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Foto: Christine Strub


Geburtsdatum: 11.01.1952 in Williams, Arizona (USA)

Genau genommen war alles eigentlich nur ein Zufall. Diana Gabaldon, die mexikanisch-englischer Herkunft ist und am 11. Januar 1952 in Williams, Arizona, als Tochter von Tony Gabaldon, einem heimischen Amerikaner und seiner aus Yorkshire, England, stammenden Frau (ihr Großvater war in den 1860er Jahren von England nach Arizona ausgewandert) geboren wurde, hatte es ganz und gar nicht beabsichtigt unter die Schriftsteller zu gehen. Wie auf ihrer Autorenseite bei Blanvalet zu lesen ist, hatte sie nicht einmal vor, es überhaupt jemandem zu zeigen. Es sollte im Grunde nur eine Übung für einen Roman sein, denn sie wollte einfach ein Buch schreiben – irgendein Buch. Einen Roman um genau zu sein. „Als ich 35 wurde, sagte ich zu mir selbst, Mozart starb mit 36, also fängst du besser an“, lachte sie einmal. „Es sollte jetzt sein oder nie.“

Der Frau, die von ihren Fans in aller Welt liebevoll als die `Mutter aller Highlander´ bezeichnet wird und die mit vollem Namen Diana Jean Gabaldon Watkins heißt, wusste schon seit ihrer Kindheit, dass ihr das Geschichten erzählen im Blut liegt. Sozusagen angeboren. Aufgewachsen in Flaggstaff, Arizona, wo sie auch heute noch so oft sie kann das Familienanwesen, das ihre Großeltern mütterlicherseits 1938 erbauten, besucht, hat sie, als sie sich noch mit ihrer Schwester ein Zimmer teilte, beinahe jede Nacht ziemlich verwickelte Geschichten mit Fortsetzung und mit einer Unmenge von Charakteren erzählt, und wusste schon damals, dass sie eine Erzählerin war. Da ihre Eltern moralisch und finanziell sehr konservativ waren, ging sie 1970 nach der Highschool erst einmal zur Universität und erwarb 1973 einen Bachelor of Science in Zoologie an der Northern Arizona Universität (NAU). Es folgte von 1973-1975 ein Master of Science in Meeresbiologie an der Universität von Kalifornien (UC) in San Diego am Scripps Institution of Oceanography, welches in La Jolla liegt und eines der größten, ältesten und bedeutendsten Forschungszentren für Meeresforschung der Welt ist. Ihr Forschungsthema war grob übersetzt `Das soziale Verhalten bei Einsiedler und Steinkrebsen´ (Orig. Agonistic Interactions of Hermit Crabs). Von 1975-1978 machte Sie ihren Ph. D (ein wissenschaftliches Forschungsdoktorat im anglo-amerikanischen Studiensystem) in Ökologie ebenfalls an der Northern Arizona Universität mit ihrer Doktorarbeit `Nestauswahl der Nacktschnabelhäher, Gymnorhynchus cyanocephalus´. Als sie fertig war erhielt Diana Gabaldon einen Forschungsauftrag und arbeitete jahrelang als Honorarprofessorin und gab erst einmal das von ihr ins Leben gerufene akademische Periodikum „Science Software“ heraus. Dieses hat sie Jahre lang selbst redigiert und auch weitgehend selbst geschrieben. Als sich ihr Mann Doug selbstständig machte, bewarb sie sich bei der Computerpresse als freie Autorin und schrieb neben ihrer Arbeit als Computerspezialistin Storylines für Walt-Disney-Comics.

