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Ende des 19. Jahrhunderts: Glücklich und voller Hoffnung brechen Lore und Fridolin nach Berlin auf. Hier tritt Fridolin einen bedeutenden Posten in einem Bankhaus an, und Lore erfüllt sich ihren großen Traum, mit ihrer Freundin einen Modesalon zu eröffnen. Doch bald muss sie erkennen, dass sie von den Damen der Gesellschaft geschnitten, ja dass ganz offensichtlich gegen sie intrigiert wird. Dann beginnt es auch noch in ihrer scheinbar so glücklichen Ehe zu kriseln, denn Fridolin hat eine alte Bekannte wieder getroffen - die Besitzerin des Edelbordells Le Plaisir …

 

Aprilgewitter 

Autor: Iny Lorentz
Verlag: Droemer/ Knaur-Verlag
Erschienen: 01. Juli 2010
ISBN: 978-3426504147
Seitenzahl: 720 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
"Aprilgewitter" ist Iny Lorentz‘ neuer Roman und die Fortsetzung ihres Bestsellers "Dezembersturm". Sie führt die Protagonistin Lore Huppach und damit auch uns Leser ins Berlin Ende des 19. Jahrhunderts. Lore und Fridolin wollen in der großen Stadt Berlin glücklich werden. Fridolin findet schnell Arbeit in einem sehr bedeutenden Bankhaus, das Herrn Grünfelder gehört, ebenso kann sich Lore zusammen mit ihrer Freundin Mary ihren großen Traum von einem Modesalon erfüllen. Es scheint alles perfekt zu sein und einem glücklichen Leben in der Stadt nichts im Wege zu stehen. Doch wird Lore von der Berliner Damengesellschaft nicht akzeptiert, ignoriert und findet keinen Anschluss. Hinzu kommt, dass Gerüchte und Behauptungen in die Welt gesetzt werden, die ihr Selbstbewusstsein und die innige Beziehung zu Fridolin schmälert. Doch was ist an den Gerüchten überhaupt dran und wer hat sie in die Welt gesetzt? Bevor Lore das herausfinden kann, wird ihr Vertrauen erneut strapaziert, denn Fridolin geht öfter in dem Bordell „Le Plaisir“ aus und ein, doch aus welchem Grund, wenn er mit Lore so glücklich zu sein scheint?


Stil und Sprache
Die Geschichte ist aus der Sicht Autors erzählt; damit gibt es keinen Perspektivenwechsel, der den Leser verwirren könnte. Durch den flüssigen und angenehmen Schreibstil lässt sich das Buch gut lesen und macht es möglich, leicht in die neue Geschichte von Lore zu finden.
Auch das typische Element „Sex“ spielt in diesem Roman von Iny Lorentz wieder eine große Rolle, denn in einem Bordell spielt sich der Wendepunkt der Geschichte ab und lässt den Leser und die Berliner Gesellschaft aufhorchen. Auch wenn zu dieser Zeit das Bordell ein verpönter Ort ist, so treffen sich dort trotzdem die Herren des höheren Ranges und jeder, der etwas auf sich hält, betritt diesen Ort leichtfüßig, ohne Rücksicht auf die Familie zu nehmen. Dieser Roman gibt damit einen faszinierenden Einblick hinter die Fassaden der Berliner Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts. Iny Lorentz gelingt die Verbindung von historischen Fakten und Ereignissen und erzählerischer Fiktion sehr gut und lässt die Geschichte authentisch wirken.

Auch wenn ich ein Fan von Kapitelüberschriften bin, so wurden die Titel der Kapitel für dieses Buch zu gut gewählt, denn schon allein durch ein Wort konnte man sich den Inhalt des Kapitels schon vorstellen und die Spannung war fast gar nicht mehr vorhanden.


Figuren
Die Figurenvielfalt, die der Leser von dem ersten Teil „Dezembersturm“ kennengelernt hat, nimmt auch in „Aprilgewitter“ kein Ende. Angefangen von den lieben, hilfsbereiten Menschen wie Mary und Konrad Benecke (Lores Bekanntschaft aus England), Lores Hausmädchen Jutta, die eine sehr gute und warme Seele ist, bis hin zu den bösen Menschen, die es mit Lore und ihrem Mann Fridolin nicht gut meinen. Dort finden wir auch bekannte Gesichter wieder, wie Malwine von Trettin und Elsie, die alles daran setzen, um dem Ehepaar das Leben zur Hölle zu machen.
Lores Charakter hat sich im Gegensatz zum ersten Teil „Dezembersturm“ stark gewandelt. Sie ist nicht mehr das graue Mäuschen, sie ist zu einer jungen, überaus charakterstarken, mutigen und entschlusskräftigen Frau herangewachsen. Ein Wandel, der sich auch auf die Handlung positiv wiederspiegelt, denn ich habe Lores Handlungen besser nachvollziehen können und habe sie richtig ins Herz geschlossen. Es wäre trotz Lores positiver Wandlung schön gewesen, mehr Mut bei der Zeichnung der verschiedenen Charaktere zu haben, denn ein Protagonist mit Fehlern und Schwächen wirkt authentischer, als ein Protagonist, der in eine Schublade "Gut" oder "Böse" eingeordnet wird.


Aufmachung des Buches
„Aprilgewitter“ ist als Taschenbuch erschienen. Passend zum ersten Teil „Dezembersturm“ befindet sich dort wieder ein schönes gemaltes Bild einer jungen Frau, die wahrscheinlich die junge Lore darstellen soll. Die Schrift ist in einem Goldton gestaltet worden, was sehr gut zu einem historischen Roman passt.

Der Roman teilt sich in folgende Kapitel auf, die grob den Inhalt widerspiegeln:
1. Aprilgewitter
2. Herrenabende
3. Intrigen
4. Schicksalswende
5. Mordnacht
6. Pflichterfüllung
7. Vergeltung
8. Der weiße Tod

Am Ende des Buches befinden sich zwei verschiedene Glossare, um sich in dem Roman besser zurechtzufinden. Das erste ist eine Auflistung der Personen, die in diesem Buch mitwirken, und das zweite ist ein Wörterglossar, in dem Worte erklärt werden, die aufgrund der heutigen modernen Sprache kaum noch verwendet werden.
Im Nachwort wird die Geschichte in den historischen Kontext eingeordnet. Somit weiß der Leser, unter welchen Bedingungen die Menschen zu dieser Zeit leben mussten.


Fazit
Iny Lorentz ist mit „Aprilgewitter“ eine tolle Fortsetzung gelungen! Dieser historische Roman wurde nach und nach immer besser, sodass ich ihn dann nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich kann dieses Buch allen Fans von historischen Romanen und Iny Lorentz ans Herz legen.


4 Sterne


Hinweise
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