| Fröhlich, Andreas (2010) |
| Geschrieben von: Jana Trautmann |
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Lieber Herr Fröhlich, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview nehmen! Eher zufällig vor zehn Jahren. Das Einlesen eines Hörbuches ist Teil der Arbeit des Hörspielers, es war eine Frage der Zeit, dass man mich irgendwann gefragt hat.
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Die Arbeit als Synchronsprecher erfordert die Fähigkeit, sich in bestimmte Rollen hineinzufühlen und sich dem Timing eines anderen Schauspielers anzupassen, man kopiert eher. Beim Lesen eines Hörbuchs ist man in der Gestaltung freier.
Schwer zu sagen. Ein komplettes Buch zu lesen ist mit Sicherheit sehr viel anstrengender.
Ich finde Bob als Figur ziemlich eindimensional. Mir ist sein wahrer Charakter bis heute nicht richtig klar. In bestimmten Situationen kann ich Charaktereigenschaften von mir mit ins Spiel bringen, aber identifizieren konnte ich mich noch nie mit ihm. Das ist nicht so einfach bei einer Figur, die innerhalb von 30 Jahren nur um maximal 4 Jahre gealtert ist. Als ein großes Geschenk, nach über 30 Jahren noch so umjubelt zu werden.
Interessant bei der Auswahl für eine Folge, die sich als Live-Hörspiel tauglich erweist, war bei „Die drei ??? und der seltsame Wecker“ definitiv die Tatsache, dass es thematisch auch um ein Hörspiel im Hörspiel geht. Außerdem durfte es nicht zu viele Nebenrollen geben – und es sollte definitiv eine Klassiker-Folge sein.
Dass alles vor Publikum passiert. Zusätzlich hat man natürlich im Hinterkopf, dass das Ganze die Zuschauer 150 Minuten unterhalten soll. Man muss ein wenig mehr auf die Tube drücken, wenn man die Leute in der letzen Reihe noch erreichen will.
Ich hätte nichts dagegen. Aber erst in ein paar Jahren. Unabhängig davon wird es am 21. August 2010 noch eine letzte Vorstellung von „Die drei ??? und der seltsame Wecker“ in der Berliner Waldbühne geben.
Ich mache mir vorher ein paar Gedanken zur Gestaltung. In Absprache mit der Regie wird das ausprobiert, bis alle zufrieden sind.
Für mich als Mann sicherlich. Der Trick ist, nicht zu übertreiben – sonst zieht man die Figuren schnell ins Lächerliche.
Ich notiere mir grundsätzlich nie Pausen im Text. Ich lese den Text eigentlich eher wie eine Partitur – die Pausen ergeben sich aus dem Inhalt beim Lesen.
Der Körpereinsatz ist beim Lesen enorm wichtig. Soll eine Person tief und dickleibig klingen, sacke ich vor dem Mikro oft etwas zusammen und schiebe den Unterkiefer nach vorne. Wirkt sie eher dünn und langgliedrig, richte ich mich auf und mache den Hals lang – auch unterschiedliche Sprechtempi sind zum Beispiel bei Dialogen von Vorteil, damit der Hörer die einzelnen Figuren auseinanderhalten kann.
Natürlich gibt es Fehlbesetzungen. Ich habe auch schon Hörbücher eingelesen, bei denen ich mich eher unwohl gefühlt habe – das passiert. Optimal ist es, wenn ich mir meine Stoffe selber aussuche – wie mit meiner ‚edition handverlesen‘. Am liebsten sind mir intelligente Ich-Erzählungen mit ironischem Unterton.
Das ist beim Hörspiel eigentlich selten der Fall. Der Regisseur ist da viel wichtiger.
Wenn Geschichte und Sprecher so fesseln, dass der Zuhörer im Auto auf dem Nachhauseweg noch mal um den Block fährt, um weiterzuhören.
Favoriten habe ich keine. Ich mag „Doppler“ von Erlend Loe sehr gerne.
Die Aufwendigste war wohl „Eragon“, die Schwierigste wird wohl „Blindband“ von Gilbert Adair werden – eine inszenierte Lesung, ähnlich einem Hörspiel, bei der ich alle Rollen übernehme. Die Aufnahmen finden erst noch statt.
Das ist auch schon passiert. Bei manchen Synchronarbeiten. Bei Hörbuchproduktionen kann es hin und wieder ganz charmant sein, wenn man etwas erkältet klingt – bloß sollte immer die Nase frei sein.
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