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Um Investoren und Politiker für das Remake zum Film ‚Der dritte Mann’ zu gewinnen, reist der äußerst erfolgreiche Hollywood-Autor Harald Schwarzkopf in seine Geburtsstadt Wien – an seiner Seite das durchgeknallte Regie-Wunderkind Ernesto Ostwaldo. Nach dem überraschenden Unfalltod seines alten Freundes Otto Sittich machen sich beide daran, die Hintergründe dieses Unfalls aufzuklären, stolpern dabei über den Schlitzer von Wien und lösen in nur 5 Tagen und 4 Nächten eine Katastrophe nach der anderen aus. Schlussendlich steht sogar dem österreichischen Bundeskanzler Schuhnagel und Innenminister Bitterlich das Wasser bis zum Hals – im wahrsten Sinne des Wortes…

 

  Autor: Richard K. Breuer
Verlag: Richard K. Breuer (Kleinauflage im eigenen Verlag)
Erschienen: 2009
ISBN: 978-3-9502498-5-9
Seitenzahl: 288 Seiten

 
Die Grundidee der Handlung
Harald Schwarzkopf und sein Regie-Wunderkind Ernesto Ostwaldo wurden von ihrer Filmfirma zu einer Promo-Tour nach Wien geschickt. Schwarzkopf möchte den Film ‚The Third Man’ von 1949 in einer Neuauflage in Wien drehen und soll die Werbetrommel rühren und die potentiellen Investoren Bauchpinseln. Doch schon am Flughafen von L.A. nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Schwarzkopf tappt nicht zuletzt wegen des leichtfertigen Drogenkonsums seines Kollegen Ernesto von einer Katastrophe in die Nächste. Was anfänglich als Promo-Tour geplant war, wird so zusehends zu einem Horrortrip. Dummerweise sind immer das Fernsehen und die Presse dabei und so erfährt auch die Öffentlichkeit von den Fehlgriffen der beiden Hollywood-Größen.
Als Schwarzkopf, in Wien angekommen, seinen Schulfreund Otto Sittich besuchen möchte, muss er erfahren, dass dieser vor kurzem bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Als Schwarzkopf erfährt, unter welchen Umständen der Unfall passiert ist, wird er misstrauisch und fängt an auf eigene Faust und mit Hilfe von Ernesto Nachforschungen anzustellen. Doch auch hier wird alles, was die beiden anfassen, zur mittleren Katastrophe. Auf der Beerdigung exhumieren sie seine Leiche in aller Öffentlichkeit, bei einem Konzert sorgen sie für Tumulte unter den Gästen, so dass eine Sondereinheit der Polizei die Vorführung stürmen muss. Die Premiere einer Theateraufführung wird nach einem Schusswechsel zu einer Brandkatastrophe und bei einer Matinee sorgen Drogen für eine ausgelassene Orgie. Da die Beiden anfänglich noch unter dem Schutz von Bundespräsident Schuhnagel und seinem Innenminister Bitterlich stehen, kommen sie nach diversen Nächten in der Promizelle immer wieder auf freien Fuß und sozusagen mit einem blauen Auge davon. Doch wie lange kann die Politik der öffentlichen Meinung, die beiden auszuweisen, noch standhalten? Schafft es Schwarzkopf noch den Mord an seinem Freund aufzuklären?


Stil und Sprache
Die Geschichte um Schwarzkopf und Ernesto ist wie ein Drehbuch geschrieben. Die einzelnen Szenen werden durch ‚Regietexte’ eingeleitet und beschrieben und die Protagonisten unterhalten sich in Dialogen. Dabei wird die jeweilige Person genannt und nach einem Doppelpunkt beginnt dann der Dialog. Dies ist anfänglich zwar etwas schwierig zu lesen, aber mit jeder Seite, die man in die Geschichte eintaucht, gewöhnt man sich mehr und mehr an diesen Stil. Nicht zuletzt, weil jeder Charakter seine sprachlichen Eigenheiten hat, erkennt man schon am Text, wer gerade spricht, und kann so das Lesen der Namen weglassen. Trotz der sehr skurrilen Geschichte ist das Buch leicht und flüssig zu lesen. Der Autor zieht in perfekter Manier über die Wiener, den Deutschen Staatsbesuch und die Gäste aus Hollywood her. Eine Komödie definiert sich ja nicht zuletzt dadurch, dass man darüber lachen kann und Richard K. Breuer hat sein Buch mit soviel Humor gespickt, das laute und lang anhaltende Lacher garantiert sind. Die Leser nördlich des Weißwurst-Äquators könnten sich allerdings bei dem einen oder anderen Dialog, vor allem wenn es zu Wienerisch wird, etwas schwer tun. Vielleicht hat Herr Breuer deswegen einen kleinen Sprach-Guide ins Buch integriert.


Figuren
Die Figuren sind allesamt genauso verrückt wie die Geschichte selbst. Ein Sammelsurium an kuriosen, durchgeknallten Charakteren. Harald Schwarzkopf, Hauptakteur, cool, ruhig, geradlinig aber durch seinen Kollegen Ernesto Ostwaldo vor keinem Fettnäpfchen sicher. Ostwaldo, ein drogensüchtiges Regie-Talent geht nicht zuletzt wegen seines exzessiven Pillenkonsums unbekümmert und oft ohne richtig nachzudenken durchs Leben. Alles an ihm und alles um ihn herum ist ‚strange’ und ‚coolio’.
Beide versuchen den mysteriösen Mord an Schwarzkopfs Freund Sittich auf die Spur zu kommen. Laura, Sittichs Frau und Theaterdiva, ist eine Sexnymphomanin aber in Wahrheit nur hinter Schwarzkopf her. Major Kohlweg ist erstmal der einzige, der den beiden glaubt, und versucht, wann immer es geht, ihnen zu helfen. Dann wären da noch Schuhnagel, der Bundeskanzler, Bitterlich, der Innenminister und Wamperl, der Staatssekretär. Auch der deutsche Kulturminister von Sandstein und seine Frau haben als Gäste Wiens eine tragende Rolle. Man sieht schon, eine bunte Mischung, die Richard K. Breuer da zusammengedacht hat. Alle sind extrem überzeichnet und nutzen jede Gelegenheit sich lächerlich zu machen. Ganz klar nichts für schwache Humornerven.


Aufmachung des Buches
Der Autor bleibt seinem Motto treu, das Buch ist genauso chaotisch dargestellt wie die Geschichte und seine Figuren. Das Cover ist wie ein Filmplakat aufgemacht. Titel und Autor werden mit unterschiedlichen Farben und Schriftgrößen präsentiert. Auf den ersten Seiten erhält der ambitionierte Leser Zusatzinfos über die Personen, die sprachlichen Eigenheiten Wiens und die Vorgeschichte. Am Schluss betreibt der Autor und Selbstverleger dann noch Eigenwerbung für seine anderen Projekte.


Fazit
Skurril, witzig, einfach etwas Besonderes. Wer lachen möchte und einen Faible für unsere südlichen Nachbarn hat, wird an Richard K. Breuers Buch eine Menge Freude haben. Vorsicht, wer nicht lachen kann oder will: Finger weg!


4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

  • Gast - Rik

    Solche Rezensionen liest man gerne :-)

    Viele Grüße aus Wien
    Richard

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