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Dieses Jahr stand für mich ganz im Zeichen der Coventions und Neuentdeckungen im Lese-Festival-Bereich. Im April war ich erstmalig bei der Love Letter Convention in Berlin (hier mein Bericht für Samstag und Sonntag), im Juni besuchte ich im Rahmen der LitBlog Convention Bastei Lübbe und die anderen teilnehmenden Verlage in Köln und im November stand schon das dritte Highlight dieser Art an: die erste Lit.Love.

Wie der Name der Veranstaltung schon vermuten lässt, drehte sich alles um Liebesromane in all ihren Erscheinungsformen. Während sich bei der LitBlog die verschiedenen Kölner Verlage zusammengeschlossen hatten, handelte es sich bei der Lit.Love um eine Gemeinschaftsveranstaltung verschiedener Verlage der Random House Verlagsgruppe. Vertreten waren die Verlage Blanvalet, cbj, cbt, Diana, Goldmann, Heyne und Heyne fliegt und sie hatten einige ihrer Autoren und jede Menge interessante Programmpunkte im Gepäck. Schon Monate vorher hatte ich mir deswegen das Wochenendticket besorgt und machte mich früh am Morgen des 12. Novembers auf den Weg nach München.

Den Weg zum Random House Gebäude kannte ich zum Glück schon von einer Lesung und so kam ich ohne Probleme und ein bisschen vor der ersten Veranstaltung dort an. So blieb noch genügend Zeit an der Garderobe die Jacke abzugeben und in der am Eingang erhaltenen Goodie Bag zu stöbern. In dieser fanden sich einige kleine Geschenke von den Sponsoren der Veranstaltung, unter anderem die aktuelle Jolie und eine Packung Strawberry Cheesecake Tee von Meßmer. Dann nutzte ich die verbleibende Zeit, um mir einen Überblick der Räume zu verschaffen und ein wenig durch die kleine Buchhandlung zu stöbern. Dabei fiel mir das erste Mal auf, dass die Verlage die Veranstaltung wirklich großartig vorbereitet hatten. Jeder Besucher erhielt nicht nur eine Übersicht des Programms, sondern auch einen kleinen Lageplan mit allen Veranstaltungsräumen. In der Buchhandlung waren die Bücher der anwesenden Autoren gesondert aufgestellt und ich habe auch direkt das erste Buch für eine spätere Signierstunde gekauft.

Die Auftaktveranstaltung fand um 10 Uhr auf der großen Bühne statt und war als „Talk mit Sylvia Day“ angekündigt worden.

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Ich habe von der Autorin noch kein Buch gelesen und war entsprechend gespannt, wie mir die Veranstaltung gefallen würde. Moderiert hat Anouk Schollähn und ich muss sagen, das war eine der besten zweisprachigen Lesungen, die ich bisher besucht habe. Anouk Schollähn hat großartig übersetzt und dabei das richtige Maß gefunden, sodass sich die Zuschauer, die Englisch verstehen, nicht gelangweilt haben und die restlichen doch alles mitbekamen. Die Stunde verging dann auch wie im Flug, denn es war eine bunte Mischung aus Interview, Frage-und-Antwort-Runde mit dem Publikum, und Lesung. Ich konnte die gelesenen Szenen zwar nicht so ganz einordnen, weil sie aus dem Abschlussband der Reihe stammten, wurde aber trotzdem gut unterhalten.

Nach dieser Auftaktveranstaltung fanden über den Tag verteilt im Folgenden immer mehrere Veranstaltungen parallel statt, sodass man die Qual der Wahl hatte. Ich habe mich als nächstes für die Lesung von Anne Freytag und Adriana Popescu entschieden und was folgte, war eins meiner absoluten Highlights der Lit.Love.

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Die beiden Autorinnen haben aus ihren aktuellen Jugendbüchern vorgelesen und nicht nur, dass die Lesung selbst sehr gut war, davor und danach haben sie auch noch auf eine derart humorvolle Art erzählt, dass ich ihnen Stunden hätte zuhören können. Beinahe schon nebenbei haben sie dabei verkündet, dass das nächste Jugendbuch von Anne Freytag schon im März 2017 erscheinen wird. Von Adriana Popescu erscheint leider erst 2018 wieder ein Jugendbuch, aber dafür geht nächstes Jahr die New York Diaries Reihe der beiden weiter.

