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Die Dinge sind mehr aus dem Lot als je zuvor. Rick und seine Begleiter befinden sich weiterhin in der Hand des Gouverneurs, der sein diktatorisches Regime in der Stadt Woodbury errichtet hat. Rick hat eine Hand verloren, Michonne wird gefoltert. Nur Glenn kann sich als einziger noch halbwegs frei in den Mauern der Stadt bewegen. Gewalt und Spiele bestimmen ihr Leben. Die mächtige Kämpferin Michonne soll von der Folter erlöst werden, wenn sie sich bereit erklärt, an den brutalen Zombi-Gladiatorkämpfen in de Arena teilzunehmen. Der rekonvaleszente Rick verbündet sich währenddessen mit Woodburys Arzt, Dr. Stephens, gegen den Gouverneur. Gemeinsam planen sie die Flucht aus dem Stadtstaat. Aber wie soll man entkommen, wenn eine ganze Stadt und schwerbewaffnete Wachen gegen einen stehen? Und auch in der „Heimat“, dem ehemaligen Gefängnis, das Ricks Gruppe als Unterkunft dient, steht nicht alles zum Besten. Oder wieso haben sich plötzlich die Zombies das ehemals befreite Gebiet zurückerobert?

 

The Walking Dead Dieses sorgenvolle Leben 

Originaltitel: The Walking Dead #31-36
Autor: Robert Kirkman
Übersetzer: Marc-Oliver Frisch
Illustrator: Charlie Adlard und Cliff Rathburn
Verlag: Cross Cult Verlag
Erschienen: 01. September 2016
ISBN: 978-3-86425-808-4
Seitenzahl: 140 Seiten
Altersgruppe: ab 16 Jahre (Verlagsempfehlung) 


Die Grundidee der Handlung
Die Ereignisse überschlagen sich: Michonne und Rick können befreit werden und fliehen mit einigen „Freunden“ aus Woodbury. Michonne bleibt zurück, um sich an den Gouverneur zu rächen. Zurück im Gefängnis merken Rick und seine Freunde, dass Martinez, der vermeintliche „Befreier“, eigentlich nur den Weg zum Gefängnis wissen wollte und nun geflohen ist, um die anderen Leute aus Woodbury zu holen. Rick beschließt zu handeln.

Der sechste Band steht ganz im Zeichen des Wandels. Michonne wird grausamer, Rick unberechenbarer und Verräter gibt es sowieso. Die Charaktere sind wie immer detailversessen mit feinen Linien gezeichnet und die Story erlebt stetige Höhepunkte und Wandlungen. Besonders die Entwicklung der Charaktere sind das Highlight des vorliegenden Bandes.


Beurteilung der Zeichnung / Textdarstellung
Man kann eigentlich nicht viel neues über die Zeichnungen sagen. Sie sind für Comic-Kenner durchaus gewöhnungsbedürftig und wirken teils „billig“! Hat man sich jedoch an den Stil gewöhnt und akzeptiert diesen, ist er gar nicht so schlecht. Die Figuren werden mit feinen runden Linien gezeichnet und detailverliebt ausgearbeitet. Besonders in den Gesichtern spiegeln sich diverse Emotionen der Figuren hervorragend wider, werden diese doch mit Falten und Schatten besonders hervorgehoben. Generell sind die Figuren erkennbar und man kann sie altersgerecht einordnen, sind sie doch recht markant und eigensinnig gezeichnet.

Im Fokus des Bandes steht diesmal der Wandel diverser Personen. Michonne etwa lässt ihre gesammelte Wut an dem Gouverneur heraus, als sie diesen gefangennehmen kann und ihn genauso quält, wie er sie. Sagte ich genauso? Nein! Schlimmer! Die Zeichner überschreiten hier meiner Meinung nach Grenzen der Figur, die wirklich grausam und unberechenbar sind. Michonne mutiert zu einer Sadistin und zeichnerisch wird fast jeder Aspekt ihrer Qual dargestellt. Ich frage mich an dieser Stelle, ob 16 Jahre als Leseempfehlung richtig ist? Ebenso ergeht es Rick. Hier wird der Wandel seiner Entschlossenheit zu Töten allerdings nicht so drastisch dargestellt wie bei Michonne. Es sind durchaus grandiose Highlights und Sternstunden des Comics, die aber auch durchaus an die Nerven gehen können.

Der Comic ist wie gewohnt in Schwarzweiß und Grautönen gehalten und wird durch diverse Schattentechniken und kleinen zeichnerischen Aufwertungen, wie Rauch und Qualm oder andere Effekte, unterstützt. Es gibt vereinzelt ausgearbeitete Hintergrundbilder, wobei ausgearbeitet bedeutet, dass diese im Stil des Comics gehalten sind. Vereinzelte großflächige Zeichnungen motzen den Comic etwas auf und Umgebungen werden mal flacher, mal ausgeklügelter in die Bilder eingebaut.

Großes Lob geht auch dieses mal an das Textliche. Die zahlreichen Dialoge sind ausführlich und passend gewählt und es gibt genügend Lesestoff. Alles wird erklärt und auch die Wahl der jeweiligen Textpassagen ist durchdacht. So führt Michonne nach ihrem Aussetzer beim Gouverneur Selbstgespräche, die deutlich ihren Wandel ansprechen, aber auch ihre Angst davor. Soundwörter werden passend eingesetzt und verbessern so den Gesamteindruck.


Aufmachung des Comics
Im Stuhl sitzend erwartet der Gouverneur seine Strafe durch Michonne. Diese wird mit Schwert im Schatten an der Wand hinter dem Sadisten dargestellt und der Hintergrund des Softcovers ist wie üblich in Rot gehalten. Trotz der bevorstehenden Lehre, die ihn Michonne vermutlich erteilen wird, wirkt der Gouverneur gefasst, ja fast freudig, so als hätte er sie erwartet. Oberhalb steht in schwarzen schlichten Lettern der Titel und die Überschrift des Bandes in weißen Lettern darunter.

Die Rückseite gibt wie immer einen sehr, wirklich sehr ausführlichen Text zum Band wieder und erscheint ebenfalls mit rotem Hintergrund. Rechts oben gibt es eine Altersempfehlung und unten erscheint das Logo des Verlags.


Fazit
Bisher der Höhepunkt an Horror und Gemetzel. Für Liebhaber ein Genuss, für schwache Nerven vielleicht zu viel.


4 5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Die gute alte Zeit
Band 2: Ein langer Weg
Band 3: Die Zuflucht
Band 4: Was das Herz begehrt
Band 5: Die beste Verteidigung

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