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Richard Poole – der ungewöhnlichste Ermittler unter der Sonne

Detective Inspector Richard Poole wurde gegen seinen Willen in die Karibik versetzt. Für den Briten im Tweedanzug die Hölle! Jeden Tag kämpft er gegen die unerträgliche Hitze und die Lässigkeit seiner örtlichen Kollegen an. Nun bringt ihn auch noch ein ungewöhnlicher Mordfall ins Schwitzen: In dem spirituellen Urlaubsresort der Insel wird Guru Aslan nach seiner täglichen Tiefenentspannung tot im Teehaus aufgefunden. Die fünf Teilnehmer seines Kurses behaupten alle, tief in ihre Meditation versunken gewesen zu sein. Wer könnte ein Motiv haben, den Meister aus dem Weg zu räumen? Poole ist entschlossen, den Mörder aufzuspüren. Und folgt schon bald einer heißen Spur …

 

Mord im Paradies 

Originaltitel: A Meditation on Murder
Autor: Robert Thorogood
Übersetzer: Sabine Längsfeld
Verlag: rowohlt
Erschienen: 02/2017
ISBN: 978-3499272752
Seitenzahl: 384 Seiten


Die Grundidee der Handlung
… wird im Rückentext schon recht gut beschrieben. Richard Poole lebt zwar nun schon einen Weile auf Saint Marie, wirklich angekommen ist er aber nicht. Als endlich ein Mord passiert, stürzt er sich voller Elan in die Ermittlungen, kommt aber schnell an einen Punkt, der ihm gar nicht gefällt: Der Mord wurde in einem von innen verschlossenen Meditationsraum begangen, die übrigen Meditationsteilnehmer können es nicht gewesen sein, obwohl sie allesamt ein Motiv hätten. Inspector Poole steht vor einem Rätsel …

Bevor Robert Thorogood Mord im Paradies als Roman zu Papier brachte, schrieb er bereits die Drehbücher zur TV-Serie „Death in Paradise“. Und genau das ist das Problem. Jeder, der die Serie gesehen hat, vergleicht unwillkürlich beides und dabei schneidet das Buch eher schlecht ab. Was im Fernsehen flott und amüsant daher kommt, wirkt hier künstlich in die Länge gezogen und zäh, die Marotten des Inspectors nutzen sich schnell ab und am Ende ist man fast erleichtert, wenn der Fall endlich gelöst ist.


Stil und Sprache
Robert Thorogood erzählt durchaus leicht und locker, gerade zu Beginn kommt man immer wieder ins Schmunzeln, wenn der Inspector mit den aus seiner Sicht höchst widrigen Umständen auf der Insel kämpft. Allerdings nutzt sich dieser charmante Eigensinn schnell ab und der Fall, den Poole und sein Team zu lösen haben, ist leider nur mäßig spannend. Zum einen deshalb, weil er einer Folge der TV-Serie entspricht und zumindest ich mich immerhin teilweise an die Details erinnern konnte, zum anderen bestehen die Ermittlungen im Wesentlichen aus Verhören und angestrengtem Nachdenken aller Beteiligten. Immer wieder wird auf die Unmöglichkeit des Verbrechens eingegangen, die Motive der einzelnen Verdächtigen werden durchgeknetet bis zur Erschöpfung und am Ende wartet man als Leser nur noch darauf, dass es endlich vorbei geht.

Das alles hätte auf wesentlich weniger Seiten gestrafft durchaus Spaß machen können, so aber sind die fast 380 Seiten schlicht und ergreifend zu viel.


Figuren
Richard Poole ist Brite. Und das vom Scheitel bis in die Lederschuhe, ohne Kompromisse. Er geht niemals ohne seinen Tweedanzug vor die Tür und die lässige, entspannte Lebens- und Arbeitsweise seiner Kollegen ist ihm – gelinde gesagt – unheimlich. Wie schon erwähnt, im TV ist das durchaus witzig, weil man diese schrägen Angewohnheiten immer vor Augen hat, im Buch aber ermüden die regelmäßigen Hinweise auf einen schwitzenden Inspector Poole irgendwann.

Auch Richard Pooles Team ist dasselbe wie in der Serie: Die kluge und ausnehmend hübsche Camille, der erfahrene, gerissene Dwayne und der junge, etwas naive Fidel unterstützen den Inspector und ohne sie wäre er auf der Karibikinsel vermutlich verloren. Improvisation ist eben alles, wenn es kein Kriminallabor gibt …

Die Nebenfiguren bekommen nur die Merkmale, die sie für ihren jeweiligen Auftritt brauchen, am besten unter ihnen hat mir Harry gefallen, der Gecko, mit dem Richard Poole sein Haus am Strand teilt. Alles in allem in Ordnung, aber nicht überragend.


Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch zeigt auf dem Cover die stilisierte Zeichnung einer türkisfarbenen Insel im Meer, man erkennt zwei Palmen und springende Delfine. Die alles überstrahlende Sonne ist mit orangenen Kreisen versehen. Oben rechts in der Ecke befindet sich neben dem Autorennamen die Silhouette eines Mannes mit Anzug und Regenschirm, offenbar Detective Inspector Poole. Innen gibt es einen kurzen Prolog und dann insgesamt 16 recht lange Kapitel, deren Nummerierung einen Teil des Covermotivs wieder aufnimmt.


Fazit
Wer die gleichnamige TV-Serie gesehen hat, wird möglicherweise enttäuscht sein, für alle anderen ist Mord im Paradies ein netter Zwischendurch-Krimi im Stil von Agatha Christie, der leider ein bisschen zu ausschweifend geraten ist.


2 5 Sterne


Hinweise
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