Wie nicht anders zu erwarten, war auch das Meet&Greet der beiden Autorinnen, was direkt im Anschluss stattfand, mehr als gut besucht. Entsprechend stand ich eine Weile an, um „Paris, du und ich“ signieren zu lassen. Aber die Zeit verging schnell. Auch hier merkte man wieder die gute Organisation der Lit.Love. Der Signierbereich war ordentlich vorbereitet, man stand in einer Schlange an und nicht in einem wilden Knäuel, und die Leute waren tatsächlich alle ruhig und gelassen und nicht so aggressiv wie man es teilweise auf überfüllten Buchmessen erlebt.

Danach nutzte ich die kurze Pause bis zur nächsten Veranstaltung, um in der Random House Kantine Mittag zu essen. Zur Auswahl standen Currywurst und Gemüselasagne. Zusätzlich gab es auch noch süße und herzhafte Snacks in der Cafeteria zu kaufen. Gestärkt ging es weiter mit einer Lesung von Ella Simon aus „Ein Gefühl wie warmer Sommerregen“ und danach las Marie Adams aus „Das Café der guten Wünsche“. Beide Lesungen waren unterhaltsam und ließen auch genügend Raum für Fragen der Zuschauer. Besonders beeindruckt hat mich Marie Adams – nicht nur mit dem toll klingenden Buch, sondern auch, weil sie eigentlich krank war und sich trotz Stimmproblemen für uns durch die Lesung „gequält“ hat – und wenn sie es nicht vorher gesagt hätte, wäre uns wahrscheinlich gar nichts aufgefallen.

Als nächstes widmete sich eine Diskussionsrunde dem Trend-Thema „All Age Romane“. Moderiert von Anka vom Blog und YouTube-Kanal Ankas Geblubber haben die Autorinnen Bettina Belitz, Anne Freytag und Ulla Scheler und die Literaturagentin Sophie Wittmann darüber diskutiert, was All Age Titel ausmacht, welche Vorteile und welche Schwierigkeiten damit einhergehen. Zwischendurch sind sie immer mal wieder vom Thema abgewichen – Ulla Scheler bezeichnete es humorvoll als „Autoren-Selbsthilfe-Gruppe“ – aber auch ebenso wieder zum Thema zurückgekommen. So ergab sich für die Zuschauer eine interessante Mischung und eine höchst unterhaltsame Stunde.

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Es folgte eine weitere Lesung, diesmal von Claudia Winter aus „Aprikosenküsse“, und dann war es auch schon Zeit für die Abschlussveranstaltung des Samstags. Wieder moderierte dabei Anouk Schollähn. Diesmal saß Katherine Webb mit auf der Bühne und die zwei plauderten über die Entwicklung der Autorin, ihren Werdegang und ihren neusten Roman. Besonders spannend war dabei zu hören, wie viele unterschiedliche Jobs Katherine Webb hatte, bevor sie schließlich vom Schreiben leben konnte. Unter anderem arbeitete sie auch als Hausmädchen in aristokratischen britischen Familien – eine Erfahrung die ihr sicher beim einen oder anderen Roman zu Gute kommt. Damit ging der erste Lit.Love-Tag auch schon zu Ende und ich machte mich wieder auf den Weg nach Hause.