Doch der Traum von der Schriftstellerin war noch immer da, und so landete sie eines Tages durch ihre Arbeit, Software zu rezensieren, bei CompuServe. Sie sollte ein Support-Forum erwähnen, das der Hersteller dort für ein Produkt betrieb, das sie besprochen hatte. Unter den dortigen Informationsquellen befand sich eine Gruppe namens `The Literary Forum´. Nachdem sie sich etwas umgesehen hatte, setzte sich Diana Gabaldon zwei Regeln:
Erstens würde sie nicht aufgeben, bis das Buch vollständig zu Ende geschrieben war, egal wie schlecht sie es fand; und zweitens würde sie beim Schreiben jederzeit ihr Bestes geben.
Nach einigem Überlegen entschied Diana Gabaldon, einen historischen Roman zu schreiben. Es erschien ihr als sinnvoll, da sie ja Forscherin war und ihr zudem auch eine Universitätsbibliothek enormen Ausmaßes zur Verfügung stand, die sie benutzen konnte. Durch einen Zufall, während sie sich eines Abends vor dem Fernseher um ihre Maniküre kümmerte, kam sie darauf, Schottland im achtzehnten Jahrhundert zu nehmen. Sie sah damals eine Wiederholung der britischen Science Fiction-Serie Doktor Who an, wo ein Schotte namens Jamie MacCrimmon im Jahre 1745 auftauchte. Als Diana Gabaldon einmal von einem Mann über die Anziehungskraft eines Mannes im Kilt gefragt wurde, so erzählt sie gerne, antwortete sie grinsend: „Es hat wohl mit der Vorstellung zu tun, dass man in der nächsten Minute irgendwo mit ihm an eine Wand gedrückt stehen könnte.“

Am 6. März 1988 fiel der Startschuss und sie begann „Feuer und Stein“ zu schreiben. In ihrem Literaten-Forum geriet sie irgendwann mit einem anderen männlichen Mitglied in eine rege Diskussion darüber, wie es sich anfühlt, schwanger zu sein. Im Verlauf dieser Diskussion sagte der Mann, dass er wüsste wie es sich anfühlte, da seine Frau drei Kinder zur Welt gebracht hatte. Diana Gabaldon reagierte, indem sie meinte, dass es schön für ihn sei, und dass sie selbst auch drei Kinder geboren habe. Ihre Antwort kommentierte er mit dem Satz: „Dann sag mir doch, wie du meinst, dass es sich anfühlt.“ Weil Diana Gabaldon der Meinung war, dass die kurze Szene zwischen Jenny Murray und ihrem neugierigen Bruder Jamie Fraser, wo diese ihrem Bruder erzählt, wie es sich anfühlt wenn man schwanger ist, am besten die von ihr gemachte Erfahrung wiederzugeben vermochte, stellte sie diese Szene anstelle von einer kurzen Forums-Nachricht ins Forum und teilte dies ihrem Gesprächspartner mit. Einige Mitglieder, die die Schwangerschaftsdiskussion verfolgt hatten, lasen jetzt diese Szene ebenfalls und hinterließen begeistere Kommentare. Diana wurde gefragt, was das denn sei und Diana antwortete ehrlich, dass sie das nicht wüsste. Als dann die Frage nach dem Anfang dazu aufkam, schrieb Diana, dass sie den noch nicht geschrieben habe, worauf sie aufgefordert wurde mehr davon zu zeigen.
Auf Anraten einiger Forums-Mitglieder machte sie sich dann auf die Suche nach einem Agenten, und fand diesen schließlich, als sie sich im gleichen Forum mit einem anderen Autoren namens John Stith unterhielt. Dieser bot ihr an, sie seinem Agenten - Perry Knowlton - vorzustellen, was Diana mit weichen Knien annahm. Stith schickte seinem Agenten eine Notiz und Diana Gabaldon ihre eigene Bewerbung in der Hoffnung, dass Knowlton Interesse am Lesen einiger Auszüge hatte. Er hatte, und so ließ ihm Diana eine grobe Inhaltsangabe zukommen. Knowlton wurde ihr Agent, nahm Diana auf der Basis eines unvollendeten Erstlingsromans unter Vertrag, und einige Monate später wurde Delacorte Press ihr Verlag. Mit einem Vertrag über drei Bücher in der Tasche machte sich Diana Gabaldon an das zweite Buch und der Rest ist Geschichte.

