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Bianca Iosivoni klein


Auf der diesjährigen Leipiger Buchmesse, die für mich ein Debüt war, durfte ich mit der Autorin der Romantic Suspense-Reihen
HUNTERS (vollständig erschienen bei Romance Edition) und Daughter of Darkness (Band 1 im März bei Romance Edition erschienen), Bianca Iosivoni, ein Interview führen. Die Autorin ist mittlerweile kein unbeschriebenes Blatt mehr in ihrem Genre. Neben heißen Stories schreibt Bianca Iosivoni auch selbstpublizierte Stories mit viel Gefühl. Passend zur Veröffentlichung ihres aktuellen Buches, Daughters of Darkness: Scarlett, konnte die Autorin sich die Zeit nehmen, ein Interview zu führen - eines, das wir beide sehr genossen haben.


Vielen Dank, Bianca, dass du dir Zeit nimmst auf der LBM für dieses Interview. Mit DoD (Daugthers of Darkness) ist jetzt der erste Band einer neuen Reihe erschienen, die lose an HUNTERS anknüpft. Wie kam es zu der Idee diese Art Ableger zu schreiben?

Die Idee, über eine Frau, die auf der dunklen Seite der Macht steht, zu schreiben, hatte ich schon länger. Und bei den Hunters habe ich dann gemerkt, dass sie sich an Regeln und Gesetze halten, auch wenn sie sie ein bisschen verbiegen. Ich wollte mal was schreiben, wo sich die Protagonisten austoben können und ihrem eigenen Gewissen folgen müssen. Und dazu kam, dass ich neben der Idee einen alten Anime gesehen habe: Ein Supertrio (Cat's Eye). [wir beide lachen]


Das ist meine Generation [lacht]

Und irgendwie bin ich da über das Opening gestoßen, was mich dann hat sagen lassen „Ja, sowas will ich auch schreiben.“ Und dann hatte ich zu der Zeit das Lied von Halestorm „Daughters of Darkness“ gehört. Ich lasse mich gerne von Liedern inspirieren. Und so ist das alles zusammengekommen [lacht].


Daran anknüpfend: In DoD tauchen eine Menge starke Frauen auf, die alle unterschiedliche Typen haben. Was hat dich dazu inspieriert, diese Frauen so zu gestalten? Gab es Rolemodels für die Frauen? Hast du selbst Idealvorstellungen oder sogar Portraits und/oder Eigenschaften (-und arten) von Freundinnen eingebaut? Was kannst du dazu sagen?

Uhm, so fixe Vorstellungen hatte ich nicht, daher jein. Bei Scarlett (Daughters of Darkness Band 1) hatte ich eigentlich was komplett anderes im Kopf. Ich hatte auch einen anderen Namen, aber ich hab gemerkt, das funktioniert so nicht. Daher hab ich sie komplett ändern müssen. Bei Sydney: die Idee von ihrer Geschichte war noch viel länger, sie ist deutlich angelehnt an die erste Ruby (die Blonde) aus Supernatural. Das war mein Vorbild für Sydney [lacht]. Und ansonsten so Kleinigkeiten, z.B. war ich in der U-Bahn und habe eine junge Frau mit einem platinblonden Pixiecut gesehen und da dachte ich mir auch: Riley. Sie hat ihre Frisur, das muss ich einbauen. Da kommt ganz viel an Kleinigkeiten zusammen.


Du sammelst also auch, was du siehst. Und irgendwann formt sich daraus dann eine Figur und ein Charakter?

Genau. Solche Ideen, die man teilweise schon richtig lange hat und irgendwann ist dann der Zeitpunkt, wann man diese Figuren schreiben darf. [lacht]


Daran anknüpfend: wie wichtig sind dir die „klassischen“ Rollenverteilungen? Und wie siehst du dich und wie erlebst du dein (weibliches) Publikum?

Ja, hauptsächlich habe ich ein weibliches Publikum [lacht]. Das ist ganz interessant, denn wir hatten bzw. ich hatte zusammen mit Stefanie Ross auf der LCC letztes Jahr einen Workshop, da haben wir das Genre Romantic Suspense vorgestellt. In den amerikanischen Büchern ist die klassische Rollenverteilung stärker vorhanden, also die Frau ist die Damsel in Distress (Jungfrau in Nöten).


Genau, das erwähnst du ja auch in deinem Buch. Da erklärst du es beziehungsweise stellst klar, dass Scarlett keine ist. 

