| Tarean – Sohn des Fluchbringers (Bernd Perplies); Band 1 |
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Ein Junge stellt sich den Mächten des Bösen Sechzehn Jahre sind vergangen, seit die freien Reiche vom Heer des Hexenmeisters Calvas überrannt wurden – und bis heute gilt Ritter Anreon von Agialon als Fluchbringer, weil er dem Bösen ungewollt zum Sieg verhalf. Doch sein Sohn Tarean, der in der Nacht der großen Schlacht geboren wurde, wünscht sich nichts sehnlicher, als den Namen des verstorbenen Vaters reinzuwaschen. Mit dem magischen Schwert Esdurial, dem Irrlicht Moosbeere, der Albin Auril und dem Werbären Bromm bricht er auf, um das Land von der Herrschaft des grausamen Usurpators zu befreien...
Der Autor bedient sich eines personalen Erzählers, der meist aus Tareans Sicht das Geschehen wiedergibt. Erst zum Ende der Geschichte, als die Gefährten getrennt werden, bildet sich ein weiterer Handlungsstrang – diesmal aus Sicht der Albin Auril. Diese beiden Stränge verweben sich immer mehr, bis sie schließlich wieder zusammenlaufen. Die Gedanken der Figuren sind kursiv gedruckt, um sie besser hervorzuheben. Dies wäre zwar nicht nötig gewesen, da auch so ersichtlich ist, dass es sich um die Gedanken der jeweiligen Figur handelt, wirkt aber auch nicht störend. An dem Buch hat mich besonders die Sprache fasziniert. Der Autor bedient sich einer sehr kräftigen, ausdrucksstarken und bildgewaltigen Sprache, die das Geschriebene zum Leben erweckt, jedem Satz Atem einflößt, jedes Wort einem Herzschlag gleich. Dabei spielen die sorgfältig gewählten Vergleiche und Metaphern eine große Rolle, betonen sie das Geschriebene doch auf einzigartige Weise. Kampfszenen sind spannend und rasant geschrieben, man hat regelrecht das Gefühl, sich gemeinsam mit den Figuren im Kampf zu befinden und das Schwert mit ihnen zu schwingen. Dabei versteht Perplies es, selbst in ernsten Situationen humorvoll zu sein, ohne der Lage ihren Ernst zu nehmen oder gar ins Alberne oder Lächerliche abzudriften.
Zu den altbekannten Fantasy-Wesen wie Drachen und elfenähnlichen Völkern (in diesem Fall heißen sie Aleben), gesellen sich noch weitere Wesen, wie die Grawls (Wolflinge oder auch Wolfmenschen genannt), die vielleicht mit Orks vergleichbar sind. Besonders hervorgestochen sind jedoch die Taijirin, die Vogelmenschen, stellen diese doch eine völlig neue Rasse in einem Fantasy-Roman dar. Diese Wesen leben hoch oben in den Wolkenbergen, reiten bisweilen auf Greifen und wollen mit den Problemen der „Flachländer“ nichts zu tun haben, um den Zorn des Hexenmeisters nicht auf sich zu lenken. Es bedarf schon einiger starker Worte, um dieses Volk aufzurütteln. Und dann sind da noch die wortkargen Steinmenschen, die unter der Erde leben und das kleine Irrlicht Moosbeere, das das Herz eines jeden Lesers erobert, kaum dass es den Mund aufgemacht hat. Sie ist niedlich, unheimlich humorvoll und weiß zu überraschen. Ihre ganze Art ist einfach liebenswert. Alles in allem lässt sich sagen, dass der Autor all seinen Figuren Leben eingeflößt hat. Sie wirken echt, dreidimensional und es macht Spaß, sie durch die Geschichte zu begleiten und sie immer näher kennen zu lernen.
Ein wunderbares Detail ist die Karte, die sich sowohl am Anfang und am Ende des Buches befindet und sogar ausklappbar ist! Dadurch lässt sich der Weg der Gefährten gut nachvollziehen. Vermisst habe ich allerdings ein Personenverzeichnis, was nicht unbedingt notwendig, aber ein schönes i-Tüpfelchen gewesen wäre.
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