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Wenn man am Tiefpunkt ist, gibt es nur einen Weg: Hoch, in den Norden

Thorkild Aske wird aus dem Gefängnis entlassen. Früher war er interner Ermittler bei der norwegischen Polizei und ein gefragter Verhörspezialist, doch dann lief etwas entsetzlich schief. Nun steht er vor dem Nichts. Von Schuldgefühlen und Schmerzen geplagt, lässt er sich von seinem Freund und Psychologen Ulf überreden, nach einem jungen Mann zu suchen: Rasmus Moritzen arbeitete auf einer verlassenen Leuchtturmwärterinsel im nordnorwegischen Meer. Er ist spurlos verschwunden. Ein Tauchunfall, vermutet die örtliche Polizei, für sie ist der Fall erledigt. Doch damit wollen sich Rasmus' Eltern nicht zufrieden geben. Thorkild macht sich auf in den Norden, wo die Polarnacht anbricht. Bald schon bemerkt er, dass er nicht allein auf der kargen Felseninsel ist. Und als die Herbststürme wüten, wird tatsächlich eine Leiche angeschwemmt. Thorkilds alter Spürsinn erwacht: Denn es handelt sich nicht um Rasmus.

 

und morgen werde ich dich vermissen 

Originaltitel: Jeg skal savne deg i morgen
Autor: Heine Bakkeid
Übersetzer: Ursel Allenstein
Verlag: Rowohlt Polaris
Erschienen: 06/2017
ISBN: 978-3499290558
Seitenzahl: 416 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Thorkild Aske war einmal Polizist. Jetzt steht er nach einem Gefängnisaufenthalt und einem Suizidversuch vor dem Nichts. Nur Tabletten halten ihn halbwegs aufrecht und als er den Auftrag bekommt, nach einem jungen Mann zu suchen, nimmt er nur widerwillig an. Auf seiner Reise nach Nordnorwegen begleiten ihn seine inneren Dämonen und das Ganze wird zum wahren Alptraum, als an dem Leuchtturm, den der junge Mann gekauft hatte, tatsächlich eine Leiche angespült wird. Allerdings handelt es sich um eine junge Frau – die dann prompt wieder verschwindet. Thorkild weiß irgendwann nicht mehr, was Realität ist und was nur seiner benebelten Phantasie entspringt. Keine guten Umstände für eine Ermittlung…

Heine Bakkeid hat seinen ersten Thriller als Serienauftakt gestaltet und einen oberflächlich interessanten Ermittler geschaffen, der allerdings zumindest meine Erwartungen nicht erfüllen kann. Zu wirr ist das Ganze, zu viel muss man sich hineininterpretieren und der Kernpunkt der Geschichte vermag leider auch nicht zu überzeugen. Schade.


Stil und Sprache
Über Heine Bakkeid schreibt man, dass er seine Stärken in der Landschaftsbeschreibung hat. Das mag so sein, reicht aber allein für einen guten Thriller nicht aus. Dazu gehört mehr, vor allem anderen eine Hauptfigur, mit der sich der Leser identifizieren kann oder die er zumindest respektiert. Thorkild Aske wehrt sich erfolgreich gegen alle Annäherungsversuche und so bleibt man auf Distanz. Derart ausgebremst, benötigt auch die Geschichte sehr lange, bis so etwas wie Spannung aufkommt. Immer wieder unterbrechen Zeitsprünge in die Vergangenheit die aktuelle Handlung und sorgen dafür, dass man nicht so recht weiß, was man von all dem halten soll.

Hinzu kommt, dass immer mal wieder so etwas wie Esoterik eingebaut wird, Thorkild irgendwelche Tabletten im Übermaß schluckt und nicht mehr weiß, was Wirklichkeit ist und was Drogenwahn. Zumindest mein Ding ist so etwas nicht, aber womöglich sind da die Geschmäcker auch unterschiedlich. Leider vermag auch der Stil mich nicht zu überzeugen, das typisch nordische, das ich an sich gern mag, verkommt hier zu abgehackten Sätzen und undurchschaubaren Zeitsprüngen, die weder den Lesefluss fördern noch Spannung erzeugen.


Figuren
Thorkild Aske ist ein wahrlich kaputter Typ, nach einem Gefängnisaufenthalt und einem Selbstmordversuch hat er keine wirklich Perspektive mehr. Nur sein Psychologe hält noch zu ihm, alle anderen haben sich von ihm abgewandt. Leider erfährt man auch im Laufe der Geschichte nicht vollständig, was genau zu diesem Absturz geführt hat, sondern muss sich auf Vermutungen beschränken. Und irgendwie kommt man ihm auch nach längerer Zeit nicht wirklich nahe, was wie schon erwähnt nicht dazu beiträgt, sich in die Handlung einzufinden.

Die übrigen Beteiligten sind mehr oder weniger detailliert ausgearbeitet, aber auch ihnen kommt man nicht wirklich nahe, so dass insgesamt alles eher blass bleibt. Schade drum.


Aufmachung des Buches
Das großformatige Taschenbuch ist in Klappbroschur aufgemacht und überwiegend in einem silbrig glänzenden Blau aufgemacht. Davor sieht man die schwarze Silhouette eines Leuchtturms auf einer kleinen Insel. Unterhalb der Insel gehen die Schatten in im Wasser schwebende Haare einer Frau über. Etwas schräg, aber nicht schlecht. Innen gibt es 69 kurze Kapitel, außerdem ist die Handlung nach Wochentagen aufgeteilt.


Fazit
Der erste Thriller eines renommierten Jugendbuchautors ist leider nicht so gut geraten wie erhofft. Es fehlt Spannung, ein interessanter Ermittler und leider auch ein ansprechender Schreibstil, daher keine Empfehlung von mir.


2 5 Sterne


Hinweise
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