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So sehr er sich auch bemühte, wie die anderen zu sein, Irgendwie Anders war irgendwie anders. Deswegen lebte er auch ganz allein auf einem hohen Berg und hatte keinen einzigen Freund. Bis eines Tages ein seltsames Etwas vor seiner Tür stand. Das sah ganz anders aus als Irgendwie Anders, aber es behauptete, genau wie er zu sein ...

Dieses Bilderbuch wurde ausgezeichnet mit dem UNESCO-Preis für Kinder- und Jugendliteratur im Dienst der Toleranz.

 

  Autor: Kathryn Cave
Illustrationen: Chris Riddell  
Verlag: Oetinger Verlag
Erschienen: 02/1994
ISBN: 978-3789163524
Seitenzahl: 28 Seiten


Die Grundidee der Handlung
Irgendwie Anders ist irgendwie anders als alle anderen. Egal, wie sehr er sich anstrengt, es gelingt ihm nicht, wie die anderen zu sein und Freunde zu finden – er lächelt wie sie und sagt „Hallo", malt, spielt, bringt sein Mittagessen ebenfalls in einer Papiertüte mit – alle Versuche scheitern kläglich. Deshalb ist Irgendwie Anders einsam und lebt allein auf einem hohen Berg in einem kleinen Haus und ist traurig. Bis eines Tages das Etwas an seine Tür klopft und behauptet, genauso anders zu sein wie er. Doch das ist Irgendwie Anders gar nicht geheuer ...

Die Geschichte handelt darüber, aufgrund von Andersartigkeit oder auch Individualität aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden, jedoch ebenso davon, an sich selbst festzustellen, dass man Vorurteilen erliegt, die man bislang nicht bewusst wahrgenommen hat. Der Blick über den Tellerrand, die Akzeptanz von Unterschieden, das Erhalten einer eigenständigen Persönlichkeit und die Wichtigkeit von Freundschaft werden hier wunderbar vermittelt.


Darstellung und Umsetzung der Bildgeschichte
Sowohl auf dem Einband als auch im Innenteil dominieren die hervorragenden Illustrationen von Chris Ridell, die perfekt und einfühlsam von kurzen, prägnanten Texten begleitet werden. „Du bist nicht wie ich, aber das ist mir egal.” (Seite 23). Chris Ridells Stil ist sehr fantasievoll, seine Bilder sind so detailverliebt, dass sie geradezu dazu einladen, immer wieder Neues zu entdecken. Strichführung und Gestaltung sind harmonisch und farbenfroh, ohne jemals ins Grelle abzugleiten. Seine Figuren sind niedlich und sympathisch, Gesichtsausdrücke wie Freude, Enttäuschung, Unsicherheit und Abwehr werden gut transportiert und erzählen so auf ganz eigene Weise ihre Geschichte. Auch für erwachsene Betrachter ist es eine wahre Freude, in diesem Buch zu blättern und in den kunstvollen Zeichnungen zu schwelgen.


Aufmachung des Buches
Das großformatige Hardcover ist in einem leicht gelben Grundton gehalten, auf dem zuerst der Titel in einer ausgefransten Schrift, danach Autorin und Illustrator und schließlich eine Raum füllende Abbildung des Irgendwie Anders zu sehen ist. Die niedliche, blaue Hauptfigur des Buches sitzt, mit einem leicht unsicheren und doch freundlichen Blick, auf einem gelben Ohrensessel, der schon an ein paar Stellen geflickt wurde, und hält in der einen Hand eine Papiertüte und in der anderen ein blaues, ihm ähnlich sehendes, Kuscheltier. Auf der Rückseite nimmt das Bild eines blauen Berges, auf dem ein blaues Haus steht, zu dem Irgendwie Anders gerade auf einer Straße unterwegs ist, den größten Raum neben dem Klappentext ein.


Fazit

Irgendwie Anders
ist eine Parabel über Toleranz, Respekt und Freundschaft, die in keinem Kinderzimmer fehlen sollte. Sowohl der einfache, ins Herz treffende Text, als auch die wunderschönen, emotionalen Illustrationen bilden ein Gesamtkunstwerk, das für Kinder und Erwachsene gleichermaßen empfehlenswert ist.


5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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vergessen:
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