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Christine Clay ist ein Weltstar und wird geliebt. Muss sie deshalb sterben?

 

Klippen des Todes 

Originaltitel: A Shilling For Candles
Autor: Josephine Tey
Übersetzer: Dr. Dietlind Bindheim
Sprecher: Jens Wawrczeck
Verlag: Vitaphon
Erschienen: 06/2017
ISBN: 978-3942210454
Spieldauer: 467 Minuten, 1 CD, ungekürzte Lesung


Die Grundidee der Handlung
Die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts: Christine Clay ist ein berühmter Filmstar und hat sich eine Zeitlang vor allem zurückgezogen. Einsam zieht sie jeden Morgen ihre Bahnen im Meer, bis sie eines Tages tot aufgefunden wird, offenbar ertrunken. Doch kann es sich angesichts ihrer guten Schwimmkünste wirklich um einen Unfall handeln? Schnell ist auch ein Mordverdächtiger ausgemacht: Der junge Freund Christines ist höchst verdächtig. Seine Flucht vor der Polizei verstärkt den Verdacht gegen ihn und Detective Inspector Grant hat alle Hände voll zu tun, denn es gibt noch einige andere Anhaltspunkte …

Der Roman, der im Original „A Shilling For Candles“ heißt, diente Alfred Hitchcock als Grundlage für eines seiner Frühwerke „Young and Innocent“ (1937), wobei im Film wirklich nur die grobe Idee des ermordeten Filmstars zum Tragen kommt und eher die Flucht des jungen Robert Tisdall im Mittelpunkt der Handlung steht. Selbst die Mordmethode und der Täter unterscheiden sich doch deutlich von der Romanvorlage. Diese ist deutlich komplexer und kann mit zahlreichen Verstrickungen, Verdächtigen und Mordmotiven aufwarten, obwohl sie für heutige Verhältnisse insgesamt nicht allzu rasant daher kommt, sondern fast etwas behäbig wirkt.


Darstellung des Hörbuchs
Jens Wawrczeck hat es sich zur Aufgabe gemacht, die bisher weitgehend unbekannten Buchvorlagen zu diversen Hitchcock-Filmen „auszugraben“ und als Hörbuch einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Sehr engagiert liest er auch diese vergleichsweise lange Geschichte, verleiht dabei der Vielzahl der auftretenden Figuren klare Unterscheidungsmerkmale und schafft es, dass man als Hörer jederzeit weiß, wer gerade das Sagen hat. So hat beispielsweise der ermittelnde Inspector Grant einen bedachten Tonfall, der seinen ruhigen Charakter gut transportiert, der quirlige Journalist, der selbst versucht, den Mordfall aufzuklären und seiner Zeitung eine möglichst dramatische Geschichte zu liefern, wirkt deutlich lebendiger und aktiver. Lediglich bei weiblichen Stimmen übertreibt Wawrczeck an manchen Stellen etwas, sie wirken dann schnell gepresst und leicht überdreht. Hingegen bekommt er den feinen Humor, der sich durch die ganze Geschichte zieht, sehr gut hin und versteht es auch, gegen Ende eine gewisse Dramatik in seine Stimme zu legen.


Aufmachung des Hörbuchs
Passend zum Reihen-Design der Hichtcock-Hörbücher steckt auch diese CD in einer einfachen, aber sehr schicken Papphülle. Ein kleines Booklet ergänzt einige Informationen zu Sprecher, Autorin und dem Projekt an sich. Sehr schön!


Fazit
Eine etwas aus der Zeit gefallene Geschichte mit feinem Humor und viel Charme, sehr gut interpretiert, die aber viel Aufmerksamkeit erfordert.


4 Sterne


Hinweise
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