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Hallo Michelle, vielen Dank, dass Du für die Leser-Welt einige Fragen beantworten möchtest.

Danke für das Interesse an meinen Büchern.


Vielleicht erzählst Du unseren Lesern erstmal etwas über Dich und wie Du zum Schreiben gekommen bist.

Derzeit arbeite ich als Bibliotheksleiterin in zwei Museen in Braunschweig und schreibe abends und am Wochenende meine Geschichten. 1999 habe ich damit angefangen, konnte aber noch nicht ahnen, was auf mich zukommen würde. Eigentlich fing es ganz harmlos an: ich blätterte in einem Reiseführer über National Parks der USA, betrachtete ein Foto des Fiery Furnace im Arches National Park und hatte aus heiterem Himmel eine Idee zu einer Geschichte. Ich muss das deshalb so betonen, weil ich im Gegensatz zu vielen anderen Autoren nicht schon jahrelang Kurzgeschichten geschrieben hatte oder schon von jeher wusste, dass ich mal schreiben würde. Im Gegenteil. Jedenfalls hatte ich nun diese Idee und habe damit begonnen, sie im Kopf ein wenig auszubauen, die Gegebenheiten zu recherchieren, Charaktere zu erfinden, usw. Irgendwann fing ich dann mit dem Schreiben an, immer mal wieder ein paar Seiten, bis ich dann drei Jahre später das Wort ‚Ende’ unter die Geschichte setzen konnte. Eigentlich dachte ich, ich würde sie jetzt einfach in meine Schublade stecken, doch dann kam alles ganz anders. Der Bertelsmann Club brauchte noch ein Manuskript für sein Programm und schwups hatte ich plötzlich einen Buchvertrag. Und wie das so ist, gab es in diesem ersten Buch ‚Canyon der Gefühle’ so viele andere interessante Figuren, dass ich gleich am nächsten Band weiter schrieb. Und so wird in diesem Jahr mein zehntes Buch veröffentlicht.


Im Moment liegt der 2. Teil Deiner „Ghostwalker“ in den Buchhandlungen. Du hast aber auch vor dieser Serie schon erfolgreich Bücher geschrieben. Einige wurden unter Deinem richtigen Namen, die meisten aber unter dem Pseudonym „Michelle Raven“ veröffentlicht. Warum hast Du Dich für ein Pseudonym entschieden?

Michelle Raven war der Name, den ich mir damals für mein erstes Buch ausgesucht hatte, weil ich meinen richtigen Namen zu langweilig fand und auch dachte, dass etwas englisch Klingendes besser zu den in Amerika spielenden Geschichten passen würde. Ein Buch erschien bisher unter ‚Michaela Rabe’, weil der Verlag der Meinung war, dass es ein Thriller ist und damit ein neues Genre. Aber natürlich handelt es sich trotzdem um einen Romantic Suspense, wie alle meine Bücher.


Wenn Dir die ersten Gedanken zu einem neuen Buch kommen, denkt man dann gleich, das wird eine Serie, oder startet man erstmal mit einem Buch und schaut dann, wie es sich entwickelt? Wie war das z.B. bei „Ghostwalker“?

‚Die Spur der Katze’ begann eigentlich als kleine Fingerübung, während ich ein anderes Buch schrieb. Oder vielmehr diente es dazu, dass ich ein wenig Spaß hatte. Dass es dann veröffentlicht wurde, war ursprünglich gar nicht vorgesehen und auch dass es eine Serie werden würde, habe ich erst später gemerkt, als die ersten weiteren interessanten Figuren auftauchten. Amber, Finn, Torik … Wie oben schon gesagt, war auch die Hunter-Serie zuerst gar nicht als Serie geplant und hat sich nur so entwickelt. Generell könnte ich mir schon von vornherein ausdenken, dass es eine Serie ist, aber das wäre ja langweilig. Ich lasse mich da lieber überraschen. ;-)


In beiden bisher veröffentlichten Teilen der Serie werden nicht alle offenen Fragen restlos geklärt. Weißt Du die Antworten auf diese Fragen jetzt schon oder kann es sein, dass sich die Angelegenheiten ganz anders entwickeln als zunächst von Dir gedacht?

Da muss ich jetzt sagen, dass ich natürlich alles schon im Voraus weiß, sonst würden die Leser eine Krise kriegen, oder? ;-) Nein, ehrlich gesagt weiß ich nicht immer alles vorher, sondern beobachte, wie sich die Figuren im Laufe der Serie entwickeln. Torik zum Beispiel war überhaupt nicht eingeplant und dann saß er da plötzlich im ersten Band mit seiner Flöte in der Höhle und ich wusste, dass eine Geschichte dahinter steckt. Aber es ist schon so gedacht, dass am Ende der Serie alle offenen Fragen beantwortet sind.


