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Ausgerechnet am Abend ihres 15. Geburtstag wird Nele mitten in der Stadt bedroht. Doch gerade als die gespenstischen Gestalten sie attackieren wollen, kommen ihr fünf Jugendliche zu Hilfe, die in seltsame schwarze Gewänder gehüllt sind und auf fliegenden Fahrrädern durch die Nacht jagen. Ihr Anführer Taha, dessen smaragdgrüne Augen Nele sofort faszinieren, erklärt ihr, dass sie eine von ihnen ist: ein Guardian of Secret Powers. Auserkoren, mit den anderen Jugendlichen gegen die Fantome der Finsternis zu kämpfen, die sich unerkannt unter den Menschen bewegen und die Erde zurückerobern wollen. So schnell wie möglich muss Nele in ihren ureigenen magischen Begabungen geschult werden – denn die Meister der Dunkelheit schmieden ihre teuflischen Pläne, und es bleibt nicht mehr viel Zeit, um sie aufzuhalten …

 

Guardians of Secret Powers 1 

Autor: Peter Freund
Verlag: cbj
Erschienen: September 2013
ISBN: 978-3570153796
Seitenzahl: 603 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Neles fünfzehnter Geburtstag beginnt mit merkwürdigen Träumen und dem viel zu lauten Ticken ihres Weckers. Kaum aus dem Bett spielen ihre Sinne auf einmal verrückt, immer wieder sind sie für kurze Zeit viel besser als gewohnt. Nele versucht, das ebenso wie die Träume einfach zu verdrängen, doch schneller als sie denkt, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt und ihre neuen Fähigkeiten sind mehr als nötig. Wer sind die Gestalten, die ihr scheinbar ständig auflauern und soll sie wirklich zu den sogenannten Guardians of Secret Powers gehen? Nele ahnt nicht, dass von ihrer Entscheidung das Schicksal der ganzen Welt abhängt und dass ihr kaum noch Zeit bleibt, alles zum Guten zu wenden.

Peter Freund holt für Nele und den Leser eine neue, spannende Welt mitten ins bekannte Berlin. Er bezieht sich dabei nur auf wenige bekannte Mythen, sondern erfindet stattdessen viele eigene Wesen, die in ihrer Vielschichtigkeit überzeugen. Bei all den Erklärungen bleibt nur leider manchmal die Spannung ein wenig auf der Strecke.


Stil und Sprache
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, aus Neles Sicht in der Ich-Form und ansonsten in der dritten Person. Die häufigen Perspektivenwechsel bieten dem Leser zwar einen sehr breitgefächerten Blick auf die Handlung, erschweren aber leider auch den Einstieg in das Buch. Eigentlich soll wahrscheinlich damit Spannung aufgebaut werden, dass der Leser recht schnell eine Szene aus dem Blickwinkel des Bösen sieht, aber stattdessen ist man nur verwirrt und auch ein bisschen genervt davon, dass man nicht rein kommt. Leider hält die Verwirrung auch noch eine ganze Weile an. Statt aufzuklären, werfen nämlich auch die Guten mit wahnsinnig vielen „Fachbegriffen“ aus der dämonischen Welt um sich. Nicht nur Nele sondern auch der Leser wird damit verwirrt und es wirkt ein wenig so, als wollte der Autor mit diesen Begriffen „angeben“ oder seine Welt realer gestalten. Beides funktioniert so nicht wirklich, aber zum Glück wird das Buch dann schnell besser. Als Nele erst einmal Teil der Kämpfe ist, geht es schneller voran und es bleibt keine Zeit mehr in der Handlung für lange Erklärungen. Sobald diese wegfallen, wird es richtig spannend und steigert sich zum packenden Finale. Dieses wartet mit einigen Überraschungen auf und lässt gleichzeitig genügend Fragen offen, um auf weitere Bänder der Reihe neugierig zu machen. Die Welt von Peter Freund scheint nun erst am Anfang zu stehen und für Nele und den Leser gibt es mit Sicherheit noch viel zu entdecken.

Der Schreibstil von Peter Freund lässt sich gut lesen und passt im Großen und Ganzen zur Geschichte und den Charakteren. Besonders Neles „Stimme“ ist sehr gut gelungen. Einige andere Charaktere klingen dafür stellenweise ein wenig hölzern und bemüht, aber das betrifft nur wenige Stellen und fällt im gesamten Buch nicht so sehr ins Gewicht.


Figuren
Nele ist die Hauptfigur und von Beginn an ein sehr sympathisches Mädchen. Der Streit mit den kleinen Brüdern und der Mutter, die Verliebtheit in einen älteren Mitschüler – all das wirkt zutiefst normal und ermöglicht es dem Leser, sich sehr gut mit ihr zu identifizieren. Auf die Veränderungen in ihrem Leben reagiert sie angenehm menschlich und sehr glaubwürdig. Es ist toll zu lesen, dass sie eben nicht plötzlich alles kann, sondern wie jeder andere erst einmal schockstarr stehen bleibt. So authentisch bleibt sie bis zur letzten Seite und man will gerne mehr über sie und ihre neuen Fähigkeiten lesen.
Neben Nele gibt es eine Vielzahl von anderen Charakteren. Einige wirken ein wenig überspitzt, so wie ihre völlig unbesorgte Mutter, aber vielleicht gibt es dafür in den folgenden Büchern ja noch eine Erklärung und die meisten Figuren sind sehr glaubwürdig gelungen und überzeugen. Vielen merkt man jetzt schon an, dass da noch einiges mehr dahinter steckt und ist neugierig, wie sie sich in den folgenden Büchern noch entwickeln werden und ob man mit einigen bereits getroffenen Vermutungen Recht hat.

Der einzig etwas nervige Charakter des Buches ist der Hauptbösewicht. Das liegt nicht daran, dass seine Motive unglaubwürdig wären, ganz im Gegenteil wirken die sehr überzeugend und auch sein teuflischer Plan sorgt für einiges an Spannung. Leider sind seine langen Monologe über eben jenen jedoch gar nicht spannend, ebenso wenig wie seine Erklärung der Hintergründe. Und das wirklich nervige Element ist die häufige Wiederholung seinerseits, dass die Menschen die Erde nicht verdient haben, weil sie die Umwelt zerstören. Viele Charaktere des Buches sind scheinbar leidenschaftliche Umweltschützer, aber er ist der einzige, der es so unpassend betont. Es wirkt wie ein riesiger Zaunpfahl, mit dem der Autor an den Stellen winkt und nicht wie ein passendes Handlungselement.


Aufmachung des Buches
Der cbj Verlag hat Peter Freunds Roman als gebundene Ausgabe heraus gebracht. Das Cover zeigt die Guardians und eine auf dem Kopf stehende Ansicht von Berlin. Beides passt sehr gut zur Handlung und spricht die Zielgruppe des Buches, Jugendliche ab 12 Jahren, sicher auch an. Im Inneren ist eine Karte von den wichtigsten Handlungsorten abgedruckt, die dem Leser hilft, den Reisen der Hauptcharaktere durch Berlin und Umgebung zu folgen. Die Kapitelanfänge werden jeweils von dem Berlinbild des Covers geziert und im Anschluss an den Roman bilden eine kurze Nachbemerkung des Autors und ein Inhaltsverzeichnis den Abschluss.


Fazit
Peter Freunds Roman bildet einen guten Auftakt zu seiner „Guardians of Secret Powers“-Reihe. Einige Schwächen erschweren dem Leser den Einstieg, aber das Durchhalten lohnt sich, denn zum Ende hin kann man das Buch kaum aus der Hand legen – und den zweiten Teil nicht erwarten.


3 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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