Die Highlander-Saga, die 1991 erstmals in den USA erschien, hat Diana Gabaldon nicht nur weltberühmt gemacht, sie zeigt auch neben fundierten historischen Fakten Witz, Charme und die herrliche Sprache der Autorin selbst. Worte wie „fesselnd“, „opulent“, „wild-romantisch“, „kühn“, „üppig“, „prall“, „fantastisch“, „farbenprächtig“ oder „gefühlvoll“, um nur einige zu nennen, tauchen in der Presse beiderseits des Atlantiks immer wieder auf und treffen genau ins Schwarze. Dass der Charakter des Jamie Fraser eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrem Mann Doug Watkins hat (beide haben einen großartigen Sinn für Humor, rote Haare und sind sehr groß), überlässt Diana schmunzelnd den Überlegungen ihrer Fans. Aber nicht nur zwischen ihrem Mann Doug und der Figur des Jamie Fraser gibt es eine Art Verbundenheit. Mit der deutschen Übersetzerin Barbara Schnell, welche Diana Gabaldon 1992 im Literaten-Forum von CompuServe kennen lernte, entwickelte sich über die Jahre eine Freundschaft, die schließlich dazu führte, dass Barbara Schnell für die Übersetzung des Romans „Der Ruf der Trommel“ verpflichtet wurde und auch für alle folgenden Romane. Diana Gabaldons Bücher erscheinen unter ihrem beruflichen Pseudonym, da sie, so erklärte sie ihrem Mann nach der Hochzeit, daran hing und weil sie diesen seit fünfundzwanzig Jahren den Leuten buchstabiere. Verständlich das Doug Watkins milde ausgedrückt bei der Eheschließung nicht gerade begeistert darüber war. Mit ihm und vielen Tieren lebt sie heute in Scottsdale, Arizona und hat drei erwachsene Kinder: Laura, Samuel und Jennifer.

Durch den großen Erfolg des ersten Buches „Feuer und Stein“ und weil sich abzeichnete, dass es bei dem einen nicht bleiben würde - dazu hatte sie für den zweiten Band „Die geliehene Zeit“ schon viel zu viele Wörter geschrieben - gab sie nach Beendigung des vierten Teils „Der Ruf der Trommel“ 1997 ihre Arbeit an der Universität auf und konzentrierte sich nur noch auf die Arbeit als Schriftstellerin. Ein lang gehegter Traum wahr endlich wahr geworden.

Einfach zu klassifizieren sind ihre Bücher nicht, da sie die Elemente der Science-Fiction, der romantischen Fiktion und der historischen Fiktion verwendet. Diese Tatsache hat auch schon zu manchem Problem bei ihrem Verleger geführt und um ein Haar wäre die Veröffentlichung daran auch gescheitert. Doch auch wenn ihre Bücher nicht einfach in ein Genre „gesteckt“ werden können, so haben sie doch eines gemeinsam: Durch jedes zieht sich wie ein roter Faden ein Hauptthema. In „Feuer und Stein“ ist es die Liebe, in „Die geliehene Zeit“ die Hingabe an Menschen oder eine Sache, in „Ferne Ufer“ die Frage nach der Identität, in „Ruf der Trommel“ ist es die Familie, in „Das flammende Kreuz“ die Gemeinschaft und in „Ein Hauch von Schnee und Asche“ die Loyalität.

Mit ihren Romanen hat sich Diana Gabaldon diverse Preise erschrieben, darunter im Juli 1996 den RITA Preis, von den Romance Writers of America in der Kategorie Best Romance von 1992 für „Feuer und Stein“. Am 24. September 2006 erhielt sie den Internationalen Corine Bücher Preis in der Kategorie Weltbild Leser Preis, durch Publikumsabstimmung auf der Webseite des Verlages. Am 10. Oktober 2006 bekam Diana den Quill Book Award in der Kategorie Science-Fiction / Fantasie / Horror überreicht, der ebenfalls durch eine Publikumsabstimmung auf einer Internetseite entschieden wurde. Um die Nominierung zu erhalten, wurde von den Autoren verlangt, bestimmte Kriterien - wie Erscheinen auf der Bestseller-Liste von Borders Group Incorporation oder einer ständigen Buchbesprechung in Publishers Weekley - zu erfüllen. 2007 erhielt sie von der Northern Arizona Universität einen Doctor of Honor of Human Letters Degree und auf dem Campus der NAU wurde ein Studentenwohnheim Gabaldon Hall, nach ihrem Vater Tony Gabaldon benannt, der sechzehn Jahre lang Staatssenator war.

