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Dunkelste Gedanken, böseste Absichten – es gibt nichts, was der unsterbliche Krieger Amun als Hüter des Dämons der Geheimnisse nicht lesen und damit auch manipulieren könnte. Diese Fähigkeit ist auch bei anderen unsterblichen Gestalten sehr begehrt. Selbst auferlegte Isolation scheint Amuns einziger Ausweg zu sein, um sich vor den Qualen der fremden Geheimnisse zu schützen.

Doch die Versuchung, sich wider aller Vernunft der Welt zu öffnen, wird immer grösser, als er die betörende Haidee kennenlernt – eine Dämonen-Jägerin, die geschickt wurde, um Amun zu töten …

Schwarzes Geheimnis 

Originaltitel: The Darkest Secret
Autor: Gena Showalter
Übersetzer: Maike Müller
Verlag: Mira Taschenbuch
Erschienen: Mai 2012
ISBN: 978-3-86278-325-0
Seitenzahl: 464 Seiten


Die Grundidee der Handlung
Mit der obigen Zusammenfassung bin ich nicht wirklich einverstanden: Die Befreiungsmission in der Hölle hatte für Amun schlimme Folgen, denn er hat unzählige niedere Dämonen in sich eingesaugt, die ihn quälen und fast um den Verstand bringen. Die Engel wollen ihn vernichten, sofern die Herren der Unterwelt ihren Gefährten nicht unter Kontrolle bringen. Strider bringt derweil seine gefangene Jägerin Haidee zum Verhör in die Burg und nur durch Zufall wird entdeckt, dass ihre Anwesenheit Amuns Dämonen verstummen lässt und eine knisternde Verbindung zwischen ihnen besteht. Gemeinsam machen sie die beiden auf den Weg in die Hölle, um das Problem endgültig zu lösen …

Ein beträchtlicher Teil der Handlung findet in der Hölle statt und genau dieser Handlungsstrang finde ich nicht wirklich glaubhaft, scheint die Gefahr nur immer da zu sein, wenn es den beiden gerade in den Kram passt und Zeit vorhanden ist. Die restlichen Handlungsstränge um die anderen Krieger hingegen sind perfekt in Szene gesetzt.


Stil und Sprache
Es braucht nur wenige Abschnitte und der geneigte Leser befindet sich wieder mitten in der Welt der Herren, denn die Handlung geht nahtlos weiter und setzt nur wenige Tage nach dem letzten Band ein. Amun, Haidee und Strider führen am meisten in der dritten Person durch die Handlung, wobei andere Nebenfiguren ebenfalls kurz zu Wort kommen. Wiederum spielen vergangene Ereignisse eine große Rolle, bereits bekannte werden nur kurz in Erinnerung gerufen, andere Szenen aus dem Leben von Haidee hingegen sind ausführlich eingefügt.

Die Anziehungskraft zwischen Amun und Haidee ist perfekt zu spüren, ihre Handlungsweise war für mich jedoch nicht immer ganz nachvollziehbar, obwohl die Emotionen ausführlich beschrieben sind und sie klärende Gespräche führen. Amun kann mittels Telepathie frei mit Haidee sprechen, ohne dass sein Dämon Geheimnis dazwischenfunkt. Diese Sätze sind in Kursivschrift eingefügt und heben sich von den Gedankengängen dahingehend ab, weil keine Anführungszeichen vorangestellt sind.

Die Spannung und Neugier wird zwar im ersten Kapitel gesetzt, konnte sich aber trotz Hölle nicht auf hohem Niveau halten. Ihre Mission in der Hölle ist gefährlich, die Umgebung mörderisch und doch hat man den Eindruck, es gebe so etwas wie einen Ein-/Ausschaltknopf für die Entwicklung der Liebesgeschichte und die erotischen Szenen. Plötzlich ist alles herum vergessen, scheint vorübergehend keine Gefahr zu herrschen und niemand in der näheren Umgebung zu sein, nur um kurze Zeit später wieder aufzubrechen und in die nächste Schlacht zu ziehen. Das mag für die beiden Liebenden praktisch sein, aber nicht wirklich wahrscheinlich. So schaukelt sich die Spannung immer mal wieder hoch, wechselt in einen anderen Handlungsstrang auf die Erde, um später wieder abzuflachen. Der Schreibstil passt sich dem an, nimmt Fahrt auf oder Tempo weg und bleibt stets flüssig. Das Ganze endet in einer Katastrophe mit bewegenden Momenten und lässt den Leser etwas gespalten zurück.


Figuren
Amun ist der schweigsamste aller Krieger, denn er hat gelernt, seinen Mund zu halten. Ansonsten sprudeln ungefiltert alle aufgefangenen Geheimnisse und bösartigen Gedanken aus seinem Mund mit dem Ziel des Dämons zu verletzen. Hier wird erstaunlich viel Tiefe präsentiert, denn Amun ist ein wahrer Krieger, der alles für den Schutz seiner Gefährten unternimmt und dafür leidet. Dass er mit Haidee ungehindert telepathisch sprechen kann, ist für ihn eine Wohltat. Obwohl er weiß, dass die Jägerin damals seinen Freund Baden getötet hat, fühlt auch Amun sich voller Schuld, weil er an ihrem ersten Tod beteiligt war. Seine Emotionen sind breit gefächert und ich habe sie ihm abgenommen.

Mit Haidee hingegen bin ich nie richtig warm geworden. Sicher, zuerst hat sie den geschundenen Amun mit ihrem derzeitigen Freund und Jägeranführer verwechselt, aber die Kehrtwende danach war einfach zu groß für mich. Dadurch habe ich mich auch an einzelnen späteren Gegebenheiten gestoßen. Die Nebenfiguren sind wiederum mit den nötigen Details versehen und überzeugen perfekt.


Aufmachung des Buches
Auch dieser Band kann von der Aufmachung her sofort der Serie zugeordnet werden und zeigt wie gewohnt einen männlichen Krieger mit nacktem Oberkörper und dem Schmetterlingstattoo auf der Brust. Vom Hintergrund sind mit Ausnahme des Vollmondes keine Einzelheiten zu erkennen. Die Schriftzüge glänzen schön, wenn man das Buch leicht schräg hält. Die Rückseite ist erstmals nicht schwarz, denn der Titel wurde unter dem Label SOUL von Mira veröffentlicht. Die Inhaltsangabe ist mit schwarzer Schrift auf einem hellen Hintergrund geschrieben. Es sieht aus, wie eine Wolke im blauen Himmel, der an den Rändern sichtbar ist.

Nach der Widmung gibt es 30 Kapitel, denen der Glossar mit Namensregister folgt. Am Ende ist eine Leseprobe des nächsten Bandes eingefügt.


Fazit
Ausgerechnet der Hauptstrang und dabei vor allem die Szenen in der Hölle konnten mich nicht im gewohnten Masse überzeugen. Zudem wurde ich mit Haidee nie richtig warm, sodass die Liebesgeschichte ebenfalls Abstriche zu verzeichnen hat. Dafür sind alleine schon die Nebenhandlungen genügend spannend, um den Band trotzdem empfehlen zu können.


3 5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 2: Schwarzer Kuss
Band 3: Schwarze Lust
Band 4: Schwarzes Flüstern
Band 5: Schwarze Leidenschaft
Band 6: Schwarze Lügen

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