Richtig. Und in den deutschen Büchern, von deutschen Autoren, ist es eben (öfters) nicht so, dass die Frauen gerettet werden müssen und das war mir auch immer wichtig, weil ich denke, heutzutage möchte man schon den starken Mann haben, aber die Frauen sollten ihnen auf auf Augenhöhe begegnen. Und das versuche ich auch immer – hoffentlich – so rüberzubringen.


Ja, doch, das kann man so sagen. [beide lachen] Mir hat Scarlett doch ziemlich imponiert. Es ist, wie du sagst: die Daughters of Darkness bewegen sich an der Grenze der Legalität und das soll auch so sein. Deswegen war das auch schon im Vergleich zu den Hunters eine Geschichte, wo man sich gedacht hat: ja, das gibt was zwischen den beiden Seiten. Ja, das hat mir sehr gut gefallen.

Schön, das freut mich.


So, zu einer anderen Frage: Wie sieht bei dir ein Arbeits/-Schreiballtag aus? Nach welchen (groben) Vorgaben gehst du? Hast du so eine Art Routine?

Ja, so eine grobe Routine – die ich nicht immer einhalte – habe ich. Wo ich morgens aufstehe, Yoga mache, frühstücke und Kaffee trinke und dann setze ich mich mit einem Latte Macchiato an den Schreibtisch. Und morgens und vormittags schreibe ich dann auch, wenn ich mich nicht ablenken lasse. Und die Nachmittage werden halt, je nachdem, was ansteht, geplant. Z.B. wollte ich jetzt ein Manuskript fertig machen, da habe ich den ganzen Tag geschrieben. Und sonst überarbeiten, Marketing, Organisation, ja, also, die Vormittage sind meine Schreibzeit.


Weil du da am meisten Ruhe hast, wie ich annehme.

Ja, und auch, weil ich da am kreativsten bin. Da ist der Kopf dann noch nicht so voll. Der Alltag hat einen noch nicht.


Wie lange brauchst du so ungefähr, um grob zu sagen, dass du fertig bist mit dem Schreiben des Skripts, Figuren erstellen etc.?

Sehr unterschiedlich. Also ich hatte jetzt Glück mit zwei Büchern. Mit DoD: Scarlett: das hatte ich in 8 ½ Wochen fertig. Und ein anderes hatte ich auch in 8 Wochen fertig. Aber jetzt z.B. bei dem [kein genauer Titel genannt], saß ich seit November dran. Hat dann so drei Monate gedauert.


Also zwischen 2-3 Monaten dauert es?

Ja, das ist schon realistisch.


Und wie sieht das so aus, machst du dir zu deinen Charakteren Notizen? Hast du eine Pinnwand, wo du dir sagst, ich führ ein Foto aus, eine Charakterbeschreibung oder ich bin wie ein Detektiv und habe so eine Art „Täterprofil“. Wie hälst du deine Personen fest und wie schreibst du die Ereignisse auf?

Eigentlich mache ich alles zusammen. [lacht] Ich habe eine Exceltabelle mit einer Art Profil, das Alter, Name, Beruf enthält und wie die Charaktereigenschaften aussehen, das steht alles dann drin. Ich habe auch Bilder, bei Pinterest, wo ich Pinnwände dazu erstelle und manchmal drucke ich sie mir auch aus. Ich schreibe mit Scrivener [Schreibprogramm für Autoren] und da kann man die Bilder so schön reinladen. Ich hab dann so einen geteilten Bildschirm, links mein Text, rechts die Bilder mit den Charakteren. Sehr praktisch.


Ja, dann hat man es immer visuell vor Augen, was für eine Geschichte nicht unwichtg ist. Und auch, damit man nicht irgendwie mal einen Fehler macht und dann von findigen Lesern gesagt wird: „Moment mal, da hast du aber ...“ und man denkt sich: „Uh, das passt aber so nicht“.

Ganz genau. Das ist mir auch schonmal passiert, da hatte jemand geschrieben, dass die Person blau-graue Augen hat und später waren es dann grün-graue Augen. Und da hat meine Agentin geschrieben, die Augenfarbe war doch ganz anders. Das kann passieren und einige Sachen entdeckt man auch erst beim Schreiben selbst, die gar nicht so geplant waren. Dass Scarlett z.B. so gut Karten spielen konnte und pokert, das war nicht geplant. Das war plötzlich da.


