreiben, inwiefern unterschied sich da Ihre Vorgehensweise?

Erst durch die Zusammenarbeit mit meiner Schwester ist mir das Schreiben so enorm wichtig geworden. Wir hatten so viel Spaß mit „Herzverwandt“ und es war wunderbar, sich während des Schreibens jederzeit gegenseitig Feedback geben zu können. Meine Schwester hatte nach „Herzverwandt“ wegen ihres Abiturs allerdings nur noch wenig Zeit. Für mich war aber klar, dass ich weiterschreiben möchte. Dann kam mir die Idee zu „Traumstimmen“ und sofort legte ich los.

Es ist natürlich etwas vollkommen anderes, allein zu schreiben. Trotzdem bleibt es ein genauso wunderbares Gefühl, die eigenen Ideen ausbauen und in einem Buch verarbeiten zu können.


Sie sind nicht hauptberuflich als Schriftstellerin tätig, sondern arbeiten als Rezeptionistin in einem Industrieunternehmen. Wie bringen Sie neben der Arbeit und dem Alltag noch das Schreiben unter? Haben Sie besondere Tricks, um sich nach einem anstrengenden Arbeitstag noch zu motivieren?

Um konzentriert schreiben zu können brauche ich viel Zeit. Mit meinem Vollzeitjob war mir das leider nicht mehr möglich. Für „Traumstimmen“ habe ich viele Nächte durchgemacht. Darum habe ich mir für 2014 vorgenommen, mehr Zeit für das Schreiben zu haben. Mit einem Teilzeitjob und vielen neuen Ideen, starte ich nun frisch in ein ganz neues Leben.


Können Sie uns schon etwas über Ihre zukünftigen Projekte verraten?

Zurzeit arbeite ich an einem völlig anderen Projekt: Mein nächstes Buch soll ein Psycho-Thriller werden. Allerdings wieder mit vielen Mystery-Elementen. Dem Fantastischen kann ich mich also auch in Zukunft nicht entziehen.


Die abschließende Frage richtet sich an Sie als Leserin: Welches Buch befindet sich gerade auf Ihrem Nachtschrank?

„Der Nachtwandler“ von Sebastian Fitzek.

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