Am nächsten Morgen ging es eigentlich mit einer Lesung von Geneva Lee los, mein Zug kam aber nicht rechtzeitig an, sodass ich erst zum zweiten Programmpunkt des Tages dazu kam. So war mein erster Termin die Teilnahme an einer exklusiven Blogger Lounge Runde. Dafür konnte man sich im Vorfeld anmelden und ich hatte das Glück, bei meiner Wunschrunde dabei sein zu können. Neben den ca. 10 Bloggern saßen drei Autorinnen mit in der Runde und stellten sich unseren Fragen bzw. stellten uns selbst welche. Diese drei waren Petra Durst-Benning, Claudia Winter und Victoria Seifried. Alle drei mit unterschiedlichsten Erfahrungen im Bereich Schriftstellerei und Zusammenarbeit mit Bloggern. So entstand ein unterhaltsamer Austausch, der sich unter anderem um Rezensionen, Social Media Arbeit von Autoren und Sterne-Bewertungen drehte. Die drei Autorinnen nahmen sich danach auch noch Zeit für Fotos und Signaturen. Es war dann richtig schade, als sich die Runde nach knapp einer Stunde wieder auflöste, aber zum Glück folgten noch einige andere tolle Termine an dem Tag.

Direkt im Anschluss an die Blogger Lounge bin ich erstmal in den Meet&Greet Raum gegangen und habe mir von Constanze Wilken „Sturm über dem Meer“ signieren lassen. Anschließend wollte ich eigentlich zum Workshop von Claudia Winter dazustoßen, aber der war leider schon voll. Stattdessen bin ich zur Lesung von Katherine Webb gegangen. Die Autorin hat zwar nicht selbst gelesen, sondern Julia Fischer las aus der deutschen Übersetzung, aber auch so war es eine interessante Veranstaltung. Zumal Anouk Schollähn wieder moderiert hat und es so eher eine Talk-Runde mit kleinerem Lesungsanteil war.

Um 13 Uhr stand dann der Workshop „Frauen lesen vor!“ von Petra Durst-Benning auf meinem Plan und diesmal hatte ich Glück und ergatterte einen Platz. Der Workshop war gut vorbereitet, wir haben einige unterstützende Unterlagen erhalten und es gab auch einen kurzen praktischen Teil, in dem das betonte Vorlesen geübt wurde. Aber auch unabhängig davon hätte sich die Veranstaltung schon gelohnt, weil Petra so unterhaltsam erzählt. Als zusätzliches Gimmick konnten wir schon einen kleinen Blick auf den dritten Band der Maierhofen-Reihe werfen, denn aus diesem war der praktische Teil entnommen.

Weiter ging es mit einem ganz anderen Thema, denn die nächste Veranstaltung trug den Titel „Sex im Kopf!“.

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Es ging also um Erotikromane und Theresa Lachner, Bloggerin und Journalistin, und Felix Wegener, CEO von Direttissima, haben eine unterhaltsame Mischung aus Fakten, Diskussionen und kurzen Lesungen zusammengestellt. Im Anschluss ging es bei einer Paneldiskussion mit Constanze Wilken, Petra Durst-Benning und Brigitte Riebe um den Weg von der ersten Idee zum Roman.

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Besprochen wurde unter anderem, wie sie die richtige Idee auswählen, wie viel Recherche vorab nötig ist und dass es sowas wie Schreibblockaden für sie alle drei nicht wirklich gibt.

Die für mich letzte Veranstaltung war dann ebenfalls eine Diskussionsrunde. Diesmal ging es um das Thema Self Publishing und neben Yvonne Uelpenich, einer Verteterin des Self Publishing Verlags Twentysix, nahmen die Autorinnen Adriana Popescu und Claudia Winter an der Diskussion teil. Ich muss gestehen, ich hätte mir bei der Runde ein bisschen weniger Werbung für Twentysix und ein paar mehr Fragen an die Autorinnen gewünscht, aber auch so hat man vieles über den Werdegang der beiden und ihre Empfehlungen für angehende Autoren erfahren. Im Anschluss gab es noch eine Lesung der Gewinnerin des lit.Love-Schreibwettbewerbs, ich musste aber schon wieder zum Zug und konnte deswegen nicht mehr teilnehmen.

Alles in allem war es ein absolut großartiges Wochenende! Die teilnehmenden Verlage haben alles unglaublich gut organisiert und stellenweise wusste man gar nicht, an welchem der tollen Programmpunkte man teilnehmen sollte. Ich hoffe, dass das keine einmalige Veranstaltung bleibt, sondern vielleicht ab jetzt jährlich eine Lit.Love stattfindet. Ich würde auf jeden Fall wieder hingehen!

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