Deine Figur hat also für dich gesprochen.

Was war der Strartschuss für dich mit dem Schreiben zu beginnen? In deiner Biographie heißt es, du hast 2012 in der Anthologie “5 Jahre – 5 Geschichten“ deine erste Kurzgeschichte veröffentlicht. Doch woher kam der Reiz, die Sehnsucht nach dem Schreiben?


Woher das kam, kann ich gar nicht so genau beantworten. Ich glaube, es war schon immer da. Ich habe mir schon immer gerne Geschichten ausgedacht als Kind, mit eigenen Vorstellungen und das ist immer geblieben.


War es dein Hauptwunsch Autorin zu werden?

Nein, ich hatte viele Berufswünsche als Kind. Die späteren, ernsteren gingen dann in die Richtung Journalismus oder Redakteurin bei einer Zeitschrift.


Und das hast du am Ende auch gemacht, sozusagen.

Ja. Ich habe dann eine Fanfiction gelesen, die ich furchbar fand und habe mir gedacht: das kann ich besser. Und dann habe ich eine geschrieben – und die war nicht besser [lacht]. Überhaupt nicht. Aber so bin ich reingekommen ins Schreiben. Nach und nach kam dann die Idee von meinen Freunden, eine Geschichte zu erzählen und dann kamen lauter Ideen und die musste ich aufschreiben.


Also kam dir das im Grund genommen zugeflogen und hast dich inspirieren lassen und es hat sich entwickelt.

Genau, die Worte, die Geschichte wollten raus.


Du lebst und arbeitest in Hannover, und hast vor deiner Karriere Sozialwissenschaften studiert und jahrelang in einer Online-Redaktion gearbeitet. Wie stark ist der Einfluss oder wie sehr kannst du Erfahrungen deiner alten Berufe bzw. deines Studiums heute noch einbauen? Oder geht dein Schreiballtag entgegengesetzt zu dem, was du früher gemacht hast?

Ich denke, dass es schon ziemlich unterschiedlich ist, was ich studiert und was ich im Beruf gemacht habe. Vom Studium selbst habe ich – leider – wenig mitgenommen. Was schade ist, aber ich habe einen Abschluss, immerhin. [lacht] Und in der Onlineredaktion habe ich gelernt Korrektur zu lesen. Ich habe seitdem dieses Korrekturauge, diesen Blick, dass mir Fehler sofort auffallen. Und ich lese auch für Freunde sehr oft Korrektur oder bei meinen eigenen Texten fällt mir hoffentlich auf, wenn da Fehler drin sind. Und ansonsten, das war in einer Onlinemarketingagentur, da denke ich, habe ich mehr so aus dem Bereich Marketing mitbekommen. Weniger jetzt zum Schreiben selbst. Aber das gehört ja mit dazu.


Ja, natürlich und du promotest dich ja zum Teil selbst, zum Teil macht das auch der Verlag, aber in der heutigen Zeit ist es wichtig, selbst dabei zu sein. Von daher ist es nicht schlecht, selbst wenn man meine Erfahrung über Social Media und Marketing gemacht hat, diese Kniffe anzuwenden. Zumindest nicht von Nachteil.

Genau, es ist auf jeden Fall gut, dass ich das mitgenommen habe.


Wie sieht deine Recherche zu deinen Themen aus? In DoD ist die Hauptfigur Scarlett ein Ass was Giftmischen angeht. In HUNTERS: Verloren ist Riley ein Hackergenie und es tauchen diverse Fremdbegriffe auf. Und wie kommt es, dass du so gut über Streetracing Bescheid weißt, das ein gemeinsames Hobby von Logan (HUNTERS) aber auch Sydney (aus DoD) ist? ;)

Manche Sachen lege ich fest, andere kommen beim Schreiben. Bei Sydney war nie geplant, dass sie Rennen fährt. Sie sollte nur eine Schwäche für schnelle Autos haben, aber dass sie auch bei Rennen fährt, das hat sich so ergeben. Und ansonsten: ich glaube, ich könnte nie einen historischen Roman schreiben, denn da ist viel Recherche mit drin. Und ich bin jemand ... ich recherchiere nicht in die Breite, eher so punktgenau. Zum Beispiel bei Scarlett in Hunters – Verloren (Band 3) wusste ich, ich brauche zwei Gifte, welche tödlich, aber auch eins, was man geben konnte, um ihn zu retten, was  lutstillend, entzündungshemmend etc. ist. Danach habe ich dann gesucht. Aber ich kenne mich damit jetzt überhaupt nicht aus.


