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Als der reinrassige Vampir Jonas Baker seine wohlhabende Familie nach hundert Jahren der Einsamkeit auf der Beerdigung seines Vaters wiedertrifft, verlangt der Clan Unmögliches von ihm: Nicht nur soll er den Baker-Konzern führen, man erwartet obendrein, dass er eine Reinblüterin ehelicht.
Doch Jonas hat nicht vor, sich einer Legende oder seiner Familie zu beugen, so setzt er als Erstes alles daran, die mysteriöse Todesursache seines Vaters aufzuklären und den Mörder zu stellen. Dabei begegnet er der Pilotin Cira, die mit dem Tod seines Vaters verwoben zu sein scheint.
Als ein mächtiger Nephilim nach ihrem Leben trachtet, vereitelt Jonas den Angriff und kommt ihr dabei gefährlich nah …


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Autor: Stephanie Madea
Verlag: Sieben Verlag
Erschienen: Juli 2011
ISBN: 978-3-941547-35-3
Seitenzahl: 247 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Nach rund hundert Jahren führt ausgerechnet der Tod des Familienoberhauptes Mutter und Brüder wieder zueinander. Unter mysteriösen Umständen verstarb Diandro Baker. Grund genug für Jonas Baker, die selbst erwählte Abgeschiedenheit der russischen Wälder aufzugeben, um nach San Francisco zurückzukehren. Nach der Beisetzung des Vaters, obliegt es ihm, ein Millionenerbe anzutreten und die Führung des Pharmakonzerns zu übernehmen. Auf Wunsch des Vaters soll er zudem eine ewig währende Verbindung mit einer reinblütigen Vampirin eingehen, um eine alte Legende zu besiegeln. Als Erstgeborener entstehen ihm Rechte und Pflichten, die auf wenig Gegenliebe stoßen. Sein Interesse besteht in erster Linie darin, den Mörder Diandros zu stellen.
Vampire und andere Wesen geben sich in der Regel den Menschen gegenüber nicht zu erkennen und mischen sich ebenso wenig in deren Angelegenheiten ein. Als jedoch die Pilotin seines Flugs nach Dallas in ernsthafte Gefahr gerät, bricht Jonas mit den strengen Regeln des Rates der Fürsten und rettet ihr und allen weiteren Passagieren kurzerhand das Leben. Es soll nicht die einzige Gelegenheit bleiben, Cira Anderson Hilfe in der Not zu bieten. Zwischen den beiden besteht eine ungeheure, scheinbar magische Anziehungskraft, die nicht allein auf Äußerlichkeiten beruht. Selbst den Urteilsspruch der Fürsten, den Menschen mit Ausnahme zu Nahrungszwecken fernzubleiben, scheint diese Verbindung außer Kraft zu setzen. Jonas ist es möglich, Cira vorerst aus der Schusslinie ihres Verfolgers zu bringen. Entgegen aller Vorsicht kommen sie sich näher. Unterdessen wappnet sich ein skrupelloser Dämon, seine Ziele zu verfolgen. Das Böse ruht nicht. So bleibt die Gefahr allgegenwärtig. Mit einer Rekapitulation der Ereignisse und Ursachenforschung versucht Jonas den Ereignissen auf den Grund zu gehen. Doch plötzlich ist er verschwunden und auch Cira wird kurze Zeit später entführt …


Stil und Sprache
Stephanie Madea alias Stephanie Bösel veröffentlicht mit „Sklave des Blutes“ ihren ersten Roman im Sektor der Paranormal Romance. Der Sternenhimmel ihrer Wahlheimat Zypern inspirierte sie zu der Trilogie „Night Sky“, deren Auftaktband eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählt und zudem eine aufregende Rahmenhandlung initiiert. Vierundzwanzig Kapitel, gekennzeichnet durch Tagesdaten, führen aus wechselnden Perspektiven durch das Geschehen. In dritter Person Singular folgt der Leser Jonas`, Ciras, Amys und Alexanders Blickwinkel, in erster Person Singular unterhält sich ein gefährlicher Dämon direkt mit ihm. Zu Beginn des Romans folgen diverse Szenen rasant aufeinander. Die Vorkommnisse versprechen Spannung und transportieren intensive Emotionen. Charaktere und Umstände wecken Interesse.

Das erste Aufeinandertreffen der Hauptfiguren lässt nicht lange auf sich warten, ist jedoch nur von kurzer Dauer. Dennoch würzt die Autorin die Situation mit magischer Leidenschaft. Der Zauber des Moments kann unmöglich alles gewesen sein. So ist es nicht verwunderlich, dass beiderseits Spekulationen und Gedanken um den jeweils anderen kreisen. Währenddessen bieten sich dem Leser häppchenweise weitere Informationen zu Familie, Freunden und die Vergangenheit. Humorvolle Akzente setzen die Äußerungen des unberechenbaren Dämons.
Diverse Handlungsstränge fesseln im Folgenden das Auge des Betrachters. Das Tempo der Ereignisse ist ebenso wie der sprachliche Ausdruck und die Umgangsformen Umgebung und Akteuren angepasst. Eine Vielzahl unterschiedlicher Wesen sind in die Geschichte um Versuchung und Leidenschaft, Action und Gefahr, sowie Liebe und Hass eingebettet. Nicht alle bleiben von den Menschen unerkannt. Die Autorin macht sich diesen Umstand zunutze, geheimnisvolle, spannende Momente zu kreieren. Großen Wert legt sie insbesondere auf die Ausarbeitung der Paarung Jonas und Cira. Gefühlschaos, Intimitäten, aber auch Unausgesprochenes untermalen das Geschehen. Es prickelt und knistert! Doch die Bedrohung holt den Leser alsbald auf den Boden der Tatsachen zurück. Zum Abschluss des Romans klären sich offene Fragen, dennoch bleibt die Neugier, wie sich die übergreifende Handlung im zweiten Band „Schwur des Blutes“ im Frühjahr 2012 fortsetzt.


Figuren
„Sklave des Blutes“ konzentriert sich vornehmlich auf Jonas Baker und Cira Anderson. Jonas stammt aus einer altehrwürdigen Familie, die großen Wert auf Traditionen und Prestige legt. Er wiederum legt wenig Wert auf ihre Gesellschaft und bevorzugt die Einsamkeit und Abgeschiedenheit der Wälder Russlands. Lediglich zu Nahrungszwecken sucht er die Nähe zur Zivilisation. Jonas ist auf das Blut der Menschen angewiesen. Er ist ein Vampir, von Stephanie Madea als eindrucksvolle, attraktive Gestalt beschrieben. Nach dem Tod seines Vaters sind die Erwartungen an ihn als Erstgeborenen eindeutig. Ein Dasein, das nicht im Geringsten seinen Interessen und Neigungen entspricht, was er unmissverständlich zu Worte bringt. Weder möchte er den Führungsposten des Familienunternehmens bekleiden, noch glaubt er an jene Legende, die vorschreibt, an wessen Seite er fortan seine Pflichten zu erfüllen hat.
Cira Anderson fasziniert ihn nach anfänglichem Zögern hingegen sehr. Sie ist nicht die Frau, die seitens seiner Familie für ihn vorgesehen ist. Doch das Schicksal führt die beiden unaufhaltsam zusammen. Als Retter in der Not hilft Jonas ihr aus allerlei Bedrängnissen. Cira ist das auserkorene Ziel eines Dämons. Genauer gesagt einer sechshundertfünfzig Jahre alten Dämonin, die sich selbst Lilith nennt und sich nichts sehnlicher wünscht, als einen eigenen Körper zu besitzen. Ihr Sarkasmus, flotte Sprüche und der umgangssprachliche Ton bieten willkommene Abwechslung zu den leidenschaftlichen Szenen von Haupt- und Nebenfiguren. Lilith verfolgt nicht nur die Aufgabe ihres mysteriösen Auftraggebers Nephilim, sie setzt vielmehr ihre eigenen Pläne um. Ihr Auftauchen bereichert die Handlung ungemein.
Jonas' Bruder Alexander und dessen Geliebte Josephine spielen ebenso wichtige Nebenrollen wie Ciras beste Freundin Amy Evans und Jonas' treuer Artgenosse Ny´lane Bavarro.

Die Autorin verleiht allen tragenden Rollen Tiefe und geizt nicht mit Emotionen!


Aufmachung des Buches
Mit „Sklave des Blutes“ erscheint der erste Band der Trilogie „Night Sky“ im Sieben Verlag. Die optische Gestaltung der großformatigen Broschur übernahm Andrea Gunschera. In Anlehnung an die Hauptprotagonisten Cira Anderson und Jonas Baker, zeigt das Motiv eine zarte Blondine und einen kühlen Dunkelhaarigen mit grünen Augen und rot verschmierten Fingerspitzen. Zweifelsohne ein Vampir. Im Hintergrund erhellen zahlreiche Fenster diverser Wolkenkratzer das düster gehaltene Cover. Eine ausführliche Inhaltsbeschreibung auf der Rückseite weckt das Interesse potenzieller Leser. Auch hier findet sich im Hintergrund besagtes Großstadtflair.


Fazit
Romantisch, spannend, abwechslungsreich! „Sklave des Blutes“ ist der vielversprechende Auftakt zur Trilogie „Night Sky“. Während sich eine sternenklare Hintergrundgeschichte wie ein roter Faden durch alle drei Bände zieht, konzentriert sich Stephanie Madea in der vorliegenden Teilgeschichte auf die Paarung Cira Anderson und Jonas Baker. Den Leser erwarten geballte Liebe, Lust und Leidenschaft, umgeben von interessanten Gefahren, abenteuerlicher Action und überraschenden Erkenntnissen aus Vergangenheit und Gegenwart. Verschiedene Wesen treten in Erscheinung, das Geschehen ist temporeich, die Emotionen sind vielfältig – die Autorin hat sich allerhand einfallen lassen. Wechselnde Perspektiven und der flüssige Schreibstil sorgen für gute Unterhaltung.


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Hinweise
Rezension von Patricia Merkel
Herzlichen Dank an den Sieben Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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