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An einem kalten Herbstabend wird an Islands geschichtsträchtigem See von Pingvellir die Leiche einer jungen Frau gefunden. Auf den ersten Blick deutet alles auf einen Selbstmord hin. Doch Kommissar Erlendur wird misstrauisch, als ihm ein Mitschnitt einer Séance zugespielt wird. Kurz vor ihrem Tod hatte sich die junge Frau an ein Medium gewandt. Trotz seiner tiefen Skepsis gegenüber spiritistischen Praktiken geht Erlendur den Hinweisen nach und rührt dabei an ein gut gehütetes Familiengeheimnis, das die Jugend der Frau überschattet hat…

  

  Autor: Arnaldur Indridason
Sprecher: Walter Kreye
Verlag: Lübbe Audio
Erschienen: 08/2009
ISBN: 978-3-785738726
Spieldauer: 307 Minuten, 4 CDs; gekürzte Fassung

 

Die Grundidee der Handlung
Karin und Maria kennen sich seit ihrer Kindheit. Nun will Karin endlich die Einladung Marias annehmen und sie in ihrem Ferienhaus besuchen. Alles ist besprochen. Doch als Karin ankommt, macht sie eine grausige Entdeckung. Maria hat sich erhängt. Für die Polizei ein eindeutiger Selbstmord, selbst, wenn das nicht logisch und erklärbar erscheint. Allenfalls der Tod von Marias geliebter Mutter Leonora liefert zarte Anhaltspunkte für ein Motiv. Kommissar Erlendur ist ratlos. Irgendwie glaubt er nicht recht an Selbstmord, aber bis auf seine Intuition spricht nichts für diese Annahme. Und da es der zweite Selbstmord in dieser Herbstwoche ist, schiebt er es auf den herannahenden dunklen isländischen Winter.
Doch dann passieren nahezu zeitgleich zwei Dinge, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben. Karin übergibt Erlendur eine Kassette, auf der eine Séance zu hören ist, der sich Maria unterzog. Wenig später bekommt Erlendur Besuch von einem alten Mann. Er ist der Vater des vermissten David, der vor 29 Jahren verschwand. Der alte Mann ist schwer krank und bittet Erlendur ein letztes Mal um Gewissheit. Da Erlendur dieser Wunsch so bewegt, nimmt er die Ermittlungen wieder auf und es ergeben sich ungeahnt Verbindungen zwischen dem Vermissten-Fall und Marias Selbstmord. Im Zuge der Ermittlungen stößt Erlendur auf ein illegales, tödliches Experiment zu Studentenzeiten von Marias Ehemann und auch der Unfall, bei dem Marias Vater starb als sie 10 Jahre alt war, gibt mehr Rätsel auf. War es wirklich Selbstmord oder ein perfider Mordplan, der in Zusammenhang mit der Vergangenheit steht? Ein spannender Fall, dessen Beweislage viel dünner scheint, als das isländische Eis …


Darstellung des Hörbuches
„Kälteschlaf“ umfasst vier CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 307 Minuten. Sprecher ist Walter Kreye, den viele vielleicht aus der ZDF-Serie „Der Alte“ kennen. Seine Stimme ist ruhig und angenehm, mit ausgesprochen gelungener Betonung. Leider bleibt die Stimme nahezu unverändert. Nur bei ausdrücklichen Beschreibungen, wie jemand spricht, passt er die Stimme an, dann aber auch gekonnt und überzeugend. Ein bisschen schade, dass die stimmlichen Fähigkeiten des Sprechers nur gelegentlich voll zur Geltung kommen. Dennoch kann die Lesung insgesamt wirklich überzeugen.

Die Handlung ist etwas kompliziert, Am Anfang ist es manchmal schwer, den beiden unterschiedlichen Ermittlungssträngen zu folgen, zumal bis auf Kommissar Erlendur zunächst keine der Personen in beiden Ermittlungen auftaucht. Aber, wie der Autor es zunächst schafft, den Spannungsbogen beider Handlungen separat aufzubauen und diese über zunächst zufällig erscheinende, winzige Verbindungsstücke zusammenzuführen, das ist hoch spannend und wirklich gekonnt.


Aufmachung des Hörbuches
Das Cover des Hörbuches zeigt ein Seeufer am Abend. Der Schilfbewuchs, sowie die Tatsache, dass nichts sonst auf dem See zu sehen ist und die beginnende Dunkelheit vermitteln eine ruhige, stimmungsvolle und dennoch auf seltsame Weise beklemmende Stimmung. Das Motiv passt somit ausgezeichnet zur Stimmungswelt, die die Lesung vermittelt.
Im Inneren des Hörbuchs findet man zunächst eine Biographie des Autors und des Sprechers mit auffallend, aber angenehm großen Farbfotos der Personen. Klappt man das Hörbuch weiter auf, so findet man unterhalb der ersten CD alle Angaben zum vorliegenden Hörbuch, unter der zweiten einen Auszug aus einer Besprechung und unter den verbleibenden zwei CDs Hinweise auf weitere Werke des Autors. Wenn man die letzten beiden CDs herausnimmt, so bekommt man den Klappentext des Werkes zu lesen, auf das unterhalb verwiesen wird, vielleicht eine interessante Idee.


Fazit
„Kälteschlaf“ ist bereits der 8. Fall für Kommissar Erlendur und auch er bietet die gewohnten Stärken des Autors und der Reihe. Unglaublich dichte Atmosphäre, gelungene Beschreibungen der Schauplätze, die es einfach machen, in die Natur und Stimmung Islands einzutauchen. Dazu ein alles andere als perfekter, aber sympathischer Ermittler, der die Vorschriften für seine Überzeugungen auch mal etwas dehnt. Für Fans der Reihe also gewohnt gute Krimi-Qualität aus Island. Da aber die Handlungsstränge doch etwas brauchen bis sie zueinanderfinden und bis dahin doch eher sehr unzusammenhängend erscheinen und auch für die viel zu selten zur Geltung kommenden stimmlichen Fähigkeiten des Sprechers insgesamt 4,5 Sterne.

 
4 5 Sterne

 
Hinweise
Dieses Hörbuch kaufen bei: amazon.de

Backlist:
Fall 3: Nordermoor
Fall 4: Todeshauch
Fall 5: Engelsstimme
Fall 6: Kältezone
Fall 7: Frostnacht

 

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