Also baust du auch oft dein Vorwissen von Dingen ein. Du suchst also nicht nach dem Schema: ich brauche jetzt ein Gift und suche ein Medizinbuch durch oder gehe in eine Apotheke und lasse mich beraten.

Richtig, ich habe schon ein paar vage Ideen, nach denen ich dann recherchiere. Auch bei Riley mit dem Hacken. Das war anstrengend. Da musste ich mir ein bisschen Grundwissen aneignen, was ich allerdings schon wieder komplett vergessen habe. [lacht] Und hab dann auch ein paar Begriffe rausgesucht, die dann dazu passten. Ich hatte aber auch zum Glück Hilfe, einen Fachmann. Den habe ich dann auch gefragt und geschildert, so sieht es aus, was kann sie machen? Er hat es mir dann Schritt für Schritt beantwortet, wo ich dann allerdings oft gesagt habe: danke, das reicht [lacht]. Und zur Frage mit dem Streetracing: da wurde ich duch die Fast and Furious-Teile inspiriert, die Reihe gehört zu meinen Lieblingsfilmen. In dem Fall ist es persönliche Vorliebe, die da mitgespielt hat.


Gibt es ein Genre, das du mal austesten wollen würdest? Und wie sieht es mit einem aus, zu dem du niemals was schreiben wirst oder wíllst?

Was ich mir nicht vorstellen kann ist ein historischer Roman, weil das mit viel Recherche verbunden ist. Ich würde mir das nicht zutrauen, ohne hundert Prozent sicher zu sein, dass ich es auch richtig rüberbringe, wie es zu der Zeit war. Und das ist auch sehr viel Arbeit. Ich schreibe meine Bücher ja etwas schneller [lacht]. Von daher wäre das ... wer weiß ... vielleicht in zwanzig Jahren. [lacht]


Und zu Genres, die du schon immer schreiben wolltest, aber noch nicht angepackt hast?

Die schreibe ich eigentlich schon. Ich fühle mich sehr wohl in den Genres, ich würde auch gerne wieder zu Fantasy etwas zurückkehren, da ich damit angefangen habe. Ja, wer weiß, was da noch so kommt.


Bei einigen Autoren geht der Trend hin zu homoerotischer Literatur, es scheint eine Art Austoben in der Szene zu geben oder ein vorsichtiges Herantasten. Würdest du auch einen Abstecher in den M/M- oder sogar F/F-Bereich wagen, wäre das für dich überhaupt denkbar? Denn starke Frauen hast du ja mit deinen Heldinnen der DoD-Reihe schon. ;)

Ich habe sogar eine Nebenfigur, die schwul ist. Das ist bei Lines of Yesterday, mit Zac. Und den habe ich mir von einer Freundin sozusagen ausgeliehen, von Abbi W. Reed. Sie hat nämlich auch eine Geschichte, wo es einen Zac gibt und weil der so toll war, habe ich ihn mir quasi ausgeliehen. [lacht]

Ich bin in einer Schreibgruppe, da gibt es auch ganz begeisterte Leserinnen von Gay Romance. Deswegen kenne ich das, bin damit vertraut. Selbst würde ich zum Genre nichts schreiben, weil ich das Gefühl hab, ich könnte es nicht realistisch rüberbringen. Und neben dem Schreiben mache ich ja teilweise redaktionelle Arbeit, z.B. beim Romance Edition. Bei den Übersetzungen habe ich das Redaktionslektorat gemacht. Und da war von Nyrae Dawn ein Buch dabei, wo ich die Redaktion saß. Und ich habe das dann komplett durchgearbeitet und fand es auch richtig gut, sie hat es so gut und echt rüber gebracht, dass ich mir denke, das würde ich nie im Leben so hinkriegen.  Deswegen würde ich es auch nicht auf Biegen und Brechen versuchen.


Nyrae Dawn bzw. Riley Hart ist ja, was Gay Romance angeht, sehr populär, da hat sich Romance Edition eine sehr gute Autorin ins Haus geholt.

Wo man schon bei intimen Stellen und Erotik in Büchern ist: kannst du einen Rat geben, wie man am besten lernt, dass erotische Szenen nicht gleich wie ein plumpe Angelegenheiten aussehen? Was gibt es zu beachten bzw. was kannst du erfahrungsgemäß als Tipp geben?

