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'Wie weit würdest Du gehen?'

Der talentierte, aber kommerziell erfolglose Maler Henryk Grigore erhält den Auftrag, ein Vermeer-Gemälde für die attraktive und wohlhabende Kunstsammlerin Martha Haussen zu fälschen - ein Ausweg aus seinen drängenden finanziellen Problemen.
Henryk verliebt sich in Martha und verliert sich in einer Affäre mit ihr. Kurz nachdem er ihr Gesicht im Gemälde verewigt, kommt sie bei einem mysteriösen Verkehrsunfall ums Leben.
Monate später entdeckt er seine Fälschung auf einer Ausstellung, deklariert als Jahrhunderte altes Original von unschätzbarem Wert. Helene, die junge Frau des neuen Besitzers, weist eine frappierende Ähnlichkeit mit Martha auf und zieht Henryk in einen Abgrund verbotener Leidenschaften …

 

Die dunklen Farben des Lichts 

Autor: Andrea Gunschera
Verlag: selbst verlegt
Erschienen: 12.08.2012
ASIN: B008X2Q330
Seitenzahl: 268 Seiten

Hier geht’s zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Der Maler Henryk versucht sich mit seiner Kunst irgendwie über Wasser zu halten, was allerdings mehr schlecht als recht gelingt. Durch seinen ehemaligen Dozenten Lauwaert kommt er mit dem Galeristen Paul Verhoeven in Kontakt, der eine Ausstellung für Henryks Bilder organisiert. Diese stellt sich als Flop heraus, doch stattdessen ergibt sich ein Angebot, dass Henryks finanzielle Lage deutlich aufbessern würde: Er soll einen Vermeer malen, und zwar keinen bereits existierenden kopieren, sondern einen ganz neuen schaffen, der auch einer Überprüfung auf Echtheit standhalten würde. Zunächst windet Henryk sich, doch da das Bild rein für den Privatgebrauch gedacht ist, lässt er sich schließlich breit schlagen. Dass sich dadurch sein ganzes Leben ändern wird, hat er allerdings nicht erwartet. Intrigen, Tod und Verzweiflung begleiten ihn fortan und drohen ihn zu zerstören.

Andrea Gunschera hat "Die dunklen Farben des Lichts" schon vor einigen Jahren geschrieben, doch da sich das Buch sträubt, einem bestimmten Genre zugeordnet zu werden, wollte kein Verlag das Risiko eingehen, dieses zu veröffentlichen. Nun hat sich die Autorin dazu entschlossen, das Werk selbst als eBook auf den Markt zu bringen und beschert ihren Lesern damit eine unterhaltsame, kurzweilige Lektüre, die in die Abgründe des Künstlerlebens Einblick gewährt.

"Nirgends stand geschrieben, aus welchem Stoff Träume bestehen müssen. Dieser hier war eben aus Farbe und Leinwand gemacht."


Stil und Sprache
Henryk führt den Leser in der dritten Person durch die atmosphärisch dicht geschriebene Geschichte. Diese entwickelt sich aus dem exzentrischem und zurückhaltenden Charakter der Hauptfigur heraus, denn es ist vor allem seine unsichere und doch nach Bestätigung dürstende Art, die die Handlung voran treibt. Auf detailreiches, aber interessant wiedergegebenes Hintergrundwissen rund um die Malerei sollte sich der Leser einstellen, langweilig wird es dennoch nicht. Man spürt, dass sich die Autorin mit dieser Thematik intensiv auseinander gesetzt hat und so gelingt es ihr, das Interesse des Lesers auch in den Szenen aufrecht zu erhalten, in denen kaum etwas geschieht. Es ist spannend zu beobachten, wie Henryk sich aus seinem heruntergekommenen Leben aufbäumt, um dieses dann Stück für Stück zerbrechen zu sehen.

Mit warmen, zarten Worten zeichnet Andrea Gunschera Bilder vor dem inneren Auge des Lesers. Man meint, Henryks Liebe zum Detail selbst spüren zu können, sieht ihn sorgfältig Pinselstrich für Pinselstrich an einem Kunstwerk arbeiten. Lediglich einige fehlende Buchstaben und nicht ganz glatte Sätze lassen den Leser zwischendurch aufmerken. Wahrscheinlich sind diese kleinen Stolpersteine der Überarbeitung für die eBook-Ausgabe geschuldet.


Figuren
Diese Geschichte begnügt sich mit einigen wenigen Figuren, die überaus lebendig erscheinen. Henryk Grigore, die Hauptfigur, ist ein exzentrischer Maler, mit dem der Leser erst ein wenig Zeit verbringen muss, um ihn wenn auch nicht lieben, so doch zumindest schätzen zu lernen. Es ist erstaunlich, wie die Autorin sich eine dem Grunde nach eher unsympathische Figur ins Herz des Lesers schleichen lässt, sodass man letztendlich mit ihm hofft, bangt und leidet.
Der Galerist Paul Verhoeven hingegen ist und bleibt bis zum Ende eine unsympathische, geldgierige und skrupellose Figur. Neben diesen beiden gibt es noch einige wenige andere Figuren, die eine wichtige Rolle spielen, wie zum Beispiel Martha Haussen, die - während Henryk bei ihr nach und nach auftaut - dem Leser weitestgehend fremd bleibt. Aber auch Helene und Peter Baeskens tragen entscheidend zu Henryks Veränderung bei.


Aufmachung des Buches
"Die dunklen Farben des Lichts" ist ausschließlich als eBook erhältlich. Die Covergestaltung hat die Autorin selbst in die Hand genommen und ist überaus ansprechend.


Fazit
Ein zurückhaltender, spannender Roman, der nachdenklich macht. Ein Buch der leisen Töne, das den Leser dennoch packt.


4 Sterne


Hinweise
Dieses eBook kaufen bei: amazon.de

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