Diana Gabaldon, die gerne in Buchläden geht, sich mit dem Personal unterhält und anbietet Bücher zu signieren, ist ein absoluter Nachtmensch. Ihr Arbeitstag, erklärte sie einmal, ist eher etwas chaotisch und ihre Romane entstehen meist in der Zeit zwischen dem späten Abend und etwa drei Uhr Morgens, ihrer Hauptschreibzeit. Eventuell kommt sie noch am Vormittag und irgendwann am Nachmittag für eine Stunde zum schreiben. Doch mehr wie fünf Stunden am Tag werden es meist nicht. Im Schnitt dauert es etwa zwei Jahre bis Diana Gabaldon ein Buch fertig geschrieben hat. Das liegt zum einen daran, dass sie nicht chronologisch schreibt sondern eher wie ein Puzzle die einzelnen Fragmente zusammenfügt, zum anderen weil sie keine schnelle Schreiberin ist. Für alle, die ein signiertes Buch von Diana Gabaldon wollen, gibt es auf der Internetseite von „The Poisoned Pen“ die Möglichkeit, eines zu bestellen. Preise und Versandbedingungen können der Webseite entnommen werden. Ihre Bücher wurden bislang in dreiundzwanzig Länder verkauft und in neunzehn Sprachen übersetzt. Mittlerweile liegt allein die Deutsche Gesamtauflage bei fast acht Millionen Exemplaren. Neben ihrer berühmten Highlander-Saga und der Lord-John-Reihe hat Diana Gabaldon noch andere Texte veröffentlicht; unter anderem Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. Im Herbst 2005 belegte der sechste Roman der Highlander-Saga „Ein Hauch von Schnee und Asche“ genauso einen Spitzenplatz auf allen deutschen Bestseller-Listen wie „Das Meer der Lügen“. Den siebten Teil der Highland-Saga soll es voraussichtlich 2009 geben und ein weiterer Lord John Roman unter dem Titel „Lord John and the Scottish Prisoner“ sowie ein zeitgenössischer Krimi “Red Ant`s Head“ sind geplant.


Veröffentlichungen:
1995 „Feuer und Stein“ (Outlander)
1996 „Die geliehene Zeit“ (Dragonfly in Amber)
1997 „Ferne Ufer“ (Voyager)
1998 „Der Ruf der Trommel“ (Drums of Autumn)
2002 „Das flammende Kreuz“ (The Fiery Cross)
2000 „Der magische Steinkreis“ (The Outlandish Companion), Begleitbuch zur Highland-Saga
2005 „Das Meer der Lügen“ (Lord John and the Private Matter), Auskopplung der Highland-Saga
2005 „Ein Hauch von Schnee und Asche“ (A Breath of Snow and Ashes)
2006 „Die Hand des Teufels“ Drei Lord John Kurzromane (Lord John and the Whiff of Brimstone: `Die flammende Hölle´ (Hellfire), `Lord John und der magische Pakt´ (Lord John and the Succubus), `Lord John und der Geistersoldat´ (Lord John and the Haunted Soldier))
2007 „Die Sünde der Brüder“ (Lord John and the Brotherhood of the Blade)
2009 „Echo der Hoffnung“ (An Echo in the Bone)
2011 "Feuer und Stein" Graphic Novel (The Exile - an Outlander graphic novel)
2012 "Die Fackeln der Freiheit" (Lord John and the Scottish Prisoner)
2014 soll Band 8 der Highlander Serie "Ein Schatten von Verrat und Liebe" in Deutschland erscheinen.


Die offizielle Homepage der Autorin: http://www.dianagabaldon.com; auf deutsch: http://www.dgabaldon.de/
Die offizielle deutsche Webseite der Autorin: http://www.dianagabaldon.de


Vielen Dank an Barbara Schnell (http://www.bschnell.de), die mir freundlicherweise einen Satz der Autorin übersetzte.

Quellen:
http://www.wikipedia.org
http://www.poisonedpen.com/authors/diana-gabaldon

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