Zum einen: üben und oft schreiben, egal welche Szene. Egal ob erotische Szene oder Kampfszene, die sind ja auch oft schwierig. Und gerade bei erotischen Szenen oder auch nur Kussszenen ist mein Rat immer, es in einem Rutsch zu schreiben. Wenn man erstmal drin ist in der Szene und ein Gefühl hat, kann man einfach runtertippen, vielleicht ohne nachzudenken, statt dass man tagelang dahin zurückkehrt. Ich sage mir bei den erotischen Szenen: ich schreibe das jetzt einfach, dann kann ich immer noch löschen und ändern. Aber das nimmt den Druck, wenn man es einfach runterschreibt. Und Gefühle reinbringen, damit es nicht wie eine Anleitung wirkt, nicht zwanghaft [lacht].


Ich hatte im Zuge der letzen Connichi einen schönen Workshop, in dem es darum ging, wie man erotische Szenen schreibt und was man am besten vermeiden sollte. Da ging es auch um die zwanghafte Suche nach Synonymen, obwohl man vom Gefühl her schon weiß, das ist der bessere Begriff. Natürlich sollte man auch nicht zu oft den gleichen Begriff nehmen, das ist dann langweilig, aber aus dem Glied den Lustschwengel zu machen, ist auch nicht das beste. [beide lachen]. Eher dann auf sein natürliches Gefühl hören und als Autor sensibel sein ...

Ich finde auch, man muss nicht alles detailgetreu beschreiben und benennen. Vielleicht, wenn man wirklich Erotikliteratur schreibt, weil die Leser das da erwarten. Sonst bin ich aber der Meinung, dass Raum für Fantasie gelassen werden sollte.


So nach dem Motto: weniger ist mehr.

Wieviel Freiheit hast du bei der Gestaltung der Cover oder des Layouts? Kannst du vorgeben, wie du dir deine Cover vorstellst oder vertraust du da voll und ganz auf deine Kollegen?


Das ist ganz unterschiedlich, ich habe ja Promises selbst veröffentlicht, da hatte ich eine Coverdesignerin, mit der ich das zusammengemacht hatte. Da hatte ich natürlich volles Mitspracherecht und teilweise ein schlechtes Gewissen, weil ich sie öfter noch genervt habe. Beim Verlag ist es so, dass der Verlag das Cover zusammenstellt in Absprache mit dem Autor. Und das hatte ich beim Klein- als auch beim Großverlag. Man bekommt dann ein Covervorschlag, aber man kann selbst trotzdem noch was dazu sagen, wenn es dir gar nicht passt.


Kriegst du einen Entwurf oder sind das mehrere?

Ich glaube, das ist unterschiedlich. Ich kenne Kollegen, die haben mehr als einen Entwurf bekommen. Bei DoD waren es zwei Entwürfe mit demselben Bild nur anders. Bei dem einen Buch, was bei Lyx erscheinen wird (Titel des Buches Was auch immer geschieht), war es nur ein Entwurf und wir waren alle sofort verliebt. 


Dann wären wir auch schon bei der vorletzten Frage angekommen: Was würdest du (jungen) NachwuchsschriftstellerInnen noch auf den Weg geben? Wie schätzt du die Chancen ein, zu publizieren und was sollte unbedingt vermieden werden? Worauf muss man sich ggf. einstellen?

Das sind einige Fragen [lacht]. Der Reihe nach: Was würde ich ihnen raten? Zwei Dinge: Das eine, nie aufzugeben, es wird immer mehr Absagen als Zusagen geben. Völlig normal, das passiert auch den ganz großen Autoren, weil man nicht immer Zusagen bekommen kann. Und wenn man das wirklich machen will, sollte man sich immer dahinter klemmen und niemals aufgeben. Und ein Tipp, der mir selbst geholfen hat, was ein Zitat von Neil Gaiman ist: „Finish what you're writing. Whatever you have to do to finish it, finish it.“ Das man, egal wie, seine Geschichte beenden soll. Das sehe ich auch oft bei Leuten, die schreiben, auch Bloggern: dass sie anfangen und auch wirklich tolle Ideen haben, aber sie bringen es nicht zu Ende. Es ist auch anstrengend, aber ich glaube, das, wenn man eine Geschichte zu Ende gebracht hat, weiß, man kann es.


Genau, es hat ja auch was damit zu tun, was man abliefern kann. Nicht nur, dass du eine Geschichte hast, du musst sie ja auch bringen. Zumindest, wenn du bei einem Verlag arbeiten willst, die wollen Leistung sehen. Und wenn du da hinterherhinkst funktioniert das leider auf dem Buchmarkt nicht.

Richtig. Es war auch so ein Schlüsselmoment für mich. Meine allererste Geschichte, mit über 600 Seiten, habe ich fertig geschrieben und danach hat das dann erst angefangen mit den vielen Ideen, mit den Genre. Es war wirklich wie ein Schalter, der sich umgelegt hat. Deshalb finde ich dieses Zitat auch sehr sehr schön.


Wie sieht es mit den Chancen aus?  Sei es jetzt Verlagschancen oder auch, was ja heutzutage einfacher geworden ist, durch Selfpublishing. Das ist, denke ich mal Tücke wie List, dass man sich selbst vermarkten kann.

Heutzutage ist es einfacher als je zuvor, was das Veröffenltichen angeht, gerade durch das Selfpublishing. Aber auch weil die Verlage sehr viel zugänglicher geworden sind, denn viele haben ja die digitalen Imprints, wo man Ebooks veröffentlichen kann. Aber es ist auf jeden Fall ein guter Start, egal, ob man jetzt bei einem Verlag oder selbst veröffentlicht. Es ist ein guter Anfang, um die Reichweite zu gewinnen und die Leser, es baut sich dann mit der Zeit auch auf. Und ich glaube, es ist wie beim Schreiben, dass man dann dran bleiben muss.


Was sollte dann vermieden werden? Sicherlich gleich in den Sack zu hauen und den Mut zu verlieren.

Ja, aber zu früh zu starten sollte auch vermieden werden. Wenn dein Werk nur wenig Seiten hat oder man sich versucht mit einem Manuskript zu bewerben, das noch nicht überarbeitet wurde, oder wenn man ungeduldig ist. Oder das Cover selbst mit Paint gemacht wurde. Es geht heutzutage nicht mehr, da die Selfpublisher professioneller geworden sind – die großen ja sowieso - und wenn man dann mithalten will, muss man auch selbst die Arbeit reinstecken und auch dran bleiben.


Man muss also selbst sehen, dass man sich vermarktet. Bevor man ein Name geworden ist.

Richtig. Und das man auch das beste aus dem Manuskript geholt hat, was man in dem Moment kann und es dann in die Welt hinausschickt.


Worauf muss man sich dann einstellen, vorausgesetzt, man hat dann den ersten Schritt gewagt, sei es als Selbstveröffentlicher oder im Verlag?

Geduld ist wichtig. Ich bin ja jetzt hauptsächlich Verlagsautorin und da heißt es immer warten. Egal, ob man jetzt auf eine Agentur wartet, ob es eine Verlagszusage oder -rückmeldung ist, später auch das Cover oder der Klappentext oder der Erscheinungstermin. Man muss immer warten [beide lachen]. Das hat einem niemand gesagt zu Anfang. Aber das gehört dazu. Ich glaube, bei Selfpubishern ist ein großer Teil auch damit verbunden, zu warten. Auf das Cover, aufs Lektorat, auf die Meinung, wie es die Leser finden. Man muss lernen, damit umzugehen.

Sich von Absagen nicht entmutigen und sich nicht von schlechten Rezensionen runterziehen lassen; die gibt es immer. Ich finde, man kann aus konstruktiver Kritik was lernen und so Hate-Rezensionen wird es immer geben. Ich habe auch selbst welche bekommen, zum Teil waren die auch recht amüsant, wenn man sieht, dass es nur Hate ist und nichts mit dem Buch zu tun hatte. Aber man kann was daraus lernen, wenn gesagt wird, dass es Rechtschreibfehler gibt oder man könnte an der Story noch feilen. Da kann man dann noch was mitnehmen.


Okay, und nun die letzte Frage: Wieviele Teile hast du zu DoD geplant? Hast du da eine konkrete Vorstellung?

Ich habe so drei bis vier Bände geplant und der nächste Band wird Sydney als Heldin haben.


Vielen Dank, Bianca, für das schöne und ausführliche Interview, es hat mir sehr Spaß gemacht. Ich wünsche Dir viel Erfolg weiterhin. Und ich hoffe, dass wir uns zu einem weiteren interview nochmal treffen können.

Danke, es hat mich auch gefreut. Und sehr gerne.

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