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Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme.
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.

 

Elanus 

Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Erschienen: August 2016
ISBN: 978-3785582312
Seitenzahl: 416 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Bei Jugendthrillern, insbesondere denen von Ursula Poznanski, nimmt man lieber nicht zu viel vorweg, weil von Beginn an überraschende Wendungen für Spannung sorgen und zu viele Informationen den Lesespaß trüben können. Deswegen belasse ich es bei der obenstehenden Verlagszusammenfassung, die ganz gut die Ausgangssituation von „Elanus“ schildert. Welche Gefahren und Verwicklungen im Einzelnen auf Jona warten, muss jeder selbst erlesen, aber so viel kann ich vorweg nehmen: Ursula Poznanski ist ein weiterer fesselnder, hochaktueller Jugendthriller gelungen. Ihr Protagonist wird sicher nicht jedermanns Fall sein, aber kann man sich mit ihm anfreunden, wird man mit einigen spannenden Lesestunden und bester Unterhaltung belohnt.


Stil und Sprache
Der Einstieg in „Elanus“ ist relativ gemächlich. Man lernt den Protagonisten Jona kennen und begleitet ihn auf seinem Weg in sein neues Zuhause. Die ersten Nebencharaktere tauchen auf und mit ihnen auch erste Hinweise darauf, dass da etwas im Argen liegt. Bis die Hinweise konkreter werden und ein ernsthaftes Bedrohungsgefühl entsteht, dauert es dann allerdings eine Weile. Was ich bei jedem anderen Jugendthriller als ernste Kritik sehen würde, fällt bei „Elanus“ jedoch kaum störend ins Gewicht. Das liegt vor allem am großartigen Schreibstil von Ursula Poznanski. Sie erzählt die Geschichte in der dritten Person aus Jonas Perspektive und zieht den Leser mit ihren Worten geradezu in ihre Geschichte hinein. Diese beschreibt sie bildhaft, ohne ausschweifend zu werden, so dass man im Kopfkino gewissermaßen live dabei ist. Auch ihre vielschichten Charaktere tragen dazu bei, dass man sich trotz der auf sich warten lassenden Spannung kein bisschen langweilt.

Sobald die Spannung dann aufkommt und eine Bedrohung für Jona sich abzeichnet, zieht die Handlung ruckartig an und nimmt Tempo auf. Dieses kann die Autorin bis zum Schluss halten, sodass man geradezu durch die Seiten fliegt. Überraschende Wendungen sorgen immer wieder dafür, dass man alle Vermutungen über den Haufen wirft und doch erkennt man nach der Auflösung, dass all die benötigten Puzzlestückchen für die Lösung schon längst offen auf dem Tisch lagen. Alle offenen Fragen werden zufriedenstellend geklärt und der Abschluss ist in sich stimmig. Man schließt das Buch also nach einigen höchst unterhaltsamen Lesestunden zufrieden und freut sich zugleich schon wieder auf den nächsten Thriller von Ursula Poznanski und all die spannenden Überraschungen, die sie in ihm sicher bereithalten wird.


Figuren
Jona ist wahrlich kein einfacher Protagonist, den man sofort ins Herz schließen kann. Er ist hochintelligent und hält damit auch nicht hinter dem Berg. Tatsächlich kommt er von Beginn an sehr arrogant, wie ein absoluter Klugscheißer und sozial wirklich inkompetent rüber. Ich rechne es Ursula Poznanski hoch an, dass ich ihn trotzdem nach und nach lieb gewonnen habe. Das liegt sicher zum einen an seinem Humor, zum anderen daran, dass er sich während des Romans deutlich weiterentwickelt. Er lernt dazu, begreift die Folgen seiner Handlungen und bleibt doch in vielen Punkten er selbst – sehr gelungen!

Die Nebenfiguren verblassen neben Jona anfangs ein bisschen, aber die wichtigen erhalten nach und nach mehr Facetten und Details. Wer genau wichtig wird, möchte ich hier natürlich nicht verraten. Das vielfältige Figurenensemble wartet nämlich mit so mancher Überraschung auf und es ist spannend, gemeinsam mit Jona nach und nach die Geheimnisse zu lüften. Ich hätte mir ein bisschen mehr Schwierigkeiten bei der Unterscheidung zwischen Freunden und Feinden gewünscht, aber das ist ein kleiner Kritikpunkt, dem ansonsten perfekt ausgearbeitete Nebenfiguren gegenüberstehen.


Aufmachung des Buches
Der Loewe Verlag wählt für „Elanus“, wie auch schon für die anderen Jugendthriller von Ursula Poznanski, ein Cover, was sich von den üblichen Jugendthrillern abhebt. Das graphisch anmutende Design fällt ins Auge und mit ein bisschen Phantasie kann man sich die Linse durchaus als Drohne vorstellen. Die Linse ist nicht nur durch die Farbe auffällig, sondern wurde auch ins Cover der Klappbroschur geprägt. Alles in allem eine ansprechende, durchaus passende Aufmachung.


Fazit
Alle Jugendthriller-Fans sollten auf jeden Fall ein Blick in „Elanus“ riskieren. Das Buch bietet spannende, überraschende Unterhaltung, vielschichtige Charaktere und einen ansprechenden Schreibstil – also genau das, was man von Ursula Poznanski auch erwartet. Für Fans der Autorin ist das Buch sowieso ein Muss.

4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de oder deinem Buchhändler vor Ort

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