Die „Hauptfiguren“ der „Ghostwalker“ sind große Katzen. Was hast Du für eine Beziehung zu diesen Tieren, hast Du vielleicht sogar Stubentiger zu Hause?

Ich mag Katzen sehr gerne und finde sie vor allem unheimlich interessant, weil sie unberechenbar sind. Ich hatte auch mal eine Katze, aber leider ist sie schon vor Jahren gestorben.


Hast Du schon eine Vorstellung, wie viele Teile dieser Serie Du schreiben willst?

Momentan plane ich sechs ein, damit müsste der Hintergrundkonflikt gelöst sein.


Gibt es, zumindest für die Menschen in Deinen Büchern, direkte Vorbilder? Wie entwickelst Du die Figur einer Journalistin Marisa Pérèz oder eines Tierarztes Ryan Thorne?

Nein, ich habe da keinerlei reale Vorbilder. Das ist reine Fantasie. Ich achte nur immer darauf, dass sie mir sympathisch sind und vor allem in sich stimmig. Manchmal glaube ich, dass sich die Figuren selbst entwickeln. Manchmal sind sie schon von vornherein da, meist überlege ich mir aber, was für eine Art Mensch zu der Plotidee passen würde. Bei Marisa wollte ich jemanden haben, der etwas Schlimmes erlebt hat und dadurch niemandem mehr vertraut. Dass sie dann auch noch eine leicht sarkastische Ader hatte und einfach nicht zur Ruhe zu kriegen ist – daran bin ich gänzlich unschuldig. Für Kainda brauchte ich jemanden, der für sie da ist und auch die Geduld hat, sie langsam aus ihrem Kummer und Misstrauen herauszuholen. Also ist Ryan ein netter und umgänglicher Typ geworden.


Du hast auf der Leser-Welt zu beiden Büchern jeweils eine Leserunde begleitet und aktiv zu den Fragen der Teilnehmer Stellung genommen. Trittst Du häufiger in direkten Kontakt mit Deinen Lesern?

Ja, ich bin in einigen Foren Mitglied, habe hin und wieder Leserunden und beantworte natürlich auch gerne Mails der Leser. Und dann gibt es noch die Lesungen oder Messen, auf denen ich auch persönlich mit Lesern zusammentreffe, was immer sehr schön ist.


Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus? Du bist ja neben Deiner Schreibtätigkeit noch berufstätig.

Während der Woche arbeite ich ganztags, sodass ich nur nach Feierabend zum Schreiben komme. Das mache ich dann abends ein paar Stunden und das ganze Wochenende durch.


Planst Du irgendwann „hauptberuflich“ zu schreiben?

Sowas kann man nicht planen. Da ich meinen Job mag und immer sehr auf Sicherheit bedacht bin, werde ich auf jeden Fall weiterarbeiten. Sollte ich wider Erwarten irgendwann mal mit dem Schreiben Millionen verdienen, überlege ich mir das vielleicht noch mal anders. ;-)


Hast Du überhaupt noch Zeit, Bücher zu lesen? Wenn ja, was liest Du so? Was liest Du gerade aktuell?

Ich lese immer auf der Fahrt zur Arbeit, da komme ich dann am Tag auf etwa 45 Minuten. Ich lese hauptsächlich Romantic Suspense, hin und wieder auch Romantic Fantasy oder einen richtigen Thriller. Derzeit lese ich von Linda Castillo ‚Sworn to silence’.


Kannst Du uns zum Schluss einen kleinen Ausblick auf die kommenden Begebenheiten der „Ghostwalker“ geben, etwas, das uns die Zeit bis zum Erscheinen des dritten Teils etwas verkürzt?

Tja, was kann ich da sagen? Im dritten Band, der vermutlich im Dezember 2010 erscheint, geht es um Amber und Griffin, aber auch um ein anderes Pärchen. Es spielen viele der bereits bekannten Wandler und Menschen mit und man erfährt etwas mehr über ‚Harken’. Ach ja, und wer der Spitzel ist, der Finn und Jamila beobachtet. Im vierten Band kommt dann ein allseits beliebter Berglöwe zum Zug und auch Isabels und Bowens Geschichte ist nicht mehr fern.


Vielen Dank für das Interview!

Bitte, gerne.

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