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James Gerald und seine Freundin Sheila Humphrey wollen die Vorweihnachtszeit im stimmungsvollen London genießen. Doch das klappt nicht recht: Sheilas Freundin Rosalind wird brutal ermordet. Als sei das nicht schon aufregend genug, versetzt James vor allem eine Frage in höchste Alarmbereitschaft: Galt der Mordanschlag in Wahrheit Sheila?

 

Truthahn Mord 

Autor: Marlies Ferber
Verlag: dtv
Erschienen: 22. September 2015
ISBN: 978-3-423-21607-4
Seitenzahl: 320 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
James hatte sich auf eine ruhige und besinnliche Vorweihnachtszeit gemeinsam mit seiner Freundin Sheila gefreut, doch diese scheint andere Pläne zu haben. Erst schwärmt sie regelrecht von einem Theaterprojekt, das alleine schon einige Zeit in Anspruch nimmt und dann taucht auch noch unvermittelt ein alter Jugendfreund auf, dem sie natürlich sofort ihr Gästezimmer anbietet. Als es zu einem tödlichen Zwischenfall kommt, ist der ehemalige Agent sofort alarmiert und begegnet allem und jedem mit Misstrauen.

Trotz fortgeschrittenen Alters ist James Gerald noch immer vorne mit dabei, vor allem wenn es um das Wohl seiner engsten Freunde geht. Dennoch spürt man als Leser vor allem zu Beginn deutlich, dass der Zahn der Zeit an allem nagt.


Stil und Sprache
Nachdem es im Prolog zur bereits angekündigten folgenschweren Tat kommt, gestaltet sich das Geschehen im weiteren Verlauf zunächst ruhig, regelrecht nichtssagend könnte man sogar meinen. Fast das erste Drittel erscheint wie eine seichte Erzählung, die vor sich hinplätschert, obwohl Protagonisten wie Inhalt einiges an Potential böten, um bereits zu diesem Zeitpunkt am Spannungsaufbau zu arbeiten. Plötzlich, als würde ein Schalter umgelegt, nimmt das Tempo zu, als würde man etwas aufholen wollen, was im Vorfeld versäumt wurde. So erleichtert der Leser ob der Entwicklung auch ist, erklären lässt sich der zähe Beginn bis zum Ende nicht. Glücklicherweise fordern nun andere Elemente vollste Konzentration, schließlich geht es um einen Mord, an dem so einiges rätselhaft ist und bleibt.

Erzählt wird aus der bereits bekannten beobachtenden Perspektive, die Einblicke in verschiedenste Situationen gibt, egal ob relevant für die Handlung oder nebensächlich. Es ist am Leser, diejenigen Informationen herauszufiltern, die für den weiteren Verlauf entscheidend sind, um der Lösung Schritt für Schritt näher zu kommen. Doch selbst eindeutige Hinweise auf den tatsächlichen Tathergang liefern keine Erkenntnisse das Motiv betreffend, weshalb die eigenen Theorien zunächst auf intuitiver Basis beruhen.

Auf Grund des flüssigen Schreibstils der Autorin ist es ein Leichtes, dem Geschehen zu folgen. Nachdem der Spannungsaufbau auch endlich in Angriff genommen wurde, darf man ebenfalls mit dem ein oder anderen Überraschungsmoment rechnen, auch wenn sich dadurch keine absoluten Kehrtwenden ergeben. Schlussendlich aber wartet noch ein ganz besonderer Aufreger auf Protagonisten wie Leser.


Figuren
James und Sheila sind auch dieses Mal unzertrennlich, obwohl es Störenfriede gibt, die genau darauf abzielen. Die Figuren wissen einfach, dass sie sich aufeinander verlassen können und was sie aneinander haben. Auch wenn kurzzeitig schlechte Stimmung herrscht, kann man immer sicher sein, dass es auch zu einer Versöhnung kommt. Regelrecht erstaunlich ist es, dass tiefgründigere Gedankengänge zutage treten, vor allem die Zukunft und das Gefühlsleben betreffend. Natürlich bleibt dennoch vieles ungesagt, man möchte auch gar nicht zu sehr nachbohren, denn die Charaktere sind liebenswert und sympathisch, auch ohne ihr Seelenleben offenzulegen.

Mit den Nebenfiguren kann man in diesem Band eher wenig anfangen. Sie bleiben eher im Hintergrund, denn natürlich soll man nicht zu früh auf den Übeltäter schließen können. Das bedeutet aber auch, dass die minimalistische Darstellung nicht ausreicht, um Bindungen aufzubauen. Die ein oder andere Figur hat man vielleicht sogar schon wieder vergessen, bevor sie erneut auftritt.


Aufmachung des Buches
Die obligatorische Tapete im Hintergrund, in diesem Fall rötlich gehalten, ziert ein Pflanzenmuster. Auf der linken Seite des Covers befindet sich ein geschmückter Tannenbaum, passend zur Jahreszeit, in der das Geschehen angesiedelt ist. Die Frau – Sheila – scheint den Betrachter direkt zu fixieren und steht mit verschränkten Armen neben einem Mann – James – der mit erhobener Waffe seine Kehrseite zeigt. Eine verschlungene Lichterkette am unteren rechten Rand des Taschenbuchs könnte darauf hindeuten, dass es zu einem Vorfall gekommen ist, der ergründet werden muss. Das Bild visualisiert in gewisser Weise zumindest die Hauptfiguren und macht entsprechend neugierig.


Fazit
Obwohl es im Titel eindeutig weihnachtlich wird, darf man keinen Lamettaregen erwarten, vielmehr hätte sich das Geschehen auch zu fast jeder anderen Jahreszeit zutragen können. Trotz zähem Einstieg ist man am Schluss hinreichend versöhnt, um eine solide Leistung würdigen zu können. Für Fans der Reihe allerdings ein absolutes Muss.


3 5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Operation Eaglehurst
Band 2: Agent an Bord
Band 3: Mord in Hangzhou

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