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Buchhorn am Bodensee im 10. Jahrhundert. Als der Imker Dietger ermordet wird, gerät seine Frau Isentrud unter Verdacht. Wulfhard, ihr heimlicher Geliebter, bittet den St. Gallener Benediktinermönch Eckhard um Hilfe. Dabei plagen diesen bereits andere Sorgen: Ein Ordensbruder, der Reliquien für das Michaelskloster auf dem Heidelberger Heiligenberg erwerben sollte, ist auf seiner Reise verschwunden. Seine Spur verliert sich in Bregenz.
Eckhard macht sich zunächst auf die Suche nach dem verschollenen Mönch. In Bregenz findet er jedoch heraus, dass es eine Verbindung zwischen den beiden Fällen gibt.

 

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Autor: Birgist Erwin und Ulrich Buchhorn
Verlag: Gmeiner
Erschienen: 7. März 2011
ISBN: 978-3839211434
Seitenzahl: 365 Seiten


Die Grundidee der Handlung

Dies ist der dritte Band mit dem ermittelnden Benediktinermönch Eckhard. Wulfhard, neben Eckhard der Hauptdarsteller in diesem Buch, ist Stallmeister des Grafen von Buchhorn. Isentrud ist mit dem gewalttätigen Dietger verheiratet und hat sich in Wulfhard verliebt. Als dieser sie in ihrem Haus aufsuchen will, findet er sie neben dem toten Dietgar. Bevor Isentrud und Wulfhard miteinander sprechen können, hören sie Leute kommen und Wulfhard muss fliehen. Es bleibt keine Zeit für ein längeres Gespräch und so weiß er nicht, ob seine Geliebte nun auch zur Mörderin geworden ist, verspricht ihr aber noch, sein möglichstes zu tun, um ihr zu helfen. Wulfhard macht sich auf zu Eckhard, um ihn um Unterstützung zu bitten, nicht wissend, dass inzwischen schon er selbst als Hauptverdächtiger gilt.


Stil und Sprache
Schon im ersten Satz ist man mit dem Mord konfrontiert: „Dietgar lag reglos unter dem kleinen Fenster, und das Sonnenlicht malte fröhliche Flecken in das, was von seinem Gesicht übrig geblieben war …“ Die Autoren lassen dem Leser keine Zeit sich sukzessive in das Geschehen einzufinden, sondern geben schon mit den ersten Worten ein enormes Tempo vor. Eine glatte, schnörkellose Sprache fokussiert das Geschehen und zieht den Leser mit, um ihn bis zum Schluss nicht mehr loszulassen. Man beobachtet als Zaungast die Ereignisse, schwenkt zu verschiedenen Schauplätzen und ist damit meist im Vorteil gegenüber den Figuren. Die meiste Zeit jedoch begleitet man Wulfhard.

Zweifelsfrei von Vorteil ist der Leser, der bereits die ersten beiden Bände gelesen hat, da dieser die Figuren kennt und um deren „Vergangenheit“ Bescheid weiß. Zwar hat das Autorenduo versucht, diesen dritten Teil so zu erzählen, dass man ihn als eigenständiges Buch lesen kann, flicht aber dennoch geschickt Anspielungen auf die Vergangenheit Wulfs oder auch Eckhards mit ein, die dem Leser suggerieren auch die ersten beiden Teile zu lesen, um über alles Kenntnis zu haben.

Der Spannungsbogen bleibt immens straff und oft bekommt man fast das Gefühl, dieser könne reißen, so peitschen Erwin und Buchhorn den Leser durchs Geschehen, und obwohl es jede Menge Schauplätze und Figuren gibt, bleibt alles übersichtlich und klar. Das Geheimnis, wer denn nun wirklich für all die Morde – Dietgar ist nicht alleine das Opfer -  verantwortlich ist, wird natürlich erst am Schluss gelüftet und dies ist gleichzeitig auch der Wermutstropfen des Buches, denn so ganz schlüssig und klar will einem das nicht erscheinen.


Figuren
Die Figuren – und derer gibt es im Buch jede Menge – sind die Stärke der Autoren. Wulfhard ist nicht der „Strahleheld“, der perfekt aussieht, grundehrlich und natürlich auch der stärkste Kämpfer ist, sondern hat durchaus seine mehr oder weniger groben Makel. Ebenso hadert Eckhard mit seinem Schicksal und ist bei weitem nicht der perfekte Mönch. Und Isentrud ist auch nicht die übernatürliche Schönheit, sondern schlichtweg eine Frau, in die sich ein Mann ganz einfach verlieben kann.
Generell sind alle Figuren behutsam und mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, haben ihre Schwächen, ihre Kanten, aber auch ihre sympathischen und gewinnenden Seiten. Jedem Darsteller, nicht nur den Protagonisten, sondern auch allen Nebenfiguren wie Hannes der Wirt, Geralds (Wulfhards Freund) Frau Fridrun oder der undurchsichtige Hunfried, sind äußerst glaubwürdig geschaffen.


Aufmachung des Buches
Eine für den Gmeiner-Verlag typisch schöne Taschenbuchausgabe. Als Covermotiv wurde ein Ausschnitt vom Bild die Hl. Magdalena und Stifterin vom Künstler Meister von Moulins aus dem 15. Jahrhundet ausgewählt. Das Buch ist in zwölf Kapitel eingeteilt und am Schluss findet sich noch ein selten ausführliches und äußerst interessantes Nachwort. Ein dem Covermotiv angepasstes Lesezeichen rundet – wie alle Ausgaben von Gmeiner – auch dieses schöne Buch ab.


Fazit
Zweifellos ein spannender Krimi, der den Leser von Beginn an fesselt und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Aufgrund der kompakten und flüssigen Erzählung und den gut gelungenen Figuren, kann man über die kleinen Schwächen bei der Auflösung des Falles  hinwegsehen. Ein historischer Krimi, der kurzweilige Stunden beschert.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.dealt

Backlist:
Fall 1: Die Herrin von Buchhorn
Fall 2: Die Gauklerin von Buchhorn

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