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Nach dem Selbstmord ihres Vaters muss die junge Tamara aus ihrem Dubliner Glamour-Leben zu einfachen Verwandten aufs Land ziehen. Ihre Mutter ist vor Trauer über den Tod ihres Mannes kaum ansprechbar, und fernab ihrer Freunde fühlt sich Tamara völlig alleingelassen. Das einzig Interessante an dem abgelegenen Ort, an dem sie jetzt leben muss, scheint die ausgebrannte Ruine des alten Kilsaney-Schlosses. Doch dann entdeckt Tamara ein geheimnisvolles Buch: ein Tagebuch, in dem ihr eigenes Leben aufgeschrieben ist - und zwar immer schon der nächste Tag! Es führt Tamara zu den verborgenen Geheimnissen ihrer Familie und hilft ihr, den Weg zu Liebe und Zukunft zu finden.

 

Ich_schreib_dir_morgen_wieder  Autor: Cecelia Ahern
Verlag: Krüger Verlag
Erschienen: 21. Mai 2010
ISBN: 978-3810501455
Seitenzahl: 363 Seiten
 

Die Grundidee der Handlung
Tamara, 16 Jahre alt, ist ein reiches und verwöhntes Mädchen, das zusammen mit ihren Eltern in der Nähe von Dublin in einer luxuriösen Villa lebt. Alles scheint perfekt zu sein: sie hat viele Freunde, geht auf Partys und bekommt alles, was sie möchte. Doch von einen auf den anderen Tag verändert sich ihr Leben um 180°. Ihr Vater begeht aufgrund von Geldsorgen Selbstmord und lässt die Familie mit den Schulden allein zurück. Nun heißt es Abschied nehmen von dem perfekten Leben in Dublin, denn alles, was sie hatten, mussten sie verkaufen, um die Schulden des Vaters zu begleichen. Zusammen mit ihrer Mutter zieht Tamara zu ihrer Tante und ihrem Onkel auf's Land.
Während Tamara versucht, sich langsam an das ruhige und nicht prunkvolle Leben zu gewöhnen, ist ihre Mutter kaum noch ansprechbar. Sie ist so vertieft in ihre Trauer, dass sie alles um sich herum vergisst. Als ihr bei der „Flying Library“ ein Tagebuch in die Hände fällt, ist Tamara anfangs doch sehr verunsichert. Denn eigentlich schreiben ja nur die „Uncoolen“ Tagebuch und zu der Gruppe möchte sie sich eigentlich nicht dazu zählen. Als sie sich jedoch dazu durchringt, einen Eintrag zu verfassen, ist sie sehr überrascht, denn es steht schon etwas drin: Ihr Tagebucheintrag von morgen. Von da an verändert sich ihr Leben und wird zu einem kleinen Abenteuer, das sie sich auf dem langweiligen Land nicht hätte vorstellen können.


Stil und Sprache
Dieses Buch ist wirklich ein typisches Cecelia Ahern-Buch. Ihr Schreibstil ist wie gewohnt zauberhaft, voller Magie und lädt nicht nur zum Träumen, sondern auch sehr stark zum Nachdenken ein. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Tamara geschrieben, wodurch die Tatsachen näher an den Leser heranrücken und dieser mit Tamara mitfühlen kann. Das Schönste an dem Schreibstil von Frau Ahern - finde ich - ist, dass die Umgebung, die Natur und auch die Gefühle von Tamara mit vielen menschlichen Sachen vergleichen werden, die man sich als Leser sehr gut vorstellen kann und dadurch die Wirkung der unterschiedlichen Situationen auf Tamara besser versteht: „…und in der leichten Sommerbrise raschelten die Blätter wie Lippen, die den neusten Tratsch austauschten und nie müde wurden, die eine Reise einer neuen Generation zu verfolgen“ (Seite 42).
Der Einsatz des Tagebuches und die dort entnommenen Informationen für den nächsten Tag machen das Buch sehr spannend, denn jedes Mal fiebert der Leser mit, ob das, was in dem Tagebuch steht, auch wirklich eintrifft oder ob sich die virtuelle Tamara, die den Eintrag in der Zukunft gemacht hat, irrt. Es kommen dadurch immer mehr Unklarheiten ans Tageslicht, die Tamara versucht aufzuklären. Die Geschichte bekommt eine kleine Prise Krimi dazu, die das Buch zu einem Pageturner macht, und wodurch der Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.


Figuren
Tamara ist eine sehr besondere Figur und ein besonderer Ich-Erzähler. Durch den Tod ihres Vaters ist sie sehr selbstkritisch geworden. Sie analysiert und interpretiert ihr Verhalten, das sie vor dem Selbstmord ihres Vaters an den Tag gelegt hat, und zeigt selbst auf ,in welcher Form sie sich „verbessert“ hat bzw. allgemein verändert hat. Sie erzählt die Geschichte in einem sehr lockeren Ton und punktet damit beim Leser. Von außen betrachtet wirkt sie sehr tough, doch innerlich ist sie ein sehr gefühlvoller Mensch, was man jedoch leider fast ausschließlich beim Lesen der Tagebucheinträge erkennt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich es teilweise doch hinterfrage, ob dieses Verhalten von ihr wirklich mit der Realität übereinstimmen kann - eine solche extreme Veränderung von 0 auf 100 kann wirklich nur durch den Tod des Vaters ausgelöst worden sein.
Etwas enttäuscht war ich, dass Cecelia Ahern sich sehr auf Tamara gestürzt hat und sie sehr detailliert beschrieben hat. Die Nebenfiguren, wie ihre Mutter, Tante und Onkel, sowie die beiden Jungs Wesely und Marcus, die sie auf dem Dorf kennenlernt, sind sehr oberflächlich beschrieben und geben leider nur nette Randfiguren ab und der Leser bekommt lediglich die Gedanken und Eindrücke von Tamara über die Nebenfiguren mit - was der Geschichte an sich überhaupt nicht schadet, doch hätte ich mir gewünscht, die anderen Figuren besser kennenzulernen.


Aufmachung des Buches
„Ich schreib dir morgen wieder“ ist als Hardcoverbuch erschienen und mit dem in Blau gehaltenden Cover farblich an die anderen Bücher von Cecelia Ahern angepasst. Die Schrift, die Bäume und Vögel drücken eine Leichtigkeit aus, die den Leser dazu bringt, das Buch sofort in die Hand zu nehmen und es näher zu betrachten. Die umgeschlagene Seite soll auf das Tagebuch verweisen, dass in diesem Buch eine nicht unwichtige Rolle spielt. Für mich ein gelungenes Cover im typischen „Cecelia Ahern-Stil“.


Fazit
Die Zutaten dieses Buches - Magie, Mystik, Krimi, Denkanstöße, Liebe und Humor - fassen diesen Roman zu einem tollen Gesamtkunstwerk zusammen. Ein Buch, das zum Nachdenken anregen soll, wie man das Leben gestalten könnte und was wichtig im Leben ist. Eine wunderschöne